Wirtschaft
International

Nach nur drei Wochen – amtierender Chef vom Cambridge Analytica gibt Posten auf

epa06617336 Cambridge Analytica's sign at their offices in London, Britain, 21 March 2018. Britain's Information Commissioner Elizabeth Denham has applied for a warrant to search the offices ...
Bei Cambridge Analytica bleibt in diesen Tagen kein Stein auf dem anderen.Bild: EPA/EPA

Nach nur drei Wochen – amtierender Chef vom Cambridge Analytica gibt Posten auf

11.04.2018, 19:1911.04.2018, 19:19

Der kommissarisch amtierende Chef der umstrittenen Datenanalyse-Firma Cambridge Analytica gibt den Posten nach nur drei Wochen wieder auf. Alexander Tayler werde in seinen vorherigen Job des Daten-Verantwortlichen zurückkehren, wie das Unternehmen am Mittwoch mitteilte.

Cambridge Analytica machte einen Zusammenhang mit dem aktuellen Facebook-Datenskandal deutlich: Tayler werde sich auf diverse technische Untersuchungen und Nachfragen fokussieren. Darüber, wie nun der Chefposten besetzt werde, gab es zunächst keine Angaben.

Cambridge Analytica steht im Mittelpunkt des Datenskandals: Die Firma, die 2016 auch für das Wahlkampfteam von Donald Trump gearbeitet hatte, verschaffte sich Zugang zu Daten von Dutzenden Millionen Facebook-Nutzern.

Ein App-Entwickler hatte Cambridge Analytica vor mehr als vier Jahren Informationen der Teilnehmer einer Umfrage sowie ihrer Facebook-Freunde verkauft. Diese Transaktion sei unrechtmässig gewesen, betont das Online-Netzwerk. Facebook geriet in die Kritik, weil das Online-Netzwerk seit Ende 2015 davon wusste, aber die Nutzer nicht unterrichtete.

Der langjährige Chef von Cambridge Analytica, Alexander Nix, war im März suspendiert worden. Er hatte unter anderem vor versteckter Kamera eines Reporters damit geprahlt, dass Cambridge Analytica auch zu Erpressung greifen würde, um den Ausgang von Wahlen zu beeinflussen. Nix rechtfertigte sich später, er habe bei dem Gespräch nur «mitgespielt». (sda/dpa)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Deutschlands kleiner Boom: Die Prognosen steigen – auch die Schweiz könnte profitieren
Die Bundesrepublik schien der kranke Mann Europas zu sein, nun haben die Institute ihre Prognosen nach oben korrigiert. Manches deutet allerdings darauf hin, dass Optimismus verfrüht sein könnte.
Deutschland als kranker Mann Europas: Der Gedanke ist derart normal geworden, dass gute Nachrichten aufhorchen lassen, selbst wenn sie in besseren Zeiten kaum Aufsehen erregt hätten. Wachstumsraten mit einer Eins vor dem Komma zum Beispiel. Um bis zu 1,3 Prozent könnte das deutsche Bruttoinlandsprodukt (BIP) dieses Jahr zulegen, schätzen Ökonomen; 2027 könnten es immerhin noch 1,1 Prozent sein. Für ein Land, das schlechte Nachrichten mittlerweile stoisch bis resigniert entgegennimmt, ist das bereits ein bemerkenswerter Lichtblick.
Zur Story