Wissen
Drogen

Magic Mushrooms helfen bei Depressionen: Forscher entdecken neuen Nutzen

Mit Psylos gegen Depressionen: Zürcher Forschende entdecken neuen Nutzen der Zauberpilze

High und trotzdem stabil – Forschende der Universität Zürich haben herausgefunden: Aus dem Zauberpilz lässt sich ein Stoff gewinnen, der in der Meditation äusserst hilfreich ist.
24.10.2019, 11:0024.10.2019, 13:12

Psilocybin ist ein halluzinogener Stoff, der in den sogenannten Zauberpilzen steckt. Er wirkt ähnlich wie die Droge LSD. Konsumenten berichten von Rauscherlebnissen. Die dabei typischen Wahrnehmungszustände gleichen denen in der Achtsamkeitsmeditation. Sie können unter anderem zu Stressabbau und anhaltenden Glücksgefühlen führen.

Wie die Universität Zürich (UZH) am Donnerstag mitteilte, gelang Forschenden an der Psychiatrischen Universitätsklinik Zürich (PUK) der Beweis, dass der Stoff Psilocybin nicht nur Glücksgefühle hervorruft, sondern auch die negativen Begleiterscheinungen von halluzinogenen Stoffen eindämmen kann.

small poisonous mushrooms toadstool group psilocybin - Bilder
Bild: shutterstock.com

Normalerweise führt der Konsum von halluzinogenen Stoffen zu wiederkehrenden negativen Gefühlen zu sich selbst. Charakteristische Merkmale von psychischen Störungen wie Depressionen können ebenfalls auftreten.

Kein Placebo-Effekt beim Zauberpilz

Bei dem fünftägigen Testverfahren der PUK nahmen 40 Personen teil. Am vierten Tag erhielten sie nach einem sogenannten Doppelblindgutachten entweder eine Einzeldosis Psilocybin oder ein Placebo (Scheinmedikament) verabreicht.

Mit diversen Messungen konnten die Forschenden zeigen, dass die Meditation positive Effekte des Psilocybins steigerte. Zugleich wirkte der Stoff den belastenden Aspekten der psychedelischen Erfahrung entgegen.

Positive Effekte halten auch längerfristig an

Auch vier Monate nach dem Testverfahren zeigten die Teilnehmer, welche Psilocybin eingenommen hatten, ein positiveres psychosoziales Verhalten, so die PUK.

UZH-Psychiatrieprofessor Franz Vollenweider, der die Studie leitete, kommt zum Schluss: «Unsere Ergebnisse deuten darauf hin, dass Achtsamkeitstraining die positive Wirkung einer Einzeldosis Psilocybin verstärkt.» Das Verfahren könne zu mehr Empathie bei den Teilnehmenden führen.

Die PUK verspricht sich von den Ergebnissen neue therapeutische Perspektiven, etwa zur Behandlung von Depressionen. (sda)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Und jetzt: Medikamente neu interpretiert von Zukkihund
1 / 94
Und jetzt: Medikamente neu interpretiert von Zukkihund
Medikamente neu interpretiert: Wir beginnen mit dem «olfaktorischen ÖV-Schreck».
Auf Facebook teilenAuf X teilen
«Ich liebe Drogen» – Gimma und Nico im Zoo
Video: watson
Kleine Hirnstruktur spielt wichtige Rolle fürs Gedächtnis
Das Gehirn muss Informationen kurzfristig speichern, um sie später nutzen zu können. Forschende der Universität Genf haben nun bei Mäusen gezeigt, dass eine kleine Hirnstruktur dabei eine wichtige Rolle spielt.
Zur Story