Wirtschaft
International

Macron bezichtigt Australiens Premier der Lüge, der wehrt sich

U-Boot-Ärger: Macron bezichtigt Australiens Premier der Lüge, der wehrt sich

01.11.2021, 12:2001.11.2021, 12:20
French president Emmanuel Macron thanks musicians as Irish Prime Minister Micheal Martin looks on during a walk through Dublin city centre, Ireland, Thursday, Aug. 26, 2021. French President Emmanuel  ...
Not amused: Emmanuel Macron.Bild: keystone

Australiens Premierminister Scott Morrison hat Vorwürfe des französischen Präsidenten Emmanuel Macron wegen eines entgangenen Milliardengeschäfts mit U-Booten fürs australische Militär zurückgewiesen.

Er habe bei dem Thema stets eindeutig kommuniziert, zitierte der australische Sender ABC am Montag den Regierungschef. Macron hatte Morrison zuvor der Lüge bezichtigt. Auf eine Frage, ob er glaube, Morrison habe ihn belogen, sagte der französische Staatschef am Sonntag am Rande des G20-Gipfels in Rom: «Ich glaube es nicht. Ich weiss es.»

Australien, die USA und Grossbritannien hatten Mitte September ohne Absprache mit den Verbündeten ein neues gemeinsames Sicherheitsbündnis im Indopazifik bekannt gegeben. Australien soll in diesem Rahmen Zugang zur US-Technik für Bau und Betrieb von Atom-U-Booten gegeben werden. Ein milliardenschwerer Deal über U-Boote zwischen Frankreich und Australien war dadurch geplatzt. Paris reagierte wütend, die bilateralen Beziehungen Frankreichs zu den Bündnisländern gerieten in eine Krise.

Australiens Vize-Premier Barnaby Joyce empfahl Macron, über den geplatzten U-Boot-Deal hinwegzukommen. «Wir haben keine Insel gestohlen, wir haben den Eiffelturm nicht verunstaltet, es war ein Vertrag.» Man sei aus dem Vertrag ausgestiegen, weil es für das eigene Land am besten gewesen sei. (aeg/sda/dpa)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Das könnte dich auch noch interessieren:
Schulden abbauen: «Da kann sich Frankreich ein Vorbild an der Schweiz nehmen»
Die Ausschreitungen in Frankreich haben für Entsetzen gesorgt. Hinter den politischen und gesellschaftlichen Spannungen steht auch eine schwierige wirtschaftliche Lage. Der Ökonom Dominic Rohner erklärt die Hintergründe.
Am Wochenende kam es in Frankreich zu schweren Ausschreitungen. Die Demonstrationen vom Samstag, die als Protest gegen die hohen Lebenskosten begonnen hatten, mündeten in mehreren Städten des Landes in Gewalt und Plünderungen. Das Bild des brennenden Rathauses von Limoges ist zum Symbol dieses Chaos geworden.
Zur Story