Wirtschaft
Schweiz

So steht es um die Wohnungsnot in der Schweiz

Badenerstrasse street, Schlieren, Switzerland, pictured on April 4, 2013. Agglomerations shape the Swiss landscape. It is a conglomerate coexistence of big and small, old and new, esthetic and functio ...
Verdichtetes Bauen erhält in der Studie die wenigste Zustimmung für eine Lösung. Bild: KEYSTONE

Schweizer leiden unter Wohnungsnot – aber wollen keine Neubauten

59 Prozent der Bevölkerung nehmen in ihrer Region Wohnungsnot wahr – doch gleichzeitig werden bauliche Massnahmen zur Schaffung von mehr Wohnraum abgelehnt. Das sind die Gründe.
27.01.2026, 07:5927.01.2026, 08:13

Noch mehr Gebäude, um die Wohnungsnot zu bekämpfen, das will eine Mehrheit der Schweizerinnen und Schweizer nicht. Zu diesem Schluss kommt eine repräsentative Comparis-Umfrage. Besonders Frauen sagen klar Nein zu höheren Gebäuden, dichterem Bauen und neuen Bauzonen.

«Die Schweiz steckt im Dilemma: Die Wohnungsnot wird breit empfunden. Aber politisch und gesellschaftlich werden realistische Lösungen blockiert», sagt Comparis-Immobilienexperte Harry Büsser. Allerdings haben sich die Werte seit der letzten Umfrage ein halbes Jahr zuvor leicht entspannt.

Die Umfrage wurde im November 2025 unter 1039 Erwachsenen aus allen Regionen der Schweiz durchgeführt. 50 Prozent der Umfrageteilnehmenden lehnten den Bau von höheren Gebäuden in ihrer Gemeinde (mehr als sechs Stockwerke) ab. Nur 45 Prozent waren dafür, dass so mehr Wohnraum geschaffen wird. Die gleiche Frage stellte das Unternehmen schon ein halbes Jahr früher. Damals wurde die Wohnungsnot insgesamt als akuter beurteilt:

Neue Bauzonen nicht erwünscht

72 Prozent der Befragten sind gegen eine dichtere Bebauung mit weniger Grünflächen und kleineren Abständen (April 2025: 71 Prozent). Neue Bauzonen auf Kosten von Landwirtschafts- oder Grünflächen wurden von zwei Dritteln der Befragten abgelehnt. Und höhere Gebäude sind für 45 Prozent eine Lösung (April 2025: 49 Prozent).

Die Umfrage zeige, dass die Schweiz zwar mehr Wohnraum brauche, aber nicht wisse, woher dieser kommen solle, stellte Comparis-Immobilienexperte Harry Büsser in der Medienmitteilung fest. Die Forderung nach mehr Wohnraum und das gleichzeitige Verhindern von baulichen Veränderungen sei ein Widerspruch.

Junge spüren den Wohnungsmangel mehr

Am stärksten spüren laut der Umfrage den Wohnungsmangel die jungen Menschen im Alter von 18 bis 35 Jahren (65 Prozent) und die städtische Bevölkerung (66 Prozent). Diese beiden Gruppen waren denn auch in der Umfrage am ehesten für bauliche Massnahmen zur Lösung der Wohnungsnot zu gewinnen.

52 Prozent der jungen Befragten wären bereit, höher zu bauen (mehr als sechs Stockwerke), und 54 Prozent der Städter. In der Agglomeration sagten jedoch nur 39 Prozent der Befragten Ja zu höheren Gebäuden. (fox/sda)

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