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Wenn der Strom von der Strasse kommt – erste Solarstrasse der Welt eingeweiht

epa05685541 French Minister for Ecology, Sustainable Development and Energy Segolene Royal (C) inaugurates a solar panel road in Tourouvre au Perche, northern France, 22 December 2016. The world' ...
Umweltministerin Ségolène Royal eröffnete am Donnerstag den einen Kilometer langen Strassenabschnitt vor der nordfranzösischen Ortschaft Tourouvre.Bild: CHRISTOPHE PETIT TESSON/EPA/KEYSTONE

Wenn der Strom von der Strasse kommt – erste Solarstrasse der Welt eingeweiht

22.12.2016, 15:5122.12.2016, 16:25

In Frankreich ist die erste mit Solarzellen gepflasterte Strasse der Welt eingeweiht worden. Umweltministerin Ségolène Royal eröffnete am Donnerstag den einen Kilometer langen Strassenabschnitt vor der nordfranzösischen Ortschaft Tourouvre.

Es sei möglich, Strassen für Sonnenenergie zu nutzen und damit den zusätzlichen Verbrauch von Flächen einzuschränken, sagte Energie- und Umweltministerin Ségolène Royal am Donnerstag bei der Eröffnung in Tourouvre in der Normandie. Es könnten damit auch Baukosten gespart werden.

An automobile drives on a solar panel road during its inauguration in Tourouvre, Normandy, northwestern France, December 22, 2016. REUTERS/Benoit Tessier
Die Solarpanels sollen ausreichend Strom für die Strassenbeleuchtung einer Gemeinde mit 5000 Einwohnern produzieren.Bild: BENOIT TESSIER/REUTERS

Weitere Projekte geplant

Die Module sind auf einer Länge von rund einem Kilometer und einer Breite von zwei Metern verlegt, teilte das Ministerium mit. Autos können auf dem plastikartigen Belag fahren. Die Solarpanels sollen ausreichend Strom für die Strassenbeleuchtung einer Gemeinde mit 5000 Einwohnern produzieren. Der französische Staat hat das Projekt mit fünf Millionen Euro gefördert.

Laut Royal ist die Solarstrasse, die nunmehr an das Stromnetz angeschlossen ist, ein Prototyp. Weitere Projekte seien in der Bretagne und im Hafen von Marseille geplant.

epa05685508 An man shows a sample of a solar panel which a road is equipped with during the inauguration by French Minister for Ecology, Sustainable Development and Energy Segolene Royal of a photovol ...
Solarstrassen sind deutlich teurer als herkömmliche Solaranlagen.Bild: CHRISTOPHE PETIT TESSON/EPA/KEYSTONE

Lokale Fertigung

Länder mit viel Sonne, vor allem in Afrika, seien an der neuen Technik interessiert, sagte die Ministerin. Frankreich sei bei dieser Nutzung von Sonnenenergie technisch führend, so Royal. Die Strasse in Tourouvre sei eine «weltweite Premiere». Sie wies auf französische Patente und die lokale Fertigung in der Normandie hin.

Solarstrassen gelten als eine künftige Option für den Ausbau erneuerbarer Energien. Das Unternehmen Colas, das die Solarstrasse gebaut hat, rechnet vor, dass Strassen nur 20 Prozent der Zeit befahren werden und die Sonne damit ausreichend lang auf die Panels scheinen kann.

Teurer als herkömmliche Solaranlagen

Solarstrassen sind aber nicht unumstritten: Sie sind deutlich teurer als herkömmliche Solaranlagen. Nach Angaben des französischen Interessenverbandes für Erneuerbare Energien (SER) ist aus Solarstrassen gewonnener Strom derzeit rund 13 Mal teurer als Strom aus herkömmlichen Solaranlagen.

Ausserdem sind die Zellen flach auf dem Boden angebracht und nicht schräg, wie es auf Hausdächern möglich ist. Sie produzieren deswegen weniger Strom. Kritiker bemängeln zudem, in Frankreich gebe es ausreichend freie Flächen auf den Dächern von Häusern, öffentlichen Gebäuden und Industrieanlagen – die teureren Solarstrassen seien deswegen gar nicht nötig. Unter Beweis stellen müssen die Solarpanels ausserdem noch, wie stabil sie im Alltag sind. (whr/sda/afp/dpa)

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