Wirtschaft
Schweiz

Finma erleidet Niederlage in Enforcement-Verfahren gegen VP Bank

The logo of VP Bank Vaduz, pictured on October 13, 2010, in Zurich, Switzerland. (KEYSTONE/Alessandro Della Bella)

Das Logo der VP Bank Vaduz, aufgenommen am Mittwoch, 13. Oktober 2010 in Zuerich. (K ...
Die VP Bank ist eine international tätige Bank mit Sitz in Liechtenstein.Bild: KEYSTONE

Finma erleidet Niederlage in Enforcement-Verfahren gegen VP Bank

13.07.2026, 13:3413.07.2026, 13:34

Die Finma hat vor Bundesverwaltungsgericht eine Niederlage in einem Enforcement-Verfahren gegen die Schweizer Filiale der VP Bank erlitten. Die Schweizer Finanzmarktaufsicht will den Entscheid an das Bundesgericht weiterziehen.

Das Bundesverwaltungsgericht hat in einem Urteil von Mitte Juni sämtliche aufsichtsrechtlichen Massnahmen einer Enforcement-Verfügung vom Juni 2024 aufgehoben. Über das Urteil hat am Montag zuerst das Finanzportal Finews berichtet.

Das Urteil ist nicht rechtskräftig. Die Finma betont auf Anfrage der Nachrichtenagentur in einem Statement, dass sie fristgerecht Beschwerde beim Bundesgericht einreichen werde. Entsprechend wolle sie das laufende Verfahren «nicht weiter kommentieren».

Keine schwere Verletzung

Im Kern geht es darum, ob die Finma der Bank zu Recht vorgeworfen hat, gegen die Geldwäschereivorschriften verstossen zu haben, und deshalb Gewinne einziehen sowie weitere aufsichtsrechtliche Massnahmen anordnen durfte. Die Finma hatte der Bank «wegen schwerer Verletzung von aufsichtsrechtlichen Bestimmungen» einen Gewinn von 440'117 Franken eingezogen und verschiedene organisatorische Auflagen gemacht.

Im konkreten Fall handelt es sich um Geschäftsbeziehungen zu russischen Kunden und Firmen und den Export von sogenannten Dual-Use-Gütern – also Gütern, die sowohl zivil als auch militärisch genutzt werden können.

Gemäss dem Urteil hat die Finma die Anforderungen an die Bank in diesem Fall zu tief angesetzt. Besonders sei der Bank keine schwere Verletzung des Aufsichtsrechts vorzuwerfen. So sei etwa nicht jede Unvollständigkeit bei der Dokumentation automatisch eine schwere Verletzung. Interne Weisungen einer Bank seien ausserdem keine gesetzlichen Vorschriften. Dass eine Bank ihre eigenen Richtlinien verletze, genüge für eine Gewinneinziehung nicht.

Im Urteil ist auch von einem sogenannten «Rückschaufehler» der Finma die Rede. Dabei handelt es sich um eine kognitive Verzerrung respektive um eine Tendenz, im Nachhinein zu glauben, dass man ein Ereignis hätte vorhersehen können oder müssen. Weiter hat das Gericht die Verjährungsfristen zugunsten der Bank ausgelegt. (sda/awp)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
23 Firmen-Logos, aber in ehrlich
1 / 25
23 Firmen-Logos, aber in ehrlich
Auf Facebook teilenAuf X teilen
Tierischer Banküberfall – Rehbock löst in USA Polizeieinsatz aus
Video: watson
Das könnte dich auch noch interessieren:
Du hast uns was zu sagen?
Hast du einen relevanten Input oder hast du einen Fehler entdeckt? Du kannst uns dein Anliegen gerne via Formular übermitteln.
0 Kommentare
Dein Kommentar
YouTube Link
0 / 600
Hier gehts zu den Kommentarregeln.
Ist Mississippi wirklich reicher als Frankreich?
Nach Ansicht vieler Ökonomen haben die USA Europa wirtschaftlich weit abgehängt.
Im Jahr 2014 betrug das durchschnittliche Pro-Kopf-Einkommen pro Jahr in Frankreich 37'024 Dollar, im amerikanischen Bundesstaat Mississippi 36'184 Dollar. Zehn Jahre später hingegen hat der durchschnittliche Franzose 46'103 Dollar pro Jahr verdient, sein Gegenüber in Mississippi hingegen 55'876 Dollar.
Zur Story