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Mit diesen Tipps sparst du bei den Energie- und Krankenkassenkosten

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MoneyTalks

Mit diesen Tipps sparst du bei den Energie- und Krankenkassenkosten

Die Energiepreise und Krankenkassenkosten steigen und der Winter steht vor der Tür. Hier sind praktische Tipps, die dir sofort helfen können, Geld zu sparen.
10.11.2022, 14:30
Olga Miler
Olga Miler
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Ich weiss nicht, wie es euch geht, aber ich habe es nicht so mit dem November. Diese immer früher einsetzende Dunkelheit, richtig Winter zum Skifahren ist es auch noch nicht und die Weihnachtszeit auch noch etwas hin ... Dieses Jahr ein Motivationsversuch mit Heimfitness-Youtubevideos so im Sinne von «Movember», na ja, die Resultate sind bis jetzt eher an den Lachmuskeln meiner Familie, die sich jeden Morgen gut zu amüsieren scheint, als an meiner Taille sichtbar.

Mit den kürzer werdenden Tagen und sinkenden Temperaturen sind sie jetzt also da, die viel diskutierte und teils gefürchtete Herbst- und Winterzeit. Kommt die Energiekrise? Wie wird Europa, die Schweiz und wir alle das schaukeln? Um uns herum ist die Inflationsrate irgendwo bei 10% und z.B. in England ist die «cost of living crisis», die Lebenskostenkrise, bereits seit einiger Zeit traurige Realität.

Gemäss kürzlichen Berichten von Bloomberg hat sich der Anteil der Menschen, welche Schwierigkeiten haben über die Runden zu kommen, im letzten Jahr verdoppelt. Fast die Hälfte der britischen Familien haben weniger als 3.47 Franken (3£) pro Woche übrig und 7 Millionen Familien haben in diesem Jahr auf Dinge wie Heizung, Toilettenartikel oder Duschen aus Kostengründen verzichtet. Ganz so ernst ist es bei uns in der Schweiz nicht, aber auch hier ist die Stimmung verhalten. Gemäss der letzten Umfrage des BFS ist die Konsumentenstimmung um -42 Punkte zurückgegangen.

Diese fünf Kostenfaktoren können dein Budget empfindlich treffen

  • Energiekosten: Gemäss dem ElCom bezahlt ein typischer Haushalt im kommenden Jahr 26.95 Rappen, +27% pro Kilowattstunde. Bei einem typischen Verbrauch von 4‘500 kWh entspricht dies einer Zunahme bei der Stromrechnung von +261 Franken (Medianwert). Schaut man sich den Comparis-Konsumentenpreisindex an, dann sind die Kosten für Heizenergie seit Mai 2020 bereits um +179% gestiegen.
  • Inflation: Mit im September 3,3% ist die Inflation bei uns lange nicht so hoch wie in den Nachbarländern, aber auch wir spüren die Teuerung. Gemäss dem Comparis- Preisindex haben sich zwischen August und September vor allem Damenbekleidung (+6,2%), Kinderbekleidung (+5,5%), Ersatzteile für Personenwagen (+3,5%) und Herrenbekleidung (+3,4%) deutlich verteuert.
  • Krankenkassenprämien: Die mittlere Monatsprämie wird sich um 6,6% verteuern und 334.70 Franken betragen (Medienmitteilung des Bundes).
  • Miet- und Wohnkosten: Die steigenden Energiekosten schlagen sich in den Nebenkosten nieder. Zudem kann es zur allgemeinen Erhöhung der Mietpreise kommen, wenn der Referenzzinssatz 2023 steigen sollte. Gemäss Schätzungen von UBS könnte dies zu einer Erhöhung der Mieten um bis zu 6% führen.
  • Hypothekarzinsen: Gemäss der Zinsprognose der UBS wird eine weitere Anhebung des Leitzinses durch die Nationalbank bereits erwartet. Deshalb sollten Hypothekarzinsen mit mittleren (5 Jahre) Laufzeiten im aktuellen Rahmen belieben, solche mit langen Laufzeiten (10 Jahre) sogar sinken. Wer eine kurzfristige Hypothek z.B. auf den SARON hat, sollte mit Anstiegen rechnen.

Energie- und Krankenkassen Spartipps

Da sich nicht alle Faktoren gleich auf dein Budget auswirken, sondern vor allem die Energiekosten, die Krankenkassenprämien und je nach deinem Ausgabeverhalten die Kosten für Güter des täglichen Bedarfs einen Einfluss haben, hier ein paar praktische Spartipps:

Energiekosten senken:

Es gibt eine ganze Reihe an Massnahmen, hier eine Auswahl geordnet nach Einsparpotenzial (Quelle powernetz.ch, EWZ, Einsparbeträge illustrativ für Zürich):

  • Bis zu 250 Franken pro Jahr und Person: Duschen statt baden und beim Einseifen das Wasser abstellen, soll bis zu 80% an Energie einsparen
  • Bis zu 200 Franken pro Jahr: Stosslüften statt Kippfenster offen lassen
  • Bis zu 115 Franken pro Jahr: ein Grad weniger Heizen, soll ca. 6% Energie einsparen
  • Bis zu 100 Franken pro Jahr: elektrische Geräte im Stand-By-Modus ganz ausschalten und Akkus vom Netz nehmen
  • Bis zu 70 Franken pro Jahr: Wäsche an der Luft trocknen anstatt zu tumblern
  • Ca. 10 Franken pro Brennstelle: LED-Lampen verbrauchen bis zu 80% weniger Strom als normale Glühbirnen
  • In der Küche: Kochen mit Deckel, für Wasserkochen den Wasserkocher nutzen, auf Vorheizen des Backofens verzichten, Kühlschrank ideal bei 7 Grad, beim Gefrierer die Eisschicht vermeiden – eine 5mm Eisschicht scheint schon bis zu 30% mehr Strombedarf zu produzieren und Abwaschen mit dem Sparwaschgang der Spülmaschine soll effizienter sein als von Hand abzuwaschen
  • Wasserverbrauch und Wäsche: Spareinsätze für Hähne sollen den Wasserverbrauch bis um zu 50% reduzieren, Wäsche soll bei 20-30 Grad sauberer werden als beim Waschen mit höheren Temperaturen
  • Bei Anschaffung neuer Geräte auf hohe Energieeffizienz achten, bei gewissen Anbietern kann man sogar Förderbeiträge beim Kauf solcher Geräte bekommen, Beispielliste hier

Krankenkassenprämien optimieren

Niemand liebt sie, diese Anrufe der Call-Center, die einem Optimierungen vorschlagen wollen, und trotzdem, eine Überprüfung lohnt sich. Sparen kannst du z.B. mit:

  • Überprüfen, wo dein Anbieter steht, und allenfalls für die Grundversicherung günstigeren Anbieter wählen, Prämienvergleich z.B. bei Comparis
  • Prüfe, ob du alles, wofür du versichert bist, auch wirklich brauchst, z.B. ist eine Unfallversicherung miteingeschlossen? Wenn du mehr als 8h pro Woche angestellt bist, dann bist du beim Arbeitgeber obligatorisch gegen Unfall versichert und musst nicht noch zusätzlich bei deinem Versicherer versichert sein
  • Alternatives Versicherungsmodell wählen , z.B. Hausarztmodell – zuerst zum Hausarzt (bis zu 15% Rabatt), Telmed – zuerst telefonische Beratung (bis zu 15% Rabatt), Bonus-Versicherung – Prämie wird in jedem Jahr, in dem man keine Leistungen bezieht, reduziert, HMO (Pflegenetz) Modell (bis zu 25% Rabatt) (Sparangaben bonus.ch)
  • Die Franchise anpassen, z.B. höhere Franchise wählen. Hier Achtung, vorher prüfen, ob sich das rechnet, z.B. anhand der Behandlungskosten des letzten Jahres. Zusätzlich zur Franchise kommt auch der Selbstbehalt hinzu. Wenn du mit tiefen Kosten rechnest und gesund bis, kann eine höhere Franchise vorteilhaft sein, da du Prämien sparst.

Kreislaufwirtschaft statt Kauf

Auch bei den Gütern des täglichen Bedarfs kannst du sparen, indem du auf Recycle und Re-use setzt. Da bildet sich gerade ein Trend und gerade bei den steigenden Benzin- und Kleiderkosten kann dies Sinn ergeben. Tipps dazu:

  • Dein Auto im Car-Pool zur Verfügung stellen, Car-Pool oder ÖV nutzen anstatt eigenes Auto, wenn das beruflich und privat möglich ist
  • Sachen, die du nicht häufig brauchst, mieten oder ausleihen, anstatt anzuschaffen – die Bohrmaschine, die du nur 2x pro Jahr brauchst, muss ja nicht den Schrank versperren
  • Unnötigen Kram verkaufen (z.B. Ricardo, Tutti) anstatt dass sie zu Hause Staub fangen
  • Anstatt neue Sachen und Kleider anzuschaffen, auf die Tauschbörse gehen oder eine der vielen Secondhandplattformen nutzen

Das ist nur eine kleine Auswahl, es gibt jede Menge Dinge, die wir tun können, um das Budget vor den steigenden Kosten etwas zu schützen. Welche Sparmassnahmen für Energie und Krankenkasse trefft ihr und welche Tipps habt ihr? 😉

olga miler, frauen und geld, blog, watson
bild: zvg
Olga Miler ...
... war über zehn Jahre in verschiedenen Funktionen bei der UBS tätig, unter anderem hat sie dort das Frauenförderungsprogramm und den UBS Gender ETF aufgebaut. Jüngst gründete sie das Start-up SmartPurse, eine Plattform, auf der sie digitale Kurse und Workshops zum Thema Finanzen für Frauen anbietet. Letztes Jahr schrieb Miler den watson-Blog «Frauen und Geld» und wird uns dieses Jahr mit «MoneyTalks» an ihrer Expertise teilhaben lassen.

Wieso wird der Strom nächstes Jahr so viel teurer?

Video: watson/Dennis Frasch, Emily Engkent

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