USA legen Schweizer Firmen bei Geschäften mit Kuba Steine in den Weg
Nur noch wenige Millionen Franken ergibt der Handel zwischen Kuba und der Schweiz. Die Schweiz exportiert vor allem noch Papier, Karton und Uhren.
Es könnte aber mehr sein, meint Ursin Mirer von der Schweizerisch-Kubanischen Handelskammer. Die Hindernisse seien aber zu gross: «Wenn ein Schweizer Unternehmen mit Kuba Geschäfte macht, können Bankaufträge, Rechnungen oder Garantien von staatlichen Banken ausgestellt werden», erklärt er gegenüber dem SRF. «Aber danach gelingt es dem Unternehmen fast nie, die Zahlungen einzuziehen.» Grund sei dabei auch das staatlich dominierte Wirtschaftssystem Kubas und die durchgehende Knappheit an ausländischen Währungen. Kubanische Händler können so nur sporadisch ihre Schulden bei ausländischen Firmen begleichen.
Ihre Hände im Spiel haben aber auch die USA. Diese haben im vergangenen Jahr ihre Sanktionen gegen Kuba verschärft. Finanzdienstleister in Europa und Lateinamerika wollen deswegen keine Risiken eingehen und den Handel mit Ländern wie Kuba vermeiden.
Einbruch bei Reiseveranstaltern
Auch der Tourismus ist in Kuba eingebrochen. Dies merken die Schweizer Reiseveranstalter. Bei Caribbean Tours, einem in Zürich ansässigen Reiseveranstalter, der auf Kuba-Reisen spezialisiert ist, brach der Umsatz radikal ein: «In den vergangenen Jahren brachten wir jährlich rund 15'000 Touristen nach Kuba. Heute sind es praktisch keine mehr, mit einem entsprechenden vollständigen Einbruch unseres Umsatzes», erzählt der Inhaber Reto Rüfenacht.
Um ihre Partner auf Kuba bezahlen zu können, greift das Unternehmen zu drastischen Mitteln: «Die europäischen Kunden bezahlen uns in der Schweiz in Franken, aber um die Gelder nach Kuba zu bringen, kommt es in dieser Zeit vor, dass ich das Bargeld persönlich im Koffer mitnehme», sagt Rüfenacht. So komme das Geld an der richtigen Stelle an.
Die Sanktionen aus den USA merke das Reiseunternehmen beispielsweise bei Reisepaketen: «Jede unserer Überweisungen wird von den Kontrollsystemen der Banken automatisch mit Kuba in Verbindung gebracht, auch wenn es um völlig andere Reiseziele wie Mexiko oder Belize geht», berichtet Rüfenacht.
(kek)
