Wirtschaft
Schweiz

Hitzesommer: Schlachthöfe zahlen Bauern weniger für magere Rinder

Die Schwyzer Viehausstellung, fotografiert am Montag, 23. September 2019, in Schwyz. (KEYSTONE/Alexandra Wey)
Für magere Kühe gibt es nun noch weniger Geld.Bild: KEYSTONE

Wegen Hitzesommer sind viele Rinder zu mager – nun zahlen die Schlachthöfe weniger

Schreckensnachricht für Bauern: Für ihre ohnehin schon abgemagerten Kühe sind die Schlachthöfe nun noch weniger bereit zu bezahlen.
23.08.2026, 03:4323.08.2026, 10:40

Die Klimakrise führt in der Schweiz dazu, dass die Kühe magerer sind als in anderen Jahren. Und in dieser ausserordentlichen Lage senken die grössten Schlachthöfe des Landes ihre Preise – ausgerechnet für die mageren Rinder und Kälber mit wenig Fett.

Darüber berichtet die «NZZ am Sonntag». «Wir haben viel zu wenig Futter für unsere Tiere», sagt der junge Landwirt Leo Fankhauser. Dass sie für diese abgemagerten Tiere nun sehr viel weniger Geld bekommen, findet Landwirt Thomas Balmer «eine Schweinerei».

Die Rede ist von den Tieren der Kategorie X – Tiere, die kaum mehr als Haut und Knochen sind, wie die «NZZ am Sonntag» schreibt. Bis zu vier Franken pro Kilogramm sollen die Grossschlachthöfe Bell und Micarna seit Kurzem für die Tiere der untersten Kategorie bezahlen. Bell gehört zu Coop, Micarna ist eine Migros-Tochter.

«Das ist Wahnsinn und kein fairer Preis mehr», sagt der Landwirt und EDU-Nationalrat Andreas Gafner. «Da nützt man die Notsituation der Bauern aus, die ihren Tierbestand reduzieren müssen.»

Denn in der aktuellen Lage, in der vielen Bauern aufgrund der Hetzer das Futter ausgehe, bliebe ihnen gar keine andere Wahl, als die Tiere zu verkaufen. Selbst wenn sie abgemagert sind.

«Man nützt die Situation der Bauern brutal aus», sagt auch der Grünen-Nationalrat Kilian Baumann. Auch er ist Landwirt und steht der Vereinigung der Kleinbauern vor. «Die Schlachthöfe zeigen null Solidarität mit ihren Lieferanten in einer Notlage», sagt er.

Die Schlachthöfe verteidigen sich. «Es gibt zurzeit einfach sehr viele X-Kühe, die auf den Markt kommen», sagt Davide Elia von Bell. Sie würden alles tun, um alle Tiere abnehmen zu können und dieser «ausserordentlichen Lage» gerecht zu werden.

Ähnlich klingt es bei Micarna. Das Geschäft mit den mageren X-Tieren sei alles andere als profitabel. Sie werde einen Teil dieser zusätzlichen Kosten selbst tragen und nicht an die Produzenten weitergeben, versichert Micarna. «Wir sind uns bewusst, dass diese Situation viele Bauernfamilien ausserordentlich belastet.»

(her)

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27 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Eisvogel
23.08.2026 10:47registriert Februar 2019
Die Tiere tun mir leid. Die Bauern eher weniger.

Esst mehr Fenchel.
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sigma2
23.08.2026 11:46registriert Dezember 2015
Die Bauern bezeichnen sich doch immer als selbstständige Unternehmer. Also müssen sie halt nun auch mal die Risiken tragen.
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Villicht sött mer me Rede mitenand
23.08.2026 12:31registriert Juni 2025
"Die Klimakrise führt in der Schweiz dazu, dass die Kühe magerer sind als in anderen Jahren. Und in dieser ausserordentlichen Lage senken die grössten Schlachthöfe des Landes ihre Preise."

So sieht dann die Solidarität aus.

Ich sags schon länger: Die "Schweizer Fleisch"Werbung sollte nicht mehr subventioniert werden.
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