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Iran

Iran-Krieg lässt Erdgas-Preis nach oben schnellen

28.08.2024, Mecklenburg-Vorpommern, Mukran: Von Schleppern begleitet transportiert der LNG Tanker
Der Grosshandelspreis für Erdgas ist nach dem Angriff Israels und der USA auf den Iran kräftig gestiegen.Bild: keystone

Krieg lässt Erdgas-Preis nach oben schnellen: Strasse von Hormus im Blickpunkt

02.03.2026, 10:4802.03.2026, 10:48

Der Grosshandelspreis für Erdgas ist nach dem Angriff Israels und der USA auf den Iran kräftig gestiegen.

Zum Handelsauftakt am Montag sprang die Notierung für den richtungweisenden Terminkontrakt TTF zur Auslieferung in einem Monat an der Börse in Amsterdam bis auf 39.85 Euro (36.19 Franken) je Megawattstunde (MWh). Das sind etwa 25 Prozent mehr als am Freitag und der stärkste Preissprung seit August 2023.

Damit ist europäisches Erdgas so teuer wie zuletzt im Januar, als niedrige Temperaturen in weiten Teilen Europas und vergleichsweise niedrige Füllstände der Gasspeicher den Preis zeitweise über 40 Euro getrieben hatten. Im Februar waren die Notierungen wieder spürbar bis auf etwa 30 Euro je Mwh zurückgegangen. Wegen langfristiger Verträge dauert es üblicherweise eine Weile, bis Energieversorger Preisänderungen im Grosshandel an Privatkunden weiterreichen.

Weltweiter Energiehandel von Krieg betroffen

Am Wochenende hatten Israel und die USA den Iran angegriffen und dabei unter anderem das Staatsoberhaupt und den Religionsführer des Landes Ajatollah Ali Chamenei getötet. Der Iran reagierte mit Gegenangriffen und schränkte ausserdem den Schiffsverkehr durch die Strasse von Hormus ein, eine der wichtigsten Engstellen des weltweiten Energiehandels.

Marktbeobachter sehen das Risiko weiterer Preisanstiege und halten Dimensionen wie beim Einmarsch Russlands in die Ukraine 2022 für möglich, falls der Konflikt länger andauert und weiter eskaliert. Zwar wird ein Grossteil des Erdgases aus der Region am Persischen Golf nach Asien geliefert. Eine Unterbrechung der Lieferungen von Flüssiggas durch die Strasse von Hormus dürfte aber den Wettbewerb um alternative Bezugsquellen verschärfen und die Preise weltweit, auch in Europa, in die Höhe treiben.

Strasse von Hormus im Blickpunkt

In Europa sind die Gasvorräte nach dem Winter vergleichsweise niedrig. Die Region muss in diesem Sommer grosse Mengen an Flüssiggas importieren, um sie vor dem nächsten Winter wieder aufzufüllen. Analysten der US-Investmentbank Goldman Sachs schliessen einen weiteren Anstieg des Gaspreises nicht aus. Sollte der Schiffsverkehr durch die Strasse von Hormus für einen Monat eingestellt werden, könnte sich der europäische Gaspreis nach Einschätzung von Goldman Sachs mehr als verdoppeln. (sda/dpa)

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