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Kühne+Nagel will Nazi-Vergangenheit aufarbeiten

Kühne+Nagel will Nazi-Vergangenheit aufarbeiten

24.09.2026, 13:0824.09.2026, 13:08

Der Logistikkonzern Kühne+Nagel will seine Rolle während der Zeit des Nationalsozialismus aufarbeiten. Das Unternehmen bestätigte am Donnerstag entsprechende Aussagen von Verwaltungsratspräsident Jörg Wolle im Wirtschaftsmagazin «Bilanz».

Kühne+Nagel erzielt im ersten Quartal einen leicht tieferem Reingewinn. (Archiv)
Im Zentrum steht unter anderem die Rolle bei der Enteignung jüdischen Eigentums.Bild: KEYSTONE

«Sicher werden wir uns dieses Themas annehmen müssen. Ich denke, das wäre in Kühnes Sinne», sagte Wolle dem Magazin. Wie die historische Aufarbeitung konkret erfolgen und wann sie beginnen soll, ist noch offen. Der Verwaltungsrat werde sich innert absehbarer Zeit mit dem Thema befassen, teilte ein Firmensprecher der Nachrichtenagentur AWP mit.

Im Zentrum steht unter anderem die Rolle des Unternehmens bei der Enteignung jüdischen Eigentums während der NS-Zeit. Der jüdische Kühne+Nagel-Mitgesellschafter Adolf Maass musste 1933 seine Beteiligung von 45 Prozent an dem Unternehmen aufgeben. Maass wurde später nach Auschwitz deportiert und dort ermordet.

Kühne+Nagel war zudem während der NS-Zeit am Transport von Hausrat beteiligt, der geflohenen und deportierten Juden entzogen worden war. Diese Geschäfte wurden unter der damaligen Unternehmensführung von Alfred Kühne, dem Vater des kürzlich verstorbenen langjährigen Mehrheitsaktionärs Klaus-Michael Kühne, getätigt.

Klaus-Michael Kühne hatte sich zu Lebzeiten gegen eine umfassende historische Aufarbeitung der Unternehmensgeschichte während der NS-Zeit gestellt. Laut «Bilanz» wollte er insbesondere kein Gutachten finanzieren, das die Rolle seines Vaters kritisch beleuchtet hätte. (hkl/sda/awp)

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