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#paradisepapers: Wie Glencore Kongos Regierung in 17 Tagen in die Knie zwang

#ParadisePapers: Wie Glencore Kongos Regierung in 17 Tagen in die Knie zwang

Der Schweizer Rohstoffriese setzte auf einen umstrittenen Geschäftsmann, um den Preis für Schürfrechte im Kongo zu drücken. 
06.11.2017, 04:3206.11.2017, 10:00

Kupfer und Kobalt aus dem Kongo stecken in Millionen Smartphones. Die Metalle gelten als Grundlage der anstehenden Elektromobil-Revolution. Hat der Schweizer Rohstoffriese Glencore seine Schürfrechte im Kongo nur dank indirekter Bestechung verlängern können? 

2008 hatte der kongolesische Staat  beschlossen, alle Verträge mit privaten Minenunternehmen neu zu verhandeln, auch jene mit der künftigen Glencore-Miene von Katanga. Die Firma aus Zug hatte bereits über 150 Millionen in die Mine investiert. Sollten diese Verhandlungen scheitern, wäre das ganze Engagement auf dem Spiel gestanden. 

ZUR MELDUNG, DASS DER SCHWEIZER ROHSTOFFHAENDLER GLENCORE IM VERGANGENEN JAHR EINEN VERLUST VON KNAPP 5 MILLIARDEN FRANKEN HINNEHMEN MUSS, STELLEN WIR IHNEN AM DIENSTAG 1. MAERZ 2016 FOLGENDES ARCHIVB ...
Der Rohstoff-Riese Glencore mit Hauptsitz in Zug ist in der Kritik. Bild: KEYSTONE

Wie der Tages-Anzeiger berichtet, setzte daraufhin Glencore den umstrittenen isrealischen Geschäftsmann Dan Gertler darauf an, beim kongolesischen Staat zu intervenieren. 

17 Tage später waren die Forderungen vom Tisch. Der Glencore-Verwaltungsrat drückte Gertler seine «Dankbarkeit» aus.

Kongo Karte Glencore
Die Katanga-Minen (unten rechts).

Geschicktes Lobbying oder Bestechung?

Damals war der zweitmächtigste Mann vom Kongo, Katumba Mwanke, für die Schürfrechte verantwortlich. Katumba selbst schwärmte in seinen Memoiren von der «niemals endenden Grosszügigkeit» Gertlers, den er seinen «Zwillingsbruder» nennt. «Er hat eine Jacht gemietet, eine riesige Jacht, super», schreibt der Politiker über eine Einladung nach Israel. 

21.01.2011, Lubumbashi, Provinz Katanga
Am Rande der Abraumhalde (franz. terril) der ehemaligen staatlichen Minengesellschaft GŽcamines graben junge MŠnner illegal nach Erzen. Da sich die technologisc ...
Eine Mine im Kongo.

Wie der «Tages-Anzeiger» weiter schreibt, bekannte sich letztes Jahr die Tochterfirma eines US-Hedgefonds in einem Deal mit der Staatsanwaltschaft schuldig der Korruption. In einer Vereinbarung stehe, dieser Katumba Mwanke habe Minen-Anteile im Kongo an einen «israelischen Geschäftsmann» verschoben. Dieser Israeli habe den Politiker über Jahre massiv bestochen, 22 Millionen Dollar seien geflossen.

Gertler weist auf Anfrage des «Tages-Anzeigers» jede Beschuldigung vehement zurück, jemals bestochen oder sonst wie illegal gehandelt zu haben. Er könne nicht bestätigen, dass er dieser Geschäftsmann sei, dementieren will er es aber auch nicht. (amü)

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