Wirtschaft
Schweiz

Geld: Fast jeder zweite Schweizer hat nur geringe Ersparnisse

Eine Person zieht waehrend eines Marktes auf dem Hevetiaplatz in Zuerich Schweizer Banknoten aus ihrem Portemonnaie, fotografiert am Freitag, 16. Februar 2024. (KEYSTONE/Gaetan Bally)
Auch Gutverdienende sollen laut Umfrage nicht immer ausreichend abgesichert sein.Bild: KEYSTONE

Fast jeder zweite Schweizer hat nur geringe finanzielle Reserven

29.10.2026, 01:0029.10.2026, 07:47

Die Schweizer Bevölkerung spart zwar fleissig, doch bei vielen sind die finanziellen Reserven einer Umfrage zufolge begrenzt. Fast die Hälfte könnte bei einem Einkommensausfall ihren bisherigen Lebensstandard höchstens drei Monate aufrechterhalten.

Wie eine am Donnerstag veröffentlichte Studie der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW) zeigt, legen 83 Prozent der Befragten zumindest gelegentlich Geld auf die Seite. 43 Prozent machen das sogar regelmässig.

Dennoch verfügen knapp 15 Prozent über keinerlei finanzielle Reserven. Weitere 30 Prozent könnten damit lediglich ein bis drei Monate überbrücken. Immerhin knapp ein Viertel könnte länger als ein Jahr ohne Einkommen auskommen.

Dabei sind selbst Gutverdienende nicht immer ausreichend abgesichert: Auch unter den Befragten mit einem monatlichen Haushaltseinkommen von mindestens 10'000 Franken verfügt gut jeder Vierte über Reserven für höchstens drei Monate.

«Regelmässiges Sparen bedeutet noch nicht, dass ein Haushalt ausreichend auf einen Einkommensausfall vorbereitet ist», erklärte ZHAW-Expertin Selina Lehner.

Jeder vierte musste Geld leihen

Die finanziellen Engpässe zeigen sich im Alltag: Fast jede vierte befragte Person musste im vergangenen Jahr Geld leihen. 29 Prozent hatten in den letzten fünf Jahren mindestens einmal Schwierigkeiten, ihre Steuerrechnung rechtzeitig zu bezahlen.

Entsprechend liegt die Zufriedenheit mit der eigenen finanziellen Situation bei lediglich 5,6 von 10 Punkten. Die allgemeine Lebenszufriedenheit erreicht dagegen 7,2 Punkte.

Die grösste finanzielle Sorge sind für 22 Prozent der Befragten die steigenden Fixkosten. Dahinter folgen die ungenügende Altersvorsorge (12 Prozent) und die Angst, sich künftige Wünsche nicht erfüllen zu können (11 Prozent).

Für die Studie wurden im Juni 2026 insgesamt 963 Personen im Alter von 18 bis 79 Jahren online befragt. (sda/awp)

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