Wissen
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Bald nur noch leere Chips-Saeckli? Der Schweizer Kartoffelchips-Industrie geht der Rohstoff aus: Gelagerte Kartoffeln genuegen den Qualitaetsanforderungen nicht mehr, und das schlechte Fruehjahrswetter beeintraechtigt die Inlandproduktion. Deshalb wurde ein zusaetzliches Kontingent fuer Kartoffeln beim Bundesamt fuer Landwirtschaft beantragt, wie am Montag, 14. Mai 2001 bekannt wurde. (KEYSTONE/Franco Greco) === ELECTRONIC IMAGE ===

Verhängnisvolle Nascherei: Aus Bild mach Ton. Bild: KEYSTONE

Neue Abhörtechnik

Forscher zeigen, wie sie Gespräche mit einer Chipstüte belauschen

Videoaufnahmen von Gegenständen verraten, worüber Personen in deren Nähe gesprochen haben. Eine neue Abhörsoftware macht das möglich. Mit ihr starteten Forscher einen Lauschangriff mit einer Chipstüte. Wie geht das? 



Ein Artikel von

Spiegel Online

Ein entspannter Abend, lockere Gespräche und leckere Knabbereien –Momente wie diese könnten künftig gefährlich werden. Forscher haben eine Technik entwickelt, mit der sie aus Videos von Gegenständen rekonstruieren können, was in deren Nähe gesprochen wurde. Das Video von einer Chipstüte beispielsweise, die in der Nähe einer Unterhaltung stand, gibt dann auf einmal pikante Details preis. 

«Wenn Tonwellen auf Gegenstände treffen, entstehen Vibrationen», erklärt Abe Davis vom Massachusetts Institute of Technology (MIT) in Cambridge, US-Bundesstaat Massachusetts. «Die Bewegung erzeugt ein winziges Bildsignal, das für das blosse Auge unsichtbar ist.» Eine Software kann es aber erkennen. 

Die Anwendungsbereiche bleiben allerdings nicht auf Partygeplauder beschränkt. Ebenso liesse sich diese Technik bei der Polizeiarbeit nutzen oder, um sich in Wirtschaft oder Politik Informationen zu beschaffen – unter Umständen mit weitreichenden Folgen. 

Grünzeug schwingt zu Kinderreim 

Vorerst testeten die Forscher ihre Entwicklung aber an unverfänglichen Worten. So beschallten sie etwa eine Chipstüte mit dem Text des englischen Kinderreims «Mary had a Little Lamb» und zeichneten sie aus etwa viereinhalb Metern Entfernung durch eine schalldichte Scheibe mit einer Kamera auf. In anderen Versuchen spielten sie den Reim oder den Hit «Under Pressure» von Queen Pflanzen vor oder beschallten Alufolie, Glasoberflächen und Wasser. 

abspielen

video. Youtube/Rajamanickam Antonimuthu

Möglich macht die unauffällige Spionage ein Algorithmus, der die winzigen Vibrationen der Gegenstände in Tonsignale transkribiert und gleichzeitig Unwichtiges herausfiltert. Im Versuch konnte das Programm die Schwingungen der Gegenstände so treffsicher einzelnen Tonfrequenzen zuordnen, dass eine Erkennungssoftware für Musik die dekodierten Videos den richtigen Songs zuordnen konnte. 

Sicher lässt sich das bislang allerdings nur mit Hochgeschwindigkeitskameras umsetzen, die 2000 bis 6000 Bilder pro Sekunde aufnehmen. Das hat einen einfachen Grund: Die Anzahl der Bilder, die pro Sekunde aufgenommen werden, muss grösser sein als die Frequenz des Audiosignals. Sonst werden Frequenzen übersehen. 

Technikfehler macht «Abhören» einfacher 

Einige Informationen aus Gesprächen lassen sich mithilfe der neuen Technik aber auch aus schlechteren Aufnahmen herauslesen. Selbst Bilder von Smartphone-Kameras, die nur etwa 60 Bilder pro Sekunde machen, könnten zumindest verraten, ob ein Mann oder eine Frau spricht, wie viele Personen überhaupt reden und ob es Besonderheiten in der Sprache gibt. 

Möglich macht das ein Belichtungsfehler, den viele Kameras haben, der sogenannte Rolling-Shutter-Effekt. Beim Fotografieren von bewegten Objekten verzerrt er die Aufnahmen, weil Bildpunkte, die eigentlich zusammengehören, zu leicht unterschiedlichen Zeitpunkten aufgenommen werden. Dabei wertet die Kamera mehr Informationen aus, als eigentlich vorgesehen. «So können wir Tonfrequenzen auswerten, die deutlich höher liegen als die Aufnahmerate der Kamera», erklärt Davis in der «Washington Post»

Bessere Tonrekonstruktion als bisher seien mit der neuen Technik nicht möglich, berichten die Forscher. Neu sei aber, dass man Gespräche in Situationen verfolgen könne, in denen es bislang sehr schwer war. Eigentlich interessieren sich Davis und Kollegen aber stärker für die wissenschaftlichen Aspekte ihrer Technologie: «Wir können Geräusche aus Bewegungen von Gegenständen ableiten», sagt Davis. «Das gibt uns auch Informationen über die Materialien.» Im nächsten Schritt wollen die Forscher untersuchen, ob sich aus der Reaktion der Gegenstände auf Schall auf die Materialeigenschaften schliessen lässt. 

Das könnte dich auch interessieren:

Diese 9 Food Trucks aus New York wünschen wir uns in der Schweiz (weil absolut 🤤)

Link zum Artikel

Federer/Nadal necken sich wie ein altes Ehepaar und McEnroe will «ihre Karrieren beenden»

Link zum Artikel

«Kein Brexit ohne Parlament!» John Bercow sagt Johnson in Zürich den Kampf an

Link zum Artikel

St. Galler Polizist schiesst sich aus Versehen in den Oberschenkel

Link zum Artikel

Die lange Reise der Schiedsrichter-Pfeife an die Rugby-WM nach Japan

Link zum Artikel

Eins vor Tod will ich Sex und (eventuell) eine Ohrfeige

Link zum Artikel

CVP fährt grosse Negativ-Kampagne gegen andere Parteien – die Reaktionen sind heftig

Link zum Artikel

Wo du in dieser Saison Champions League und Europa League sehen kannst

Link zum Artikel

Migros Aare baut rund 300 Arbeitsplätze ab

Link zum Artikel

Eine Untergrund-Industrie plündert Banking-Apps wie Revolut – so gehen die Betrüger vor

Link zum Artikel

YB droht Bickel mit Gericht, nachdem er als Sportchef 40 Mio. verlochte

Link zum Artikel

Warum wir bald wieder über den Schweizer Pass reden werden

Link zum Artikel

«Ich hatte Sex mit dem Ex meiner besten Freundin…»

Link zum Artikel

Die amerikanische Agentin, die Frankreichs Résistance aufbaute

Link zum Artikel

Matheproblem um die Zahl 42 geknackt

Link zum Artikel

Wie gut kennst du dich in der Schweiz aus? Diese 11 Rätsel zeigen es dir

Link zum Artikel

«In der Schweiz gibt es zu viel Old Money und zu wenig Smart Money»

Link zum Artikel

So schneiden die Politiker im Franz-Test ab – wärst du besser?

Link zum Artikel

Röstigraben im Bundeshaus: «Sobald ich auf Deutsch wechsle, sinkt der Lärm um 10 Dezibel»

Link zum Artikel

So erklärt das OK der Hockey-WM in der Schweiz die Ähnlichkeit zum Tim-Hortons-Spot

Link zum Artikel

Die Geschichte von «Ausbrecherkönig» Walter Stürm und seinem traurigen Ende

Link zum Artikel

«Informiert euch!»: Greta liest den Amerikanern bei Trevor Noah die Leviten

Link zum Artikel

Keine Angst vor Freitag, dem 13.! Diese 13 Menschen haben bereits alles Pech aufgebraucht

Link zum Artikel

Der Kampf einer indonesischen Insel gegen den Plastik

Link zum Artikel

«Ich bin … wie soll ich es sagen … so ein bisschen ein Arschloch-Spieler»

Link zum Artikel

Alles, was du über die neuen iPhones und den «Netflix-Killer» von Apple wissen musst

Link zum Artikel

15 Bilder, die zeigen, wie wunderschön und gleichzeitig brutal die Natur ist

Link zum Artikel

Shaqiri? Xhaka? Von wegen! Zwei Torhüter sind die besten Schweizer bei «FIFA 20»

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen

Abonniere unseren Newsletter

Themen
0
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
0Alle Kommentare anzeigen

Briten planen Revolution beim E-Auto – so soll das Laden nur sechs Minuten dauern

E-Autos in wenigen Minuten laden: Ein Materialgemisch für Lithium-Ionen-Akkus könnte dem Stromer zum Durchbruch verhelfen.

Der Batterie-Spezialist Echion Technologies aus Sawston (bei Cambridge, Grossbritannien) entwickelt eine Technologie, auf die Fans des Elektroautos seit Langem warten. Denn damit dauert das Laden kaum länger als das Auftanken beim Verbrenner, so die Erwartung. Diese Ladezeit von nur sechs Minuten könnte der Durchbruch des E-Autos sein – derzeit dauert das Aufladen bis zu mehreren Stunden, was viele Käufer abschreckt.

Das Geheimnis der Schnellladung soll in einem Materialgemisch stecken, das dem …

Artikel lesen
Link zum Artikel