Kollaps von Digitalbank in Paraguay – Zugriff auf Konten eingeschränkt
Der Vorstand der paraguayischen Zentralbank beschloss am Montag die Übernahme der Digitalbank Ueno. Grund ist eine unzureichende Solvenzquote der Bank. Diese misst die langfristige finanzielle Stabilität und soll unter die Hälfte des gesetzlichen Mindestwertes gefallen sein, schreibt die Nachrichtenagentur AP.
Eigenen Angaben zufolge hat Ueno rund drei Millionen Kundinnen und Kunden, was etwa 60 Prozent der Bevölkerung von Paraguay entspricht. Sie alle machen sich nun Sorgen um ihre Ersparnisse, denn der Zugriff auf ihre Konten wurde eingefroren.
Am Dienstag konnte Geld weder abgehoben noch überwiesen werden. Kundinnen und Kunden versammelten sich daraufhin vor den geschlossenen Filialen und forderten um Aufklärung.
Bei der Ueno sollen zudem laut Bericht der AP zwischen 800 und 850 Millionen Dollar an staatlichen Geldern, beispielsweise aus der Sozialversicherung, angelegt sein. Unter den Betroffenen sind deshalb auch viele Rentnerinnen und Rentner.
Präsident steht in der Kritik
Schon seit einiger Zeit lösten einige Vorgehensweisen der Bank Bedenken aus. So soll die Ueno zu viele Kredite an Firmen vergeben haben, die den eigenen Eigentümern nahestehen. Das teilweise auch ohne Sicherheiten.
Der Staatschef Santiago Peña versuchte die Bevölkerung in einer Videobotschaft zu beruhigen. Er forderte den Zentralbankchef Carlos Carvallo zum Rücktritt auf, schreibt AP.
Peña selbst hatte Carvallo, der früher Chef der Ueno gewesen war, vor drei Jahren bei seinem Amtseintritt zum Zentralbankchef ernannt.
Der paraguayische Präsident war zudem bis März 2025 Geschäftspartner der Ueno-Gruppe und hat wiederholt alle Bedenken bezüglich der Digitalbank zurückgewiesen. Die Opposition hat nun Amtsenthebungsverfahren gegen Peña eingeleitet.
(pem)
