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Holcim meldet Gewinneinbruch von über 73 Prozent

Der Stand der HOLCIM an der Messe Swissbau in Basel, am Dienstag, 20. Januar 2026. 592 Aussteller praesentieren ihre Produktneuheiten am Treffpunkt der Schweizer Bau- und Immobilienwirtschaft. (KEYSTO ...
Der grösste Baustoffproduzent der Schweiz muss massive Gewinneinbussen hinnehmen.Bild: keystone
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Holcim meldet Gewinneinbruch von über 73 Prozent – so kam es dazu

27.02.2026, 09:2227.02.2026, 09:25

Der Baustoffkonzern Holcim hat im vergangenen Jahr einen Gewinnbruch erlitten. Der Reingewinn fiel von 1,46 Milliarden auf 387 Millionen Franken. Grund ist der Verkauf des Geschäfts in Nigeria, der einen hohen Währungsverlust von 1,38 Milliarden Franken einbrockte, wie Holcim am Freitag bekannt gab. Ohne diesen Sondereffekt sei der Reingewinn dagegen um 3,9 Prozent auf 1,78 Milliarden Franken gestiegen.

Operativ hat sich Holcim verbessert. Der wiederkehrende Betriebsgewinn EBIT stieg um 1,4 Prozent auf 2,88 Milliarden Franken. Erneut lastete der starke Franken auf den Ergebnissen von Holcim. Dieser kostete 203 Millionen Franken Betriebsgewinn.

Was es mit dem Währungsverlust auf sich hat

Bei einem Währungsverlust handelt es sich um Minusgeschäfte, die durch Schwankungen in den Wechselkursen entstehen. Im Fall von Holcim kam dieser beim Verkauf der 83-Prozent-Beteiligung an Lafarge Africa PLC in Nigeria an das chinesische Unternehmen Huaxin Cement zustande.

Weil der nigerianische Naira in den letzten zehn Jahren gegenüber dem Schweizer Franken an Wert (-88 Prozent seit 2016) eingebüsst hat, hat sich ein massiver Währungsverlust angesammelt. Beim Verkauf der Anteile musste Holcim diesen letztendlich verbuchen.

Ansonsten positive Signale

Organisch, also aus eigener Kraft, sei der wiederkehrende EBIT dagegen gar um 12,2 Prozent gestiegen. Zudem wirkten sich Akquisitionen leicht negativ auf den Betriebsgewinn aus. In Lokalwährungen blieb ein Plus von 10,3 Prozent. Die wiederkehrende EBIT-Marge verbesserte sich auf 18,3 Prozent nach 17,5 Prozent im Vorjahr.

Der Umsatz sank derweil um 2,9 Prozent auf 15,72 Milliarden Franken. Schuld ist auch hier der starke Franken, der 810 Millionen Umsatz kostete. Organisch wäre der Umsatz um 2,9 Prozent gestiegen.

In den Zahlen ist das im vergangenen Sommer abgespaltete Nordamerika-Geschäft nicht mehr enthalten, das als eigenständiges US-Unternehmen Amrize in New York an der Börse kotiert ist. Insofern sind die Vorjahreszahlen Pro-Forma-Resultate.

Erwartungen teils übertroffen

Insgesamt hat Holcim die Erwartungen der Analysten beim Umsatz verfehlt, beim wiederkehrenden EBIT und der Marge übertroffen.

Vom Ergebnis sollen die Aktionäre profitieren: Holcim will eine Dividende von 1,70 Franken je Aktie ausschütten. Im Vorjahr hatte der Konzern 3,10 Franken bezahlt. Allerdings war damals noch das Nordamerika-Geschäft an Bord.

Mehr Umsatz und Betriebsgewinn angepeilt

Im neuen Geschäftsjahr 2026 erwartet Holcim ein Umsatzwachstum von 3 bis 5 Prozent in lokaler Währung. Der wiederkehrende EBIT soll gleichzeitig um 8 bis 10 Prozent in lokaler Währung zulegen. Die entsprechende Marge soll weiter steigen.

Zudem peilt Holcim einen Free Cashflow von rund 2 Milliarden Franken an. Darüber hinaus soll das Geschäft mit recycelten Bau- und Abbruchmaterialien um über 20 Prozent wachsen. (awp/sda)

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