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737-Max-Abstürze: Whistleblower macht Boeing schwere Vorwürfe

A United Airlines Boeing 737 Max airplane takes off in the rain, Wednesday, Dec. 11, 2019, at Renton Municipal Airport in Renton, Wash. After the first crash of a Boeing 737 Max in 2018, federal safet ...
Bild: AP

737-Max-Abstürze: Whistleblower macht Boeing schwere Vorwürfe

12.12.2019, 07:3312.12.2019, 07:33

Der US-Luftfahrtriese Boeing gerät in der Krise um seinen nach zwei verheerenden Abstürzen weltweit mit Startverboten belegten Unglücksjet 737 Max weiter unter Druck. Ein Whistleblower erhob bei einer Kongressanhörung schwere Anschuldigungen gegen den Flugzeugbauer.

«Ich habe eine Fabrik im Chaos erlebt und Monate vor dem ersten Absturz schwerwiegende Bedenken über die Fertigungsqualität an ranghohe Boeing-Führungskräfte durchgegeben», erklärte der frühere Boeing-Manager Ed Pierson in Washington am Mittwoch. Vor dem zweiten Unglück habe er erneut Probleme gemeldet, doch keiner seiner Hinweise habe etwas bewirkt.

Boeing steht im Verdacht, die Unglücksflieger überstürzt auf den Markt gebracht und die Sicherheit vernachlässigt zu haben. Der Konzern streitet dies ab, hat aber Fehler bei der 737 Max zugegeben. Als eine wesentliche Absturzursache gelten Software-Fehler bei einer Steuerungsautomatik, die Boeing per Update beheben will.

Aufsichtsbehörde in der Kritik

Bei der Anhörung vor einem Kongressausschuss ging es auch um die Rolle der US-Luftfahrtaufsicht FAA. Sie steht wegen der Zulassung der 737 Max ebenfalls stark in der Kritik. FAA-Chef Steve Dickson verteidigte die Behörde, räumte aber ein, dass das sehr zögerlich verhängte Flugverbot für die 737 Max aus heutiger Sicht zu spät kam.

Am Morgen hatte Dickson Boeings Hoffnungen auf eine rasche Wiederzulassung des Unglücksfliegers gedämpft. «Wir werden bei dem Prozess alle nötigen Schritte befolgen, wie lange auch immer es dauern wird», sagte der FAA-Chef im Sender CNBC. In diesem Jahr werde es sicherlich keine Betriebserlaubnis für die 737 Max mehr geben.

Bei der Anhörung im Kongress drohte der Behördenleiter Boeing zudem mit Konsequenzen. «Ich behalte mir das Recht vor, weitere Massnahmen zu ergreifen», sagte Dickson. Die FAA kündigte zudem an, dass sie wegen möglicher Produktionsmängel gegen Boeing Ermittlungen betreibe. Bei den beiden Abstürzen waren insgesamt 346 Menschen gestorben. (sda/dpa)

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