Wirtschaft
Schweiz

Migros 2023 mit kräftigem Umsatzplus

Fast 6 Prozent mehr: Migros 2023 mit deutlichem Umsatz-Wachstum

Die Migros-Gruppe hat im Jahr 2023 erneut zugelegt. Der Umsatz stieg um 5,9 Prozent auf 31,9 Milliarden Franken, nachdem der «orange Riese» im Jahr zuvor erstmals die Marke von 30 Milliarden geknackt hatte.
16.01.2024, 07:3516.01.2024, 08:24
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The Migros logo on the facade of the building complex "Puls 5", pictured in Zurich, Switzerland, on January 19, 2018. (KEYSTONE/Christian Beutler) 

Das Migros-Logo an der Fassade des Gebaeu ...
Bild: KEYSTONE

Damit ist die Migros näher an Coop herangerückt. Die Basler Detailhandelsgruppe, die im Ausland stärker vertreten ist als die Migros, steigerte im vergangenen Jahr den Umsatz lediglich um 1,4 Prozent 34,7 Milliarden Franken.

Besonders gewachsen sind bei der Migros das Onlinegeschäft und die Gesundheitsdienstleistungen, wie das Unternehmen am Dienstag in einem Communiqué bekannt gab. Dazu trugen auch Übernahmen bei.

Aber auch das Reisegeschäft florierte dank des Nachholbedarfs der Schweizer nach Ferien im Ausland: Der Reiseveranstalter Hotelplan hat seinen Umsatz um fast 21 Prozent auf 1,7 Milliarden Franken erhöht. Hotelplan hat damit den Umsatz des Vor-Coronajahrs 2019 von 1,2 Milliarden Franken deutlich übertroffen.

Mehr Umsatz in den Läden

Den Detailumsatz in der Schweiz steigerte die Migros um 4,1 Prozent auf 24,1 Milliarden Franken, wie es weiter hiess. Insbesondere die Migros-Gastronomie (+10,2 Prozent) legte kräftig zu. Aber auch das Supermarktgeschäft konnte den Umsatz klar um 3,6 Prozent steigern. Dieses will der neue Migros-Chef Mario Irminger deutlich schlagkräftiger machen, nachdem es in den letzten Jahren immer mehr an Schwung verloren hatte.

Dazu wurde eine eigene Supermarkt AG gegründet, um das Geschäft in den Läden mit dem orangen M unter dem Dach des Migros-Genossenschafts-Bundes MGB zu zentralisieren. Damit soll das Supermarkt-Geschäft, das zuvor von den einzelnen Regionalgenossenschaften geführt worden war, effizienter werden. Migros-Chef Irminger freute sich, dass es gelungen sei, «im Supermarkt-Geschäft, also im Herzstück der Migros, deutlich Marktanteile zu gewinnen», wie er im Communiqué erklärte.

Allerdings mahnte er: «Die Herausforderungen bleiben gross. Um unseren Kundinnen und Kunden weiterhin Top-Leistungen bieten zu können, müssen wir unsere Marktposition nachhaltig stärken und die Wirtschaftlichkeit zwingend steigern.» Effizienzgewinne der Organisation würden in günstigere Preise investiert.

Industrie mit Fortschritten

Auch im zweiten Bereich, den Irminger profitabler machen will, der Migros-eigenen Industrie, gelangen Fortschritte. Die steigende Nachfrage im Supermarktgeschäft habe sich positiv auf die Industriebetriebe ausgewirkt, hiess es weiter. Der Umsatz stieg 2023 um 3,9 Prozent auf 6 Milliarden Franken.

Irminger hatte erklärt, die Industrie zu straffen und zu vereinfachen, um sie wieder auf die Erfolgsspur zu führen. Denn die Geschäftszahlen von 2022 waren eine Enttäuschung gewesen: Der Betriebsgewinn der Industrie stürzte auf 9 Millionen Franken ab nach 133 Millionen im Vorjahr. Nun sollen sich die Migros-eigenen Produktionsstätten auf relevante Eigenmarken mit hohem Unterscheidungsgrad und attraktiven Preisen konzentrieren, um ihre Wirtschaftlichkeit zu verbessern.

Onlinewachstum geht weiter

Insgesamt habe die Migros ihre Position als Nummer 1 im Schweizer Detailhandel ausgebaut, erklärte das Unternehmen in dem Communiqué. Das gelte auch für das Online-Geschäft.

Denn der Boom im Onlinehandel fand auch bei der Migros kein Ende. So wuchs der gesamte Online-Umsatz über alle Bereiche der Gruppe hinweg um 10,3 Prozent auf 4,1 Milliarden Franken. Das Onlinewarenhaus Galaxus legte dabei um 11,6 Prozent auf 2,5 Milliarden zu.

Ebenfalls erfolgreich sei auch Denner gewesen. Der Discounter steigerte den Umsatz um 4,0 Prozent auf 3,8 Milliarden Franken. Die Migrolino-Läden kamen indes nicht vom Fleck: Der Umsatz stagnierte hier bei 0,8 Milliarden Franken.

Beim Treibstofflieferanten Migrol sackte der Umsatz gar um 15 Prozent auf 1,5 Milliarden Franken ab. Grund dafür seien tiefere Erdölpreise und ein geringerer Absatz, hiess es.

Kräftige Gesundheitssparte

Das Geschäftsfeld Gesundheit mauserte sich vor allem mit dem Kauf der Online-Apotheke Zur Rose zu einem bedeutenden Wachstumstreiber. Es erfuhr ein massives Wachstum von 74 Prozent auf 1,3 Milliarden Franken. Auch die Fitnessstudios zeigten Muskeln (+22,6 Prozent).

Hartes Brot zu kauen hatten indes die Fachmärkte der Migros, deren Umsatz um 7,7 Prozent auf 1,5 Milliarden tauchte. Bike World, Do it+Garden, Melectronics, SportX, Micasa und OBI bekamen den Erfolg des Onlinehandels zu spüren, schrieb die Migros.

Angaben zum Gewinn macht der «orange Riese» am 26. März an seiner Bilanzmedienkonferenz. Zuvor gibt noch die Migros Bank ihr Jahresergebnis in einer Woche am 23. Januar bekannt. (awp/sda)

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22 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Verbesserer
16.01.2024 08:44registriert Mai 2020
Sind die 6% mehr Umsatz die Preisaufschläge die den Kunden auferlegt werden?
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PeterMüller
16.01.2024 08:44registriert März 2016
Ich finde es etwas vermessen von der Migros, das als Erfolg zu werten. Durch die gestiegenen Preise ist es ja klar, dass der Umsatz steigen muss.
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