Wirtschaft
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Bild: Shutterstock

Tag des Bieres

Und es gibt sie doch, die Schweizer-Bier-Fans ausserhalb der Schweiz – und zwar auf der ganzen Welt

Beim Thema Schweizer Exportprodukte steht das Bier nicht gerade an erster Stelle. Nichtsdestotrotz wurden im vergangenen Jahr 53'100 Hektoliter des Schweizer Gebräus exportiert. Eine Marke schafft es bis ans andere Ende der Welt.



Am 25. April wird der diesjährige Tag des Schweizer Bieres gefeiert. Doch ist das wirklich ein Grund zum Feiern? Nur schon innerhalb der Schweiz geniessen die einheimischen Produkte aus dieser Sparte keinen sonderlich guten Ruf. Beginnen wir jedoch mit den erfreulichen Nachrichten: Positiv zu bemerken ist in jedem Fall die Tatsache, dass die Schweizer Bierkultur vor einigen Jahren eine Art Wiedergeburt erlebt hat und seitdem wächst und wächst.

Existierten aufgrund des Bierkartells im Jahr 1990 gerade mal noch 32 Brauereien schweizweit, so ist die Zahl seit Aufhebung des Kartells stetig angestiegen. Ende 2013 gab es hierzulande laut der Eidgenössischen Zollverwaltung (EZV) 409 Brauereien – was 24 mehr entspricht als noch im Jahr zuvor.

Dass immer mehr Brauunternehmen aus dem Boden schiessen, ist aber nicht unbedingt ein Beweis dafür, dass das Schweizer Bier sonderlich beliebt ist: Der Pro-Kopf-Konsum hat sich seit 2007 bei etwa 57 Litern eingependelt, im Jahr 1990 waren es noch 71 Liter. Obwohl also mehr Brauereien entstehen, bleibt der Konsum der Schweizer etwa gleich hoch.

Schweizer konsumieren mehr Bier aus dem Ausland

Ein weiterer Aspekt, der gegen einen Erfolg des Schweizer Bieres spricht, ist die Tatsache, dass die Importmengen immer grösser werden. Bei etwa gleich bleibendem Pro-Kopf-Konsum steigt also die Menge ausländischer Produkte. Im Umkehrschluss bedeutet dies, dass der Inlandausstoss sinkt. Das wiederum heisst, dass mehr Schweizer Brauereien insgesamt weniger Bier verkaufen. Diese Entwicklungen zeigen die Zahlen des Schweizer Brauerei-Verbandes (SBV).

Im Jahr 2013 stammten entsprechend nur noch 73 Prozent des hierzulande insgesamt konsumierten Bieres aus der Schweiz, die restlichen 27 Prozent – und damit mehr als ein Viertel – waren ausländische Produkte. Auf der anderen Seite stehen Exportzahlen, die in den letzten Jahren ebenfalls stetig angestiegen sind. Zwar bewegen wir uns da mengentechnisch auf einem deutlich niedrigeren Niveau – dennoch gibt es Biersorten, die auch weit ausserhalb der Schweiz getrunken werden.

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Feldschlösschen schafft es ins nahegelegene Ausland

Im Jahr 2013 exportierte die Schweiz 53'000 Hektoliter Bier ins Ausland. Marcel Kreber, Direktor des SBVs, sieht hier kein grosses Potenzial: «Die Mengen, die wir ins Ausland exportieren, sind marginal. Das ist aber auch überhaupt nicht das Ziel, es ist mehr ein ‹nice-to-have›.» Doch welche Sorten schaffen es, die Schweiz zu verlassen und bis wohin setzen sie sich durch? 

«Das ist vielleicht mal ein Getränkemarkt im süddeutschen Raum, der unsere Produkte bestellt.»

Gabriela Gerber, Mediensprecherin Feldschlösschen Getränke AG

Eine knappe Hälfte der exportierten 53'100 hl geht auf das Konto der Feldschlösschen Getränke AG. Doch auch bei dem Schweizer Marktführer (Marktanteil: rund 43 Prozent) legt man auf das Exportgeschäft kein besonders grosses Augenmerk: «Feldschlösschen produziert über 40 verschiedene Sorten Bier, unser Fokus liegt aber klar auf dem Schweizer Markt. Die Exportmenge ist verschwindend klein. Das ist vielleicht mal der ein oder andere Getränkemarkt im süddeutschen Raum, der unsere Produkte bestellt», erklärt Mediensprecherin Gabriela Gerber.

Appenzeller Bier in Kanada und Japan

Auch bei Heineken, dem zweitgrössten Player auf dem Schweizer Biermarkt, konzentriert man sich auf den hiesigen Markt. Zahlen bezüglich des Exports werden nicht kommuniziert. Zwei überregionale Anbieter mit Marktanteilen von 3 beziehungsweise 3,75 Prozent sind die Locher AG und die Brauerei Schützengarten AG. Die Produkte dieser beiden Unternehmen schaffen es deutlich weiter.

«Die Brauerei Schützengarten exportiert Bier zur Schweizer Garde in den Vatikan.»

Dr. Martin Ketterer, Technischer Direktor Brauerei Schützengarten AG

«Die Brauerei Schützengarten exportiert Bier nach Deutschland, Südamerika und zur Schweizer Garde in den Vatikan. Der Anteil an unserem Gesamt-Ausstoss von 172'000 hl im vergangenen Geschäftsjahr liegt jedoch unter einem Prozent», sagt der technische Direktor Dr. Martin Ketterer gegenüber watson. Exportiert würden hauptsächlich Spezialbiere wie das St. Galler Klosterbräu.

Für Marcel Kreber vom Schweizer Brauerei-Verband stellt die Locher AG eine Ausnahme dar: «Soweit ich weiss, bekommt die Brauerei häufiger Anfragen von weit her.» Und genau so ist es. Circa 4500 hl Appenzeller Bier, wozu beispielsweise auch Quöllfrisch gehört, wurden im vergangenen Jahr ausserhalb der Schweiz konsumiert. «Die Exportländer sind Deutschland, England, Italien, Dänemark, Russland, Kanada, Taiwan, Japan, USA und Singapur», berichtet Karl Locher, Leiter Technik bei der Locher AG.

Na dann, prost! Einen schönen Tag des Bieres wünscht Ihnen watson!

Video: watson

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