Data Dump IV: 11 weitere Karten, die dich staunend zurücklassen
Eine Klimareise durch die Schweiz
Mit einer Karte, welche die jährliche Sonnenscheindauer und die Niederschlagsmenge kombiniert, können wir einiges über das vielfältige Klima der Schweiz lernen. Simon Scherrer teilt die Schweiz mit dieser kleinen Spielerei in neun Klimazonen ein. Am auffälligsten: das Wallis und Graubünden, sonnig und trocken – hier liegt mit Stalden-Ackersand die niederschlagsärmste Station der Schweiz, während Zermatt den Sonnenschein-Spitzenwert hält.
Am anderen Ende steht der Alpennordhang von der Napfregion bis ins Appenzellerland: sonnenarm und nass, mit dem Säntis als Rekordhalter bei Niederschlag. Das Tessin ist hingegen ein Sonderfall – sonnig und niederschlagsreich zugleich, weil der Regen dort meist kurz und heftig fällt.
Wo in Paris am häufigsten fotografiert wird
Wo Touristen fotografieren und wo sich Einheimische aufhalten, klafft in vielen Städten weit auseinander. Der Kartograf Eric Fischer hat dies anhand geotaggter Twitter-Daten (2010–2013) für über 130 Städte visualisiert: Rot steht für Fotos von Touristen, Blau für Einheimische, Gelb für beide. In Paris ballt sich das Rot fast ausschliesslich im historischen Zentrum entlang der Seine, während die Aussenquartiere praktisch nur blau erscheinen. Zwei rote Flecken ausserhalb der Stadt fallen zusätzlich auf: Sie markieren Versailles im Südwesten sowie La Défense im Nordwesten.
Grundlage der Karten sind geotaggte Twitter-Daten aus den Jahren 2010 bis 2013. Als Einheimische zählte Fischer, wer über mindestens einen Monat aus derselben Stadt postete; als Tourist, wer anderswo als lokal registriert war, aber plötzlich woanders auftauchte. Auch wenn die Daten inzwischen etwas in die Jahre gekommen sind: Die grossen Touristenmagnete einer Stadt ändern sich meist nur langsam.
Der Aufstieg und Fall des britischen Weltreichs
Rise and Fall of the British Empire pic.twitter.com/obOBifmyGQ
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Auf dem Höhepunkt seiner Macht um 1920 kontrollierte das britische Empire rund 35,5 Millionen Quadratkilometer Land – knapp ein Viertel der Landfläche der Erde. Über 400 Millionen Menschen lebten unter britischer Herrschaft, verteilt über alle Kontinente. Daher auch der Spruch: «The empire on which the sun never sets.»
Der Erste Weltkrieg markierte zugleich den Wendepunkt. Kriegskosten, aufkommende Unabhängigkeitsbewegungen und der Aufstieg der USA leiteten den langsamen Zerfall des Empires ein. Seneca hat eben doch recht, als er sagte: «Grosse Reiche fallen durch ihre eigene Last.»
Ampeln ticken nicht überall gleich
Traffic Light Sequences In Europe Better or worse than the US? pic.twitter.com/3zjKjg5QU5
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In Ländern wie der Schweiz, Grossbritannien oder Deutschland leuchten beim Wechsel von Rot zu Grün kurz Rot und Gelb gleichzeitig – ein «Get ready»-Signal. In den USA gibt es diese Zwischenphase nicht: Dort springt die Ampel direkt von Rot auf Grün, ohne Vorwarnung.
Manche Länder gehen noch weiter: In Russland, Österreich oder der Türkei blinkt Grün, bevor es auf Gelb wechselt. In einigen chinesischen Städten zeigt ein schrumpfender Balken sogar die verbleibende Zeit bis zum Farbwechsel an.
Die Weltkarte der Notrufe
Wir kennen es aus Filmen: «Call 911!» Doch das ist längst nicht überall die richtige Notrufnummer. In der Schweiz gilt wie fast überall in Europa die 112 seit 1998 in allen Kantonen als offizieller Notruf – zusätzlich zu 117 (Polizei), 118 (Feuerwehr) und 144 (Sanität). Wer 1-1-2 wählt, landet automatisch bei der nächsten Polizei-Einsatzzentrale. Trotzdem kennt gemäss Umfragen nur rund jede zehnte Person in der Schweiz die offizielle Notrufnummer.
In den USA gilt die 911 als landesweit einheitliche Notrufnummer. Eingeführt wurde sie bereits 1968. China dagegen kennt gar keine einheitliche Nummer im Notfall: Polizei (110), Feuerwehr (119) und Rettungsdienst (120) laufen dort über drei getrennte Linien, ganz ähnlich wie im Vor-1998er-Modell der Schweiz.
Fanta ist nicht gleich Fanta
Fanta schmeckt nicht überall gleich süss. Während es in Grossbritannien, Spanien oder Finnland mit 3,8 bis 4,5 Gramm Zucker pro 100 ml unter der 5-Gramm-Marke bleibt, liegen die Schweiz, Norwegen, Italien und grosse Teile von Osteuropa bei über 10 Gramm. Die USA bilden – wie könnte es andes sein – mit 12,3 Gramm Zucker pro 100 ml den Spitzenwert.
Der Grund für die unterschiedliche Süsse liegt bei den nationalen Zuckersteuern: Länder mit strengen Vorgaben wie Grossbritannien zwingen Hersteller zu zuckerärmeren Rezepten. Wo solche Regeln fehlen, bleibt die ursprüngliche Formel schlicht günstiger.
So lange bleibt Europa beim gleichen Arbeitgeber
Italien führt mit 13,3 Jahren das Treue-Ranking zum Arbeitgeber in Europa an. Dahinter folgen mit Griechenland (13,0) und Spanien (11,8) zwei weitere südeuropäische Länder an. Am anderen Ende der Rangliste steht Dänemark mit nur 7,6 Jahren, dicht gefolgt von Norwegen (7,8) und Island (7,9).
Der Treue-Unterschied hängt stark mit dem Arbeitsmarkt zusammen: Länder mit striktem Kündigungsschutz und wenig Fluktuation, oft im Süden Europas, zeigen deutlich längere Verweildauern als flexiblere, nordische Arbeitsmärkte, wo Jobwechsel einfacher und üblicher sind.
Wann Europa aufsteht
Die Schweiz ist ein Land von «Lerchen»: Mit durchschnittlich 7:13 Uhr steht in Europa niemand früher auf als wir. Eine Minute später folgt Tschechien und nochmals vier Minuten dahinter folgen Dänemark, Bulgarien und die Slowakei. Dank Deutschland (7:25 Uhr) und Österreich (7:20 Uhr) gehört der gesamte deutschsprachige Raum zu den Frühaufstehern des Kontinents. Am anderen Ende der Skala stehen Griechenland (8:25 Uhr) und Portugal (8:22 Uhr).
Auffällig: Je weiter südlich oder östlich, desto später klingelt der Wecker im Schnitt. Das dürfte weniger mit Faulheit als mit unterschiedlichen Arbeits- und Lebensrhythmen zu tun haben oder mit einem generell späteren Tagesablauf in südlichen Ländern.
Die grössten Supermärkte Europas
The Largest Supermarkets From Each European Country
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Which one is your favourite?
Top 20: https://t.co/UaVm3q8WwR pic.twitter.com/iuKg5qmRlD
Was im Alltag lästige Pflicht ist, wird in den Ferien zum Erlebnis: der Supermarktbesuch im Ausland. Die Karte zeigt die grössten Supermärkte jedes europäischen Landes – von finnischen K-Supermarket-Filialen, die als erste weltweit offiziell als Touristenattraktion gelistet wurden, bis zum französischen Carrefour-Riesen.
Der Reiz eines Supermarktbesuchs im Ausland: Anders als etwa Museen sind Supermärkte gratis zugänglich und bieten einen ungefilterten Einblick in die Kultur eines Landes. Selbst eine simple Packung Chips schmeckt auf dem Balkon in Santorini irgendwie besser als zuhause.
Wo die Bären zuhause sind
Where the bears are pic.twitter.com/7pBKVjQViY
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Nordamerika beherbergt gleich drei verschiedene Bärenarten – und ihre Reviere überlappen sich an vielen Orten. Der Schwarzbär ist am weitesten verbreitet und besiedelt fast den ganzen bewaldeten Kontinent, von British Columbia bis Florida. Der Grizzly hingegen ist heute grösstenteils auf Alaska, den Westen Kanadas sowie einzelne Rückzugsgebiete wie den Yellowstone-Nationalpark beschränkt – ein einsamer oranger Punkt mitten in den USA. Der Eisbär schliesslich lebt ausschliesslich im hohen Norden Kanadas und Alaskas, entlang der arktischen Küsten.
Im Grenzgebiet zwischen Alaska, Yukon und British Columbia überlappen sich sogar alle drei Reviere. Der Süden der USA dagegen, von Kalifornien bis Texas, ist heute weitgehend bärenfrei – die einst dort heimischen Grizzlys wurden im 19. und frühen 20. Jahrhundert durch Jagd und Besiedlung praktisch ausgerottet.
Wie die Bisons fast verschwanden
How the range of the American bison collapsed across North America during the 19th century pic.twitter.com/M2lhsjiGWS
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Anders als beim Braunbär im vorherigen Punkt zeigt die Verbreitungskarte des Bisons einen fast vollständigen Zusammenbruch: Um 1800 durchstreiften noch schätzungsweise 30 bis 60 Millionen Tiere die Great Plains. Bis 1889 waren es noch etwa 325 bis 1000 Tiere.
Verantwortlich waren systematische Bejagung, der Eisenbahnbau und eine gezielte Strategie des US-Militärs, das den Plains-Völkern so ihre Nahrungsgrundlage entziehen wollte. Erst ab 1905 begannen Erhaltungsbemühungen – heute leben wieder mehrere Hunderttausend Bisons in Nordamerika, meist allerdings in verwalteten Herden.
