US-Börse mit bestem Post-Midterms-Tag seit 44 Jahren
Was in der Nacht der US-Zwischenwahlen zunächst nach einem Sinkflug der Börsen aussah, verkehrte sich schnell ins Gegenteil. Und wie: Am Mittwoch, dem ersten Tag nach den Wahlen, verzeichnete der Dow-Jones-Index, einer der drei wichtigsten Aktienindizes des Landes, ein Plus von über 3 Prozent.
Der Mittwoch war somit der stärkste Tag des Dow Jones seit April 2025. Zudem gab es seit 44 Jahren keine US-Zwischenwahl, in deren Nachgang der Index einen so starken Zuwachs verzeichnete, wie CNN berichtet.
Auch die zwei anderen grossen US-Aktienindizes legten einen starken Tag hin: Der S&P 500 stieg knapp 1,6 Prozent und verzeichnete hinter 2018 den zweitgrössten Tagesgewinn nach Zwischenwahlen seit 1982. Der technologielastige Nasdaq Composite legte um über 1,4 Prozent zu.
SMI mit neuem Höchststand
Die Börsengewinne beschränkten sich am Mittwoch nicht nur auf die USA, besonders in Europa legten sie weiter zu: Der deutsche DAX stieg um 2,2 Prozent, der britische FTSE 100 Index um knapp 1,8 Prozent und der französische CAC 40 um knapp 2 Prozent.
Auch der Schweizer Leitindex SMI fuhr einen starken Tag ein – und erreichte gar einen neuen Rekord: Zum Handelsschluss stieg der SMI um 1,9 Prozent auf 15'022,85 Punkte, mit einem neuen Intraday-Allzeithoch bei 15'044 Zählern. Der breite SPI kletterte um 1,7 Prozent auf 21'158 Punkte.
Im SMI legten zahlreiche Titel um mehr als 3 Prozent zu, wobei der grösste Gewinner Logitech war (+8,7 Prozent), das im Kielwasser von Apple nach oben gespült wurde, dessen Aktien am Mittwoch ebenfalls stark zulegten. Weitere grosse SMI-Gewinner waren Alcon (+5,8 Prozent), UBS (+4,6 Prozent) und Partners Group (+4,2 Prozent).
Am Donnerstag ging es für den SMI bis zum frühen Nachmittag mit einem leichten Plus weiter.
Unsicherheit bei KI-Aktien – Einbrüche in Asien
Einzig in Asien reagierten die Börsen unter dem Strich negativ auf den Ausgang der US-Zwischenwahlen. In Japan verlor der Nikkei-Index knapp 1,8 Prozentpunkte.
In Südkorea schloss der Kospi-Index mit knapp -5,3 Prozent gegenüber dem Vortag ebenfalls deutlich im Minus. Grund dafür dürfte die Technologielastigkeit der dortigen Börsen sein. KI-Titel waren denn auch diejenigen Aktien, die negativ auf den Ausgang der US-Midterms reagierten. So auch in den USA: Während die meisten Aktien am Mittwoch zulegten, gaben die Aktien von Halbleiterherstellern und anderen Unternehmen, die am Ausbau von Rechenzentren beteiligt sind, nach. Der Chiphersteller Nvidia etwa verlor 3 Prozent, während ein börsengehandelter Fonds, der KI-Infrastruktur-Aktien nachbildet, um 9 Prozent nachgab.
In verschiedenen US-Bundesstaaten wurde die zunehmende Verbreitung von KI-Rechenzentren in den Wahlkämpfen zu einem zentralen Thema gemacht. Die Siege der Demokraten in Staaten wie Texas werfen deshalb die Frage auf, ob es weitere Moratorien oder Beschränkungen geben wird, die den Ausbau der Rechenzentren verlangsamen könnten.
(lak)
