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Swisscom und Kühne+Nagel fallen aus SMI – Galderma und Sandoz neu dabei

Swisscom-Hauptsitz an der Alte Tiefenaustrasse 6 in Worblaufen.
Schlechte Nachrichten für die Swisscom: Sie fällt aus dem Swiss Market Index (SMI).Bild: Swisscom

Swisscom und Kühne+Nagel fallen aus dem SMI – die Gründe und wer sie ersetzt

09.07.2026, 11:0009.07.2026, 11:00

Im Schweizer Leitindex Swiss Market Index (SMI) kommt es zu einer Rotation. Neu aufgenommen in den Index der sogenannten Schweizer Blue Chips werden die Titel des Pharmaunternehmens Galderma sowie des Generika- und Biosimilars-Unternehmens Sandoz. Blue Chips werden auch Standardwerte genannt. Darunter versteht man die Aktien von grossen, etablierten und finanziell soliden Unternehmen.

Den SMI verlassen müssen dafür die Titel des Logistikunternehmens Kühne+Nagel und der Swisscom, wie die Börsenbetreiberin SIX am Mittwoch mitteilte. Die Änderungen gelten per 21. September 2026.

Was bedeutet das und warum wurde es entschieden? Sechs kurze Fragen und Antworten dazu.

Wer entscheidet das?

Der Indexanbieter und Herausgeber des SMI, in diesem Fall ist das die Aktiengesellschaft SIX Group (SIX steht für Swiss Infrastructure and Exchange). Der SMI ist der bedeutendste Aktienindex der Schweiz. Er soll anhand der 20 grössten und liquidesten Unternehmen die Schweizer Wirtschaft so gut wie möglich abbilden.

ARCHIVBILD ZUM ENTSCHEID DER EU-KOMMISSION ZUR BOERSENAEQUIVALENZ MIT DER SCHWEIZ, AM DONNERSTAG, 21. DEZEMBER 2017 - Eine Frau bewegt sich vor dem Logo der SIX im Eingangsbereich der Neuen Boerse Zue ...
Der Hauptsitz der SIX befindet sich an der Pfingstweidstrasse in Zürich.Bild: KEYSTONE

Was sind die Gründe?

Offiziell hat die SIX keine Gründe genannt, in der Medienmitteilung finden sich lediglich die Änderungen per 21. September. Grundsätzlich gibt es aber ein Reglement, in dem die SIX die wichtigsten Kriterien für eine Aufnahme respektive ein Verbleiben im SMI festhält. Dazu gehören zum Beispiel die Entwicklung der Umsätze, die Marktkapitalisierung (auch Börsenwert genannt), aber auch der sogenannte Free Float, also die Anzahl frei handelbarer Aktien eines Unternehmens.

Gerade der letzte Punkt dürfte laut Medienberichten das Hauptkriterium gewesen sein, Swisscom und Kühne+Nagel aus dem SMI auszuschliessen. Bei Kühne+Nagel sind insgesamt etwa 60 Prozent der Aktien im Besitz des Hauptaktionärs Michael Kühne. Das schmälert den Free Float, also die frei handelbaren Aktien. Ähnlich ist es bei der Swisscom, wo der Staat mit 51 Prozent ebenfalls Hauptaktionär ist.

epa04591089 Klaus-Michael Kuehne, majority shareholder of logistics company Kuehne+Nagel and grandchild of the company's founder, attends the celebrations for the company's 125th anniversary ...
Michael Kühne ist der Enkel des Firmengründers.Bild: EPA/DPA

Damit geriet besonders Kühne+Nagel durch die beiden SMI-Neulinge Galderma und Sandoz unter Druck, beide weisen eine deutlich höhere Börsenkapitalisierung auf.

Wichtig ist aber: Solche Wechsel sind nicht als Urteil über die allgemeine Verfassung oder den operativen Erfolg eines Unternehmens zu werten.

Kommt der Entscheid überraschend?

Die SIX entscheidet grundsätzlich einmal pro Jahr über den Verbleib respektive eine Neuaufnahme sowie die Gewichtung der 20 Titel im SMI. Damit es nicht allzu oft zu Wechseln in der Zusammensetzung kommt, gibt es einen Puffer von Platz 19 bis 22.

Bereits im Vorfeld waren dem Dermatologiespezialisten Galderma die besten Chancen auf einen Aufstieg zugerechnet worden. Nun schaffen es auch die Titel des Generikaherstellers Sandoz in die Liste der Blue Chips. Mit dem Herausfallen der Titel des Logistikers Kühne+Nagel war gerechnet worden, aber auch die Aktien des Telekomkonzerns Swisscom galten als «Wackelkandidaten».

Galderma
Galderma ist exklusiv auf die Dermatologie spezialisiert.Bild: Screenshot X

Was bedeutet die Aufnahme in den oder der Ausschluss aus dem SMI für ein Unternehmen?

Eine ganze Menge. Unternehmen, die im wichtigsten Aktienindex eines Landes gelistet sind, erhalten mehr Aufmerksamkeit als andere – von Investorinnen und Investoren, von Banken, aber auch von den Medien. So kann es, besonders international, für solche Unternehmen vergleichsweise einfacher sein, Investoren anzuziehen und sich zu kapitalisieren.

Ausserdem ist die Nachfrage nach SMI-Titeln oft deshalb höher, weil sie indirekt in vielen Portfolios stecken: Die meisten institutionellen Anleger (also Banken, Versicherungen, etc.) sowie ETFs und Indexfonds orientieren sich an Indizes wie dem SMI. Wenn sich die Zusammensetzung eines Index verändert, können Fonds, die diesen nachbilden, ihre Anlagen entsprechend umschichten.

Was ist ein (Bitcoin)-ETF?

ETF, «Exchange-Traded Fund», heisst übersetzt «börsengehandelter Fonds». Ein Fonds ist eine Art Topf, in den eine Vielzahl von Anlegern Geld einzahlen kann. Die Manager des Fonds kaufen dann mit diesem Geld bestimmte Wertanlagen/Waren und verwalten diese. Nimmt der Preis für die erstandene Ware mit der Zeit zu, profitieren die Anleger.

Bei einem ETF gibt der Fonds zusätzlich Investmentzertifikate heraus, die wie Aktien an Börsen gehandelt werden können. Der Preis dafür steigt und fällt mit dem Kurs der darunterliegenden Güter. Im Falle eines Bitcoin-ETFs also mit dem Bitcoin-Kurs. (tog)

Was bedeutet das für den SMI?

Der SMI verliert durch Swisscom und Kühne+Nagel an Diversität. Bereits jetzt sind mit Roche, Novartis, Lonza und Alcon vier Pharmazie-Titel vertreten. Mit Galderma und Sandoz kommen zwei weitere hinzu. Die Frage drängt sich daher auf, ob der SMI damit die Schweizer Wirtschaft in ihrer Breite noch genügend abbildet.

Was passiert jetzt mit den Titeln der beiden?

Die Titel von Kühne+Nagel und Swisscom werden neu in den sogenannten Mid-Cap-Aktienindex SMI Mid (SMIM) aufgenommen, der die 30 grössten und liquidesten mittelgrossen Unternehmen abbildet, die nicht im Blue-Chip-Index SMI enthalten sind. Ebenfalls neu im SMIM sind die Aktien des Aroma- und Duftstoffspezialisten DSM-Firmenich.

Nicht mehr im SMIM enthalten sind neben den in den SMI aufsteigenden Titeln von Galderma und Sandoz auch die Papiere des Chemiekonzerns Clariant.

(lak, mit Material der Nachrichtenagenturen Keystone-SDA und AWP)

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11 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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darmflora
09.07.2026 11:22registriert März 2021
Super, noch mehr Pharmalastigkeit. Man kann eine Bubble auch provozieren.

Ich würde den Index umbenennen in SwissPharmaIndex. 🙈
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