Kein Ausweg im Ausland: Bund rechnet UBS-Umzug durch
Nach dem Fall der Credit Suisse will der Bund, dass die UBS ein grösseres Sicherheitspolster aus eigenem Geld hält: rund 18 Milliarden Dollar mehr. Die Bank wehrt sich und schliesst einen Wegzug nicht aus.
Das Eidgenössische Finanzdepartement (EFD) hat deshalb in einer Analyse, die das Nachrichtenportal Reuters einsehen konnte, zwei Szenarien durchgespielt: Wegzug in die USA oder nach Grossbritannien. Und hat daraus folgende Schlüsse gezogen:
- In den USA müsste die UBS ihren Konzern umbauen, und strenge US-Regeln würden verlangen, dass sie ihre Tochterfirmen weitgehend mit eigenem statt geliehenem Geld ausstattet. Damit wäre sie fast gleich weit wie in der Schweiz.
- In London müsste sie für ihre Auslandstöchter zwar etwas weniger Kapital zurücklegen, doch dort würde das Schweizer Geschäft selbst zur Auslandstochter und bräuchte zusätzliches Kapital.
Was die Bank auf der einen Seite spart, müsste sie also auf der anderen wieder ausgeben.
Nichtsdestotrotz steht für die Schweiz einiges auf dem Spiel. Die UBS ist die letzte global tätige Bank des Landes und zahlte 2025 rund eine Milliarde Schweizer Franken Steuern. Banken sind die mit Abstand grössten Unternehmenssteuerzahler in Zürich. Der Schweizerische Bankpersonalverband (SBPV) warnt, dass bei einem Wegzug bis zu 12'000 der rund 34'000 UBS-Stellen in der Schweiz verloren gehen könnten.
Politisch ist noch nichts entschieden. Der Bundesrat will, dass die UBS ihre Auslandstöchter zu 100 Prozent mit eigenem Geld absichert. Der Ständerat hat diesen Wert auf 90 Prozent gesenkt, beides liegt aber deutlich über den heutigen Anforderungen. Nun berät eine Kommission des Nationalrats und hat beim Bundesrat Klärungen verlangt. Die Beratungen gehen im November weiter, im Dezember könnte der Nationalrat darüber abstimmen. (val)
