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Infomaniak ist an der Börse – und setzt voll auf digitale Souveränität

IMAGE DISTRIBUTED FOR INFOMANIAK FOR EDITORIAL USE ONLY - Geschaeftsleitung von Infomaniak https://www.infomaniak.com/gtl/about.governance // Weiterer Text ueber ots und http://presseportal.ch/de/pm/1 ...
Die Infomaniak-Geschäftsleitung, mit Firmengründer Boris Siegenthaler (im grünen T-Shirt).Bild: keystone

Infomaniak ist jetzt an der Börse – und setzt voll auf digitale Souveränität

Die ehemals kleine Genfer IT-Firma hat sich zu einem wichtigen Akteur der europäischen digitalen Infrastruktur entwickelt. Ab dem heutigen Donnerstag wird Infomaniak an der Schweizer Börse SIX gehandelt.
01.10.2026, 10:4601.10.2026, 14:02

Die Schweizer Börse hat einen neuen Teilnehmer. Seit Donnerstagmorgen werden die Titel des Genfer IT-Dienstleisters Infomaniak gehandelt. Der erste Kurs für den Börsenneuling lag am Donnerstagmorgen bei 56 Franken.

Das vor über 30 Jahren gegründete Unternehmen will laut ihren Angaben eine «nachhaltige und souveräne» europäische Cloud schaffen und sich damit als Antwort auf die US-Cloud positionieren.

Wie fing es an?

Das 1994 von Boris Siegenthaler gegründete Unternehmen war zunächst in den Bereichen IT und Internetzugang tätig, bevor es sich Ende der 1990er-Jahre auf das Hosting von Websites spezialisierte. Später kamen Domainnamen, Streaming, Cloud-Dienste und Anwendungen für die Zusammenarbeit hinzu. Heute bietet Infomaniak unter anderem Lösungen für Websites, E-Mails, Datenspeicherung und die Online-Veröffentlichung von Inhalten an.

Rechenzentrum der Schweizer Firma Infomaniak, die grossen Wert auf digitale Souveränität legt.
Blick in ein Infomaniak-Rechenzentrum in Genf.Bild: Infomaniak

Was sind die Stärken des Unternehmens?

Mit Standorten unter anderem in Genf und Zürich setzt Infomaniak darauf, seine Infrastruktur selbst zu betreiben. Server, Software und Rechenzentren werden von der Gruppe verwaltet. Besonderen Wert legt sie dabei auf die Speicherung der Daten in der Schweiz und deren Schutz.

Diese Strategie schlägt sich auch in den Zahlen nieder. 2025 steigerte Infomaniak den Umsatz um 12 Prozent auf 56 Millionen Franken. Für 2026 stellte Gründer Siegenthaler kürzlich gegenüber der Nachrichtenagentur AWP ein Umsatzwachstum von 15 bis 20 Prozent in Aussicht.

Europäische Präsenz

Obwohl Infomaniak weiterhin stark in der Schweiz verwurzelt ist, werden seine Dienstleistungen von Kunden in mehreren europäischen Ländern genutzt, wie Firmenchef Marc Oehler gegenüber AWP bei einem Besuch des D4-Rechenzentrums in Plan-les-Ouates Anfang September sagte. Das Unternehmen positioniert sich dabei als europäische Alternative zu den grossen US-Anbietern.

«Unser Ziel ist klar: eine souveräne, unabhängige und nachhaltige europäische digitale Infrastruktur aufzubauen, mit einem Anspruchsniveau, das den grössten internationalen Akteuren ebenbürtig ist.»
Boris Siegenthaler, Firmengründer und Präsident des Verwaltungsrats

Ende Mai gab das Unternehmen die Gründung einer Stiftung bekannt. Damit will Infomaniak seine Unabhängigkeit auch bei weiterem Wachstum sichern und Investitionen in die eigenen Rechenzentren sowie deren Rechen- und Speicherkapazitäten ermöglichen.

Infomaniak beschäftigt derzeit rund 340 Mitarbeitende und betreibt digitale Infrastrukturen für mehr als zahlende 300'000 Kunden, darunter Privatpersonen, Unternehmen und Institutionen. Gleichzeitig investiert die Gruppe weiter in ihre Infrastruktur, unter anderem in Projekte zur Senkung des Energieverbrauchs ihrer Rechenzentren.

Warum geht Infomaniak an die Börse?

Ende Juli kündigte Infomaniak den Gang an die Schweizer Börse offiziell an. Dieser erfolgt über eine sogenannte umgekehrte Übernahme (Reverse Takeover). Dabei übernimmt ein bisher nicht kotiertes Unternehmen faktisch eine bereits börsenkotierte Gesellschaft – in diesem Fall die Beteiligungsgesellschaft Perrot Duval – und erhält so deren Börsenplatz. Die Transaktion wurde Ende September von der Generalversammlung von Perrot Duval gutgeheissen.

Die Börsenkotierung soll Infomaniak einen besseren Zugang zu Kapital verschaffen und das weitere Wachstum unterstützen. Gleichzeitig steht das Unternehmen vor steigenden Investitionen, einem intensiven Wettbewerb und einem wachsenden Energiebedarf.

Auf Basis des Eröffnungskurses und ausstehenden rund 4,7 Millionen Aktien ergab sich am Donnerstag (Stand: 9 Uhr) für das unter dem Tickersymbol «INFO» kotierte Unternehmen ein Börsenwert von rund 260 Millionen Franken.

Quellen

(dsc)

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