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Lindt & Sprüngli kappt Umsatzausblick für 2026 deutlich

Zu heiss für Schoggi: Lindt & Sprüngli kappt Umsatzausblick für 2026 deutlich

Die Hitzewelle in Europa in diesem Sommer hat Lindt & Sprüngli hart getroffen. Die Konsumenten hatten unter der glühenden Sonne keine Lust auf Lindor-Kugeln und Pralinen. Bereits zum zweiten Mal muss der Premium-Schokoladehersteller daher mit seinem Umsatzziel zurückrudern.
29.09.2026, 09:3829.09.2026, 11:15

So wird für das laufende Jahr 2026 nur noch mit einem organischen Umsatzwachstum von 0 bis 2 Prozent gerechnet, wie Lindt am Dienstag mitteilte. Bislang hatte das Unternehmen 4 bis 6 Prozent in Aussicht gestellt. Zum Jahresstart waren sogar noch plus 6 bis 8 Prozent angepeilt worden. Dieses Ziel hatte Lindt allerdings bereits im März kassiert.

Employees of chocolate factory "Lindt & Spruengli AG" in Kilchberg in the canton of Zurich, Switzerland, put together "Pralines du Confiseur" assortments, pictured on March 10, ...
Die Hitze machte auch Lindt & Sprüngli zu schaffen.Bild: KEYSTONE

Hitze und hohe Preise

Neben den deutlichen Preiserhöhungen, die das Unternehmen wegen der gestiegenen Kakaopreisen anordnete, habe sich in Europa insbesondere die extreme Hitze negativ ausgewirkt, hiess es zur Begründung. Besonders in den eigenen Spezialitäten-Geschäften sei die Nachfrage gesunken. «Niemand hatte Lust, bei 37 Grad in ein Geschäft speziell für Schokolade zu gehen», so CEO Adalbert Lechner. In den Supermärkten sei die Entwicklung nicht so deutlich gewesen.

Eine Alternative zu den höheren Preisen habe es allerdings nicht gegeben. «Wir haben versucht, die Preiserhöhungen zu begrenzen, allerdings waren sie durch die Rohstoffpreisentwicklungen nötig», sagte der Firmenchef. Die nach ersten Rückgängen wieder gestiegenen Kakaopreise hätten auch mit den angepassten Preisen ihre Spuren bei der Bruttomarge hinterlassen.

«Ohne die Preiserhöhungen wäre diese Entwicklung jedoch fatal gewesen», so Lechner. Nun soll gleichwohl auch an der Kostenbasis gearbeitet werden. Stellenstreichungen seien dabei aber kein Thema.

Preissenkungen nun möglich

Da sich die Rohstoff-Situation mittlerweile etwas entspannt habe, fasst Lindt ab Januar sogar breitere Preissenkungen ins Auge. Dadurch werde mit besseren Auftragsvolumina für das kommende Oster- und Weihnachtsgeschäft gerechnet.

Erste Senkungen habe es bereits gegeben. «Besonders in der Schweiz und Deutschland haben wir schneller reagiert, da dort eine gewisse Dringlichkeit bestand», so Lechner. Das habe sich auch direkt in höheren Volumen niedergeschlagen. Entsprechend zuversichtlich ist Lindt für die kommenden Monate und 2027.

EBIT- und Mittelfristziele bestätigt

An seinem Ziel, die EBIT-Marge 2026 um 20 bis 40 Basispunkte gegenüber dem Vorjahr zu verbessern, hält Lindt derweil fest. Für 2027 erwartet der Schokoladen-Konzern dann sogar wieder ein positives Volumenwachstum - gestützt auf eine angepasste Preisstrategie, höhere Markeninvestitionen und gesunkene Kakaopreise. Den Finanzausblick für 2027 wird Lindt im ersten Quartal veröffentlichen.

Die mittelfristigen Ziele ab 2028, darunter ein organisches Umsatzwachstum von 6 bis 8 Prozent jährlich, bestätigte das Unternehmen ebenfalls. Die EBIT-Marge soll weiterhin jährlich um 20 bis 40 Basispunkte verbessert werden.

Aktie mit Kurssturz

An der Börse kommt die neuerliche Umsatzwarnung nicht gut an. Im Vormittagshandel sacken die im Midcap-Index SMIM geführten Partizipationsscheine um 6,9 Prozent auf 7960 Franken ab. Damit wurde sogar erstmals seit 2021 die Marke von 8000 Franken unterschritten.

Analysten befürchten mittlerweile einen gewissen Vertrauensverlust. Die Prognosefähigkeit von Lindt werde durchaus angezweifelt. Auch habe das Unternehmen wohl seine Preissetzungsmacht überschätzt, so der Tenor. (dab/awp/sda)

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