Wirtschaft
Schweiz

Swiss-Life fälscht «Jugo»-Namen von Angestellten im Call-Center

Ein Mitarbeiter beraet im Callcenter der Medialine Solutions AG in Duebendorf, Schweiz, Kunden, am 13. November 2006. Die Medialine Solutions AG uebernimmt fuer Firmen das Management der Kundenbetreuu ...
Swisslife verwendet Aliasnamen für Call-Center-Angestellte mit Migrationshintergrund. Bild: KEYSTONE

Tobias statt Zlatko: Swiss-Life fälscht «Jugo»-Namen von Angestellten im Call-Center

Für den Kontakt mit seinen Kunden stattet der Lebensversicherungs-Konzern Swiss Life Angestellte mit Alias-Namen aus. Betroffen sind Mitarbeitende mit Migrationshintergrund, die im Call-Center beschäftigt sind.
25.06.2017, 06:1925.06.2017, 10:45

Um Kunden zu kontaktieren,  stattet der Lebensversicherer Swiss Life Angestellte mit falschen Namen aus. Von 19 Angestellten des Call-Centers benutzen zur Zeit neun einen eingeschweizerten Aliasnamen. Dies zeigen Recherchen der Sonntagszeitung. Der Versicherungskonzern räumte in einer Stellungnahme ein, seit 1996 Falschnamen zu verwenden – auch im schriftlichen Verkehr mit Kunden. 

Die Verwendung von schweizerischen Aliasnamen würden die Chancen auf einen erfolgreichen Abschluss eines Kundengesprächs steigern, argumentiert Swiss Life. Die Mitarbeitenden des Call-Centers würden nicht unter Druck gesetzt, sie könnten «ausschliesslich freiwillig» entscheiden, ob sie mit einem Pseudonym arbeiten wollten.

Scharfe Kritik der Rassismuskommission

Jetzt auf

Die Eidgenössische Kommission gegen Rassismus kritisiert diese Praxis scharf. Sie sei problematisch, bedauerlich und für die betroffenen Mitarbeiter verletzend.

Das kritisierte Telefon-Marketing war diese Woche Thema in der Konzernleitung von Swiss Life. Diese hat beschlossen, daran festzuhalten und auch künftig Kunden unter falschem Namen zu kontaktieren.

Auch andere grosse Telefon-Beratungszentren würde ausländische Mitarbeiter mit Schweizer Namen losschicken, behauptet Swiss Life: «Die Verwendung von Aliasnamen in Callcenter ist seit Jahren eine gängige Praxis.» Dieser Aussage widersprechen mehrere Betreiber von Call-Centern. «Eine solches Vorgehen ist nicht tolerierbar», sagt Dieter Fischer, Präsident des Branchenverbands Callnet, gegenüber der Sonntagszeitung. 

(amü/aargauerzeitung.ch)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Die Migros baut um – der grosse Vergleich mit Coop in 12 Grafiken
Die Migros baut sich so radikal um wie nie. Zeit für den grossen Vergleich mit der ewigen Rivalin Coop. Diese hat in vielen der von uns untersuchten Disziplinen die Nase vorn.
Es ist der grösste Umbau in der Geschichte der Migros: Die zehn regionalen Genossenschaften und der Migros-Genossenschafts-Bund sollen zu einer einzigen Genossenschaft verschmelzen. Das hat die Migros-Spitze diese Woche angekündigt. Schneller entscheiden, weniger Doppelspurigkeiten, mehr Schlagkraft: So lautet das Versprechen. Das letzte Wort haben die rund 2,3 Millionen Genossenschafterinnen und Genossenschafter. Sie stimmen Mitte 2027 ab, und die Hürden sind hoch: In jeder Region braucht es eine Zweidrittelmehrheit.
Zur Story