Privatjets verursachen laut Oxfam 16 Millionen Tonnen CO2
Privatjets verursachen nach einer Analyse der Organisation Oxfam vergleichsweise viel CO2-Emissionen. Im vergangenen Jahr gingen auf Privatjets weltweit demnach insgesamt 16 Millionen Tonnen Kohlendioxid zurück.
In zwei Sekunden hätten Privatjets mehr CO2 verursacht als ein Mensch aus den ärmsten 50 Prozent der Weltbevölkerung im gesamten Jahr, teilte Oxfam am Dienstag mit.
Nur etwa 250'000 Menschen nutzen laut Oxfam Privatjets, was den reichsten 0,0003 Prozent der Weltbevölkerung entspreche. «Überreiche treiben die Welt in den Klimakollaps», erklärte die Organisation. Eine Minderheit verantworte unter anderem mit ihrem Luxuskonsum unverhältnismässig viele Emissionen. Oxfam fordert eine Besteuerung hoher Vermögen.
Die Organisation führte Deutschland als Beispiel an: An deutschen Flughäfen starteten demnach im vergangenen Jahr über 55'000 Privatjets, die zusammen mehr als 182'000 Tonnen CO2 ausstiessen. Diese Jets hätten in einer halben Stunde mehr Kohlendioxid verursacht als ein deutscher Durchschnittsmensch im gesamten Jahr. Oxfam geht von einem durchschnittlichen jährlichen Pro-Kopf-Ausstoss von 9,9 Tonnen CO2 in Deutschland aus. Die Pro-Kopf-Emissionen von Flügen mit Privatjets und kommerziellen Flügen hat Oxfam nicht verglichen.
Schweiz laut NGO überdurchschnittlich verantwortlich
Die Schweizer Nichtregierungsorganisation Solidar Suisse schrieb in einer Mitteilung zum Oxfam-Bericht, die Schweiz trage überdurchschnittlich stark zur Klimakrise bei. So gebe es in der Schweiz beispielsweise 5,5-mal mehr Abflüge von Privatjets als in Deutschland.
Zudem sei die Schweiz über ihren Finanzplatz und den internationalen Rohstoffhandel eng mit Geschäftsmodellen verbunden, welche die Klimakrise antrieben. «Schweizer Finanzinstitutionen halten oder verwalten Wertschriften von Kohle-, Öl- und Gasunternehmen im Umfang von rund 126,9 Milliarden US-Dollar», schrieb Solidar Suisse gestützt auf eine eigene Analyse in Ergänzung zum Oxfam-Bericht.
Den Bundesrat fordert Solidar Suisse unter anderem auf, sehr hohe Emissionen und besonders klimaschädliche Luxusaktivitäten stärker zu besteuern und wirksam zu reduzieren. Unternehmen und Finanzakteure müssten verpflichtet werden, ihre Emissionen und fossilen Investitionen offenzulegen und verbindlich zu senken. (sda/dpa)
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