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Anthropic beantragt als erster KI-Entwickler Börsengang in den USA

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Anthropic zählt zu den führenden KI-Anbietern in den USA.Bild: www.imago-images.de

KI-Pionier Anthropic beantragt Börsengang in den USA

26.10.2026, 15:4326.10.2026, 15:43

Das US-Start-up Anthropic wagt als erster Entwickler hoch entwickelter Spitzenmodelle künstlicher Intelligenz den Schritt auf das Börsenparkett. Das Unternehmen reichte einen entsprechenden Antrag bei der US-Börsenaufsicht SEC ein. Anthropic zählt zu den führenden KI-Anbietern in den USA und konkurriert mit seinem KI-Assistenten Claude direkt mit dem ChatGPT-Entwickler OpenAI sowie Branchenschwergewichten wie Google und Microsoft.

Notierung an der Nasdaq geplant

Geplant ist das Börsendebüt an der New Yorker Technologiebörse Nasdaq unter dem Tickersymbol «ANT». Die Antragsunterlagen hatte das Unternehmen bereits im Juni vertraulich eingereicht. Begleitet wird die Emission federführend von den Investmentbanken Goldman Sachs und Morgan Stanley. Neben neuen Aktien aus einer Kapitalerhöhung sollen auch Papiere bestehender Anteilseigner platziert werden. Die genaue Anzahl der Anteile sowie das angestrebte Emissionsvolumen sollen in einem späteren Nachtrag beziffert werden.

FILE - Dario Amodei, CEO & Co-Founder of Anthropic, speaks on a panel at the convening of the International Network of AI Safety Institutes at the Golden Gate Club at the Presidio in San Francisco ...
Der CEO von Anthropic, Dario Amodei.Bild: keystone

Das offizielle Werben um Investoren soll bereits in der Woche vom 9. November beginnen. Aus Branchenkreisen verlautete, dass Anthropic das Volumen des bisherigen Rekordbörsengangs des Raumfahrtkonzerns SpaceX erreichen oder sogar übertreffen wolle.

Rasantes Wachstum bei tiefroten Zahlen

Mit dem Schritt legt das Start-up erstmals detaillierte Kennzahlen offen, die die enormen Kosten im Wettlauf um Spitzenmodelle verdeutlichen. In den ersten sechs Monaten des Jahres 2026 kletterte der Erlös zwar sprunghaft von 1,2 Milliarden Dollar im Vorjahreszeitraum auf 16,3 Milliarden US-Dollar.

Gleichzeitig weitete sich der Nettoverlust jedoch drastisch aus: Stand im Vorjahreszeitraum noch ein Minus von 13 Milliarden Dollar zu Buche, betrug der Fehlbetrag im ersten Halbjahr 2026 rund 80,7 Milliarden Dollar. Das Geschäftsmodell zielt vor allem auf Unternehmenskunden ab.

Kapitalbedarf und wachsende Sicherheitsbedenken

Der Gang an die Börse soll dem Unternehmen die nötige Liquidität sichern, um mit der Konkurrenz Schritt zu halten. Die Entwicklung neuer KI-Generationen verschlingt branchenweit Hunderte Milliarden Dollar für Rechenleistung und Infrastruktur.

Gleichzeitig wächst der Druck auf die Branche: Anthropic und Wettbewerber wie OpenAI sehen sich einer verschärften Debatte über die Sicherheit autonom agierender Systeme gegenüber. Eine Serie von Hackerangriffen durch eigenständig handelnde KI-Agenten hatte zuletzt Bedenken geschürt, die auch das Debüt an den Finanzmärkten belasten könnten. (sda/awp/dpa)

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quelle: keystone / mark schiefelbein
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