Wirtschaft
Schweiz

Soba Maren: Japanische Ramen-Kette eröffnet Standorte in der Schweiz

Japan-Hype in der Schweiz: Diese Ramen-Kette will 30 Filialen eröffnen

Die japanische Küche liegt im Trend. Schweizer Gastronomen erhalten zusehends Konkurrenz von Ketten aus dem Mutterland von Ramen, Sushi und Co.
19.03.2026, 15:4419.03.2026, 15:44

Der Schweizer Spitzenkoch Nenad Mlinarevic servierte in seinen Restaurants bisher italienisches Essen, bürgerliche Küche oder vegane Spezialitäten. Dass er in seinem neuesten Lokal in Zürich nun Ramen auftischt, ist kein Zufall. Die japanische Küche gehört zu den grossen hiesigen Gastronomie-Trends. Während Sushi bereits in den Neunziger Jahren seinen Siegeszug antrat, hielten in den vergangenen Jahren auch die Ramen-Nudelsuppen oder japanische Spiesschen (Yakitori) Einzug.

Mehrere Ramen-Restaurants haben in den vergangenen Monaten in Städten wie Basel, Bern, St.Gallen und Zürich ihren Betrieb aufgenommen. Seit der Corona-Pandemie habe der Boom noch zugenommen, sagt Lorenz Muster, der mehrere japanische Restaurants in der Schweiz betreibt, kürzlich zum Fachmagazin «Gault Millau».

Ramen oder asiatischen Stil Nudelsuppe mit Rindfleisch, Ei und gr�nen Zwiebeln in der Sch�ssel auf hellbeige Hintergrund Bowl filled with ramen noodles, tender sliced beef, boiled egg and fresh green  ...
Ramen erlebt in der Schweiz einen Boom.Bild: www.imago-images.de

Von diesem Trend und der kaufkräftigen Kundschaft hierzulande wollen auch Betreiber aus Japan profitieren. Die japanische Kette Machida Shoten, die Dutzende Restaurants in Japan, aber auch in Ländern wie Vietnam, China und Kanada betreibt, hat im Herbst 2025 in Zürich ihre erste europäische Niederlassung eröffnet. Der Erfolg ist durchschlagend: Auch Monate nach der Eröffnung bilden sich oft lange Schlangen vor dem Lokal.

Schweiz als Sprungbrett

Die ungleich kleinere japanische Kette Soba Maren mit derzeit drei Standorten will nun ebenfalls vom Schweizer Hunger auf das fernöstliche Essen profitieren. Der Anbieter setzt vor allem auf Mazesoba-Gerichte, also solche ohne Brühe.

In der Schweiz plant er die grosse Expansion. Ein bekannter Immobilienberater sucht in seinem Auftrag nach mehreren Flächen. Priorität hätten «zentrale Quartiere, Bahnhöfe und Flughäfen», heisst es in einer Ausschreibung. Gegenüber CH Media sagt Yutaka Gondo, der Gründer und Chef von Soba Maren, er wolle in der Schweiz nach und nach wachsen. Mit der Zeit seien 20 bis 30 Standorte denkbar.

Soba Maren japanisch Ramen
Das Restaurant von Soba Maren in Tokio.Bild: Instagram/soba_maren

Eine erste Eröffnung ist für dieses Jahr in Zürich geplant, danach soll eine in Genf folgen. Er sehe die Schweiz als «strategisches Tor zu Europa». Das internationale Geschäftsumfeld und die «ausgeprägte kulinarische Kultur» machten das Land zu einem idealen Standort, um das Konzept auf dem europäischen Markt einzuführen. Gleichzeitig seien hiesige Konsumentinnen und Konsumenten sehr gut informiert und weltoffen. Japanische Gerichte wie Ramen und Sushi seien bereits vielen bekannt. Er sei überzeugt, dass sein Konzept «grossen Anklang» finden werde.

Gastronomiebetrieben, die auf japanische Küche setzen, dürfte auch helfen, dass immer mehr Menschen aus der Schweiz das asiatische Land bereisen und dort mit ihr in Berührung kommen. Japan ist seit einigen Jahren eine Trenddestination, die Zahl der Buchungen nimmt stetig zu. Zwischen 2004 und 2024 hat sich die Zahl der ausländischen Gäste in Japan fast verdreifacht.

Die grössten Anbieter von japanischer Küche sind hierzulande die Familie Wiesner Gastronomie mit ihren 11 Restaurants des Asien-Konzepts Nooch und 14 Sushi-Restaurants der Marke Negishi sowie die Coop-Tochter Two Spice, die unter anderem landesweit 12 Restaurants ihres Sushi-Konzepts Yooji's betreibt. (aargauerzeitung.ch)

Das könnte dich auch interessieren:

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
16 spezielle Sushi-Kreationen, die du lieben wirst
1 / 18
16 spezielle Sushi-Kreationen, die du lieben wirst
bild: imgur
Auf Facebook teilenAuf X teilen
Das japanische Affenbaby Punch erobert Social Media im Sturm – hier siehst du, warum
Video: watson
Das könnte dich auch noch interessieren:
Du hast uns was zu sagen?
Hast du einen relevanten Input oder hast du einen Fehler entdeckt? Du kannst uns dein Anliegen gerne via Formular übermitteln.
32 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
Die beliebtesten Kommentare
avatar
LiquidIce
19.03.2026 17:20registriert Juli 2018
Muss sagen, das Ramen bei Machida-Shoten kam schon am nächsten ans authentische Ramen in Japan. Aber der Preisdifferenz liegt ohne zu übertreiben etwa bei 9-10 fachen. Ein einfaches, billiges Genussmittel in Japan wird in der Schweiz zum teuren Luxusgut. Freue mich natürlich trotzdem auf Soba Maren, falls das mit dem Standort klappt.
280
Melden
Zum Kommentar
avatar
Takasu
19.03.2026 18:10registriert Mai 2024
Ja endlich. Ich habe mich schon gefragt wie lange es gehen wird bis japanische Ketten nach Europa kommen. Immer mehr Menschen kommen auf den Geschmack der japanischen Küche hier.

Der kulinarischen Vielfalt in der Schweiz wird es gut tun und mein Magen freut sich auf leckeres japanisches Essen.
232
Melden
Zum Kommentar
avatar
Cyberpunk
19.03.2026 18:26registriert Dezember 2014
Yooji’s (Two Spice)? Nein danke. Die verheizen ihre Sushi Chefs - miese Dienstpläne, schlechte Löhne, und der Umgang mit dem Personal ist schlicht unter aller Sau. Wer gut essen will, sollte sich überlegen, wessen Leid er finanziert.

Negishi (Familie Wiesner Gastronomie) zeigt, dass es auch anders geht - bessere Arbeitsbedingungen, höhere Mitarbeiterzufriedenheit. Merkt man.

Und dass Machida Shoten aus Japan jetzt auch hier Fuss fasst? Gerne. Vielleicht wacht die einheimische Konkurrenz dann endlich auf.
214
Melden
Zum Kommentar
32
«Fuck Nyepi»-Post auf Instagram: Schweizer Tourist auf Bali festgenommen
Ein Schweizer Tourist ist auf der indonesischen Ferieninsel Bali wegen Verunglimpfung eines religiösen Festes festgenommen worden. Laut der Polizei wird dem Mann vorgeworfen, das Nyepi-Neujahrsfest auf Instagram herabgewürdigt zu haben.
Zur Story