Wirtschaft
Schweiz

Die Migros-Tochter Galaxus überholt Zalando als beliebtester Online-Shop

Ein automatisierter Verpackungsroboter verschliesst eine Kundenbestellung in der Verpackungsabteilung des Zentrallagers und Logistikzentrums von Digitec Galaxus, fotografiert am Montag, 16. Juni 2025  ...
Galaxus-Päckli sind gefragt: Die Migros-Tochter ist neu der umsatzstärkste Onlineshop in der Schweiz.Bild: KEYSTONE
Ranking

Zalando entthront: Hier kaufen Schweizer am liebsten im Internet ein

Wer ist der grösste Internetshop im ganzen Land? Eine neue Analyse gibt Einblicke und zeigt grosse Umwälzungen in der Branche auf.
03.07.2026, 21:3508.07.2026, 15:39
Benjamin Weinmann
Benjamin Weinmann

Laut Carpathia-Experten David Morant teilen sich Galaxus und Temu das Gesamtmarktwachstum von 950 Millionen Franken. Offensichtlich ist zudem, dass sich zunehmend das Prinzip «the winner takes it all» durchsetzt. Denn die Top-5-Firmen generieren einen Umsatz von 7.1 Milliarden Franken – und damit die Hälfte des Gesamtumsatzes der Top 50.

Das Beratungsunternehmen Carpathia hat sich das Onlinegeschäft der bekannten Anbieter genauer angesehen und mithilfe der vorliegenden Zahlen sowie mehrheitlich Branchenschätzungen eine neue Hitliste der grössten Internetshops der Schweiz für 2025 erstellt (s. Tabelle unten).

Dabei zeigt sich, dass es in der Schweiz zu einer Wachablösung gekommen ist. Denn laut Carpathia ist das Migros-Onlinewarenhaus Galaxus mit einem Umsatz von 2.3 Milliarden Franken die neue Nummer eins im Land. Dahinter kommt der Platzhirsch des Vorjahres, der deutsche Moderiese Zalando, mit einem Umsatz von 1.82 Milliarden Franken. Im Vorjahr war es noch umgekehrt: Zalando lag damals mit 1.7 Milliarden Franken noch knapp vor Galaxus mit 1.65 Milliarden Franken.

Tägliche Päckli-Flut

Auf Platz drei liegt die Galaxus-Schwester Digitec mit 1.05 Milliarden Franken. Allerdings: Dicht auf den Fersen von Digitec rangiert auf Platz vier die chinesische Billigplattform Temu mit einem Umsatz von 1 Milliarde Franken. Täglich werden Kleinwarensendungen – von Handykabeln über Werkzeuge bis hin zu Spielzeug – in die Schweiz geflogen.

Dass Temu, genauso wie Shein (auf Rang 13 mit 290 Millionen Franken) und andere China-Shops, dabei viele Vorschriften nicht befolgt, die für Schweizer Händler gelten, sorgt für immer stärkeren Gegenwind in der Politik. Hierzulande wurde das aggressive Aktionsmarketing beschränkt, und in Frankreich wurde kürzlich sogar ein Werbeverbot beschlossen. Auch bezüglich der Warensicherheit bestehen grosse Unsicherheiten bei der China-Päckli-Flut.

Weiter geht die EU in ihrem Abwehrkampf gegen die chinesischen Billigplattformen. Seit dem 1. Juli müssen die Konsumenten in den EU-Staaten eine Zollgebühr für Pakete aus dem Nicht-EU-Raum bezahlen. Dabei werden pro Warengruppe in der Sendung pauschal drei Euro verrechnet. Das heisst: Für drei in einem Paket versendete T-Shirts werden drei Euro fällig. Kommt ein Ladekabel dazu, werden weitere drei Euro Zoll fällig, also total sechs Euro.

Auf Platz 5 schafft es der US-Gigant Amazon, der die Schweiz mehrheitlich aus Deutschland bedient. Carpathia spricht in Bezug auf die Jeff-Bezos-Firma von einem «lauen Wachstum seit Jahren», weil der Fokus auf die Schweiz fehle.

Und was macht Coop?

80 Prozent der Top 50 wachsen laut Morant oder halten ihr Niveau zum Vorjahr. Besonders Heimelektronik- und Fashion-Anbieter würden zulegen.

Und was ist mit Coop? Der Migros-Konkurrent kann kein Galaxus-Pendant vorweisen. Entsprechende Pläne sind mehrfach gescheitert trotz Millionen-Investitionen. Der Supermarkt-Onlineshop von Coop liegt auf Platz 8, die Elektronikshops Interdiscount und Fust auf Platz 14 und 24, und die Baumarktkette Jumbo auf Platz 39. Zusammen generieren sie rund 800 Millionen Franken. Zum Vergleich: Zusammen kommen Galaxus, Digitec und der Migros-Onlinesupermarkt auf 3.8 Milliarden Franken Umsatz.

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Migros-Produkte mit Lieferunterbruch
1 / 7
Migros-Produkte mit Lieferunterbruch

Von Kellog's,

quelle: benjamin weinmann
Auf Facebook teilenAuf X teilen
Der Migros geht die Mayonnaise aus
Video: watson
Das könnte dich auch noch interessieren:
Du hast uns was zu sagen?
Hast du einen relevanten Input oder hast du einen Fehler entdeckt? Du kannst uns dein Anliegen gerne via Formular übermitteln.
63 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
Die beliebtesten Kommentare
avatar
Dubox
03.07.2026 22:15registriert Dezember 2015
Führt endlich Portokosten für Sendungen aus China ein. Kann doch nicht sein, dass ich für 0.50 ein einzelnes USB-Kabel aus China bestellen kann. Jemand zahlt da drauf.
15415
Melden
Zum Kommentar
avatar
Holzöpfl
03.07.2026 22:15registriert Oktober 2024
1 Milliarde für Temu-Schrott.. Einfach unfassbar.
11816
Melden
Zum Kommentar
avatar
PatrickMacLaughlin
03.07.2026 22:22registriert Februar 2023
Leute! Zalando ist längst entthront durch Digitec/Galaxus, was wie alle wissen ein Händler ist und nicht zwei. Macht doch aus Nichts keine falschen Schlagzeilen – wenn Ihr sie im Text dann auch noch selber relativiert. Veräppeln tun wir User uns alle lieber selber.
1069
Melden
Zum Kommentar
63
Staatsanwaltschaft beantragt bedingte Geldstrafen im Bondo-Prozess
Neun Jahre nach dem Bergsturz von Bondo beginnt heute Montag der Prozess gegen fünf Personen. Die wichtigsten Fragen und Antworten in der Übersicht.
Am 23. August 2017 kam es am Piz Cengalo zu einem folgenschweren Bergsturz, bei dem drei Millionen Kubikmeter Fels abbrachen. Ein Schuttstrom bahnte sich durch das Val Bondasca bis ins Bündner Dorf Bondo. Das Dorf selbst konnte rechtzeitig evakuiert werden, doch auf einem Wanderweg kamen acht Wanderinnen und Wanderer durch die Felsmassen ums Leben.
Zur Story