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EZB verschärft Kurs trotz Mini-Inflation vorerst nicht

EZB verschärft Kurs trotz Mini-Inflation vorerst nicht

08.09.2016, 14:0408.09.2016, 14:16

Europas Währungshüter legen vorerst nicht nach – obwohl das viele billige Geld die Teuerung nicht wie gewünscht anschiebt. Das Anleihenkaufprogramm wird entgegen der Erwartung vieler Ökonomen zunächst nicht über März 2017 hinaus verlängert.

Auch an der Zinsschraube drehte der Rat der Europäischen Zentralbank (EZB) bei seiner Sitzung am Donnerstag in Frankfurt nicht. Der Leitzins, zu dem sich Geschäftsbanken frisches Zentralbankgeld besorgen können, bleibt auf dem Rekordtief von null Prozent. Parken Banken überschüssiges Geld bei der EZB, müssen sie dafür weiterhin 0,4 Prozent Strafzinsen zahlen.

Die seit März 2015 laufenden Käufe von Staatsanleihen und anderen Wertpapieren will die EZB zunächst unverändert fortsetzen. 80 Milliarden Euro fliessen derzeit monatlich, insgesamt sollen es 1,74 Billionen Euro werden. Gut eine Billion ist bereits investiert. Seit Juni stehen auch Unternehmensanleihen auf dem Einkaufszettel.

Mini-Inflation dank niedrigem Ölpreis

Das billige Geld soll die Konjunktur ankurbeln und die anhaltend niedrige Inflation wieder in Richtung der EZB-Zielmarke von knapp unter 2,0 Prozent befördern. Denn langfristig niedrige oder gar sinkende Preise gelten als Risiko für die Konjunktur: Unternehmen und Konsumenten könnten Investitionen aufschieben, weil sie erwarten, dass es noch billiger wird.

Im August lag die jährliche Teuerungsrate im Euroraum gerade einmal bei 0,2 Prozent. Daher hatten viele Ökonomen damit gerechnet, dass die Notenbank das Anleihenkaufprogramm nochmals verlängern wird. Allerdings erklärt sich die Mini-Inflation zum Grossteil mit dem niedrigen Ölpreis.

Dazu kommt: Die Wirtschaft verdaute den Brexit-Schock besser als erwartet. Am 23. Juni hatten sich die Briten mehrheitlich dafür ausgesprochen, dass ihr Land die Europäische Union verlässt. Der genaue Austrittsprozess ist noch offen. (whr/sda/dpa)

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