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Aktionärsdruck auf Verwaltungsräte und Vergütungen nimmt zu

Aktionärsdruck auf Verwaltungsräte und Vergütungen nimmt zu – sagt eine Studie

07.07.2026, 07:0507.07.2026, 07:05

Die Saison der Generalversammlungen von Schweizer Firmen im Jahr 2026 ist oberflächlich betrachtet ruhig verlaufen. Die grossen Revolten blieben aus, die Zustimmungsraten blieben stabil. Hinter den Kulissen hat sich laut einer Studie jedoch der Druck institutioneller Investoren auf Verwaltungsräte und Managements verschärft.

Das zeigt die neue Analyse des Corporate-Governance-Beraters Swipra zu den 100 grössten SPI-Unternehmen. Besonders bemerkenswert: Ohne die Unterstützung von Ankeraktionären wie Familien, Gründern oder staatlichen Investoren wären laut der Studie insgesamt 97 Traktanden gescheitert – fast dreimal so viele wie im Vorjahr mit 37.

Verwaltungsräte und Vergütungen im Fokus

Im Fokus der Kritik stehen dabei zunehmend Verwaltungsratspräsidenten, Vergütungsausschüsse und externe Revisionsstellen. Der Widerstand der Aktionäre werde «gezielter, nicht flächendeckend», heisst es in der Studie. Während der Median der Gegenstimmen bei Verwaltungsratswahlen stabil blieb, erreichten die umstrittensten 10 Prozent der Wahlen im Schnitt 47,1 Prozent Gegenstimmen.

Vor allem die Vergütungspolitik entwickelt sich laut Swipra zum zentralen Konfliktfeld. Die Gegenstimmen bei den umstrittensten Vergütungsabstimmungen stiegen auf durchschnittlich 54 Prozent. Besonders kritisch beurteilen Investoren langfristige aktienbasierte Vergütungsprogramme und deren komplexe Strukturen.

Gleichzeitig verschiebt sich der Fokus der Aktionäre: Während die Transparenz bei Vergütungsberichten inzwischen besser akzeptiert werde, rückten zunehmend die absoluten Vergütungshöhen ins Zentrum der Kritik.

Bei den SMI-Unternehmen stieg die Gesamtvergütung der CEOs im Median um 6,1 Prozent auf 8,2 Millionen Franken. Getrieben wurde der Anstieg vor allem durch höhere langfristige variable Vergütungen.

Fragwürdige Unabhängigkeit der Revisionsstellen

Als neues Eskalationsthema identifiziert die Studie zudem die Unabhängigkeit externer Revisionsstellen. Die Gegenstimmen bei den umstrittensten Revisoren-Wahlen stiegen von 22 auf 41 Prozent. Hintergrund sind teils sehr lange Mandatsdauern: Mehr als ein Fünftel der SPI-Unternehmen arbeitet seit über 20 Jahren mit derselben Revisionsstelle zusammen.

Auch Nachhaltigkeitsthemen sorgen vermehrt für Spannungen. Rund 10 Prozent der Streubesitzaktionäre stimmten gegen Nachhaltigkeitsberichte – doppelt so viele wie vor zwei Jahren. Gleichzeitig gewinnt der neue ISSB-Standard bei der Nachhaltigkeitsberichterstattung an Bedeutung.

Laut Swipra werden Generalversammlungen zudem zunehmend schwieriger prognostizierbar. Grund dafür ist das sogenannte Split Voting: Asset Manager ermöglichen institutionellen Kunden vermehrt eigene Stimmrichtlinien für indirekt gehaltene Beteiligungen. (sda/awp)

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