Wirtschaft
International

Gegen die Inflation: USA prüfen Abschaffung von Trumps China-Zöllen

USA prüfen Abschaffung von Trumps China-Zöllen, um eigene Inflation zu bekämpfen

22.04.2022, 21:3923.04.2022, 14:33

Zur Bekämpfung der hohen Inflationsrate in den USA prüft die Regierung nach eigenen Angaben auch die Abschaffung der Strafzölle auf Importe aus China. Diese wurden unter dem damaligen Präsidenten Donald Trump eingeführt.

«Das ist etwas, was wir uns angucken», sagte Finanzministerin Janet Yellen am Freitag in einem Gespräch mit dem Sender Bloomberg TV. Die Regierung tue, was in ihrer Macht stehe, um die Teuerungsrate zu senken. Dazu gehöre auch eine «sorgfältige» Überprüfung der Handelsstrategie gegenüber China. Dabei sei es auch angebracht, die Zölle zu überprüfen, weil dies mit Blick auf die Inflation «einige wünschenswerte Effekte» hätte, sagte Yellen.

Trump verhängte 2018 erste Strafzölle auf chinesische Importe und begann damit einen Handelskrieg der zwei weltgrössten Volkswirtschaften. Er wollte das hohe US-Handelsdefizit gegenüber China senken und warf Peking unfaire Handelsmethoden vor. Schon ein Jahr später galten auf fast alle Importe aus China im Wert von damals mehr als 500 Milliarden US-Dollar Strafzölle. Peking reagierte ebenfalls mit neuen Abgaben auf US-Importe.

Viele Experten argumentieren, dass die Zölle von den Exporteuren auf die Preise umgelegt wurden, weswegen viele chinesische Güter für US-Verbraucher teurer wurden. Die Handelsbilanz der beiden wirtschaftlichen Riesen hat sich durch die Strafzölle nur geringfügig verändert: 2020 etwa exportierte China Waren und Dienstleistungen im Wert von 450 Milliarden Dollar in die Vereinigten Staaten, die US-Exporte nach China betrugen rund 165 Milliarden US-Dollar. (sda/dpa)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Welcome to China – das denkt das Internet über China
1 / 46
Welcome to China – das denkt das Internet über China
Wenn schon ein Solarkraftwerk, warum dann nicht auch gleich in Form von Pandas?
quelle: reddit
Auf Facebook teilenAuf X teilen
Gefährliche Szene – Kinder spielen auf Hausdach in Nordchina
Video: watson
Das könnte dich auch noch interessieren:
Du hast uns was zu sagen?
Hast du einen relevanten Input oder hast du einen Fehler entdeckt? Du kannst uns dein Anliegen gerne via Formular übermitteln.
5 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
5
Kanada ist für Trump eine Brücke zu weit
Der Handelsstreit mit dem Nachbarn hat für den US-Präsidenten unerwünschte Nebenwirkungen.
Der Ausdruck «A bridge too far» steht für Angelsachsen für das, was wir unter «Hochmut kommt vor dem Fall» verstehen. Er bezieht sich auf ein historisches Ereignis im Zweiten Weltkrieg. Nach der erfolgreichen Landung in der Normandie wollten die Alliierten möglichst rasch in Deutschland einmarschieren. Im Herbst 1944 schickten sie zu diesem Zweck einen Stosstrupp in die niederländische Stadt Arnheim, um eine strategisch wichtige Brücke über den Rhein zu erobern. Das war die besagte Brücke zu weit. Die Alliierten mussten sich unter hohen Verlusten zurückziehen. 1977 hat der Regisseur Richard Attenborough aus diesem Ereignis einen epischen Kriegsfilm gemacht.
Zur Story