Auf den ersten Blick scheinen Wal-Experten und Alien-Jägerinnen nicht viel gemeinsam zu haben. Doch für eine Studie, die kürzlich erschienen ist, hat sich ein ungewöhnliches Team zusammengefunden.
Mit dabei waren: Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der University of California, die Alaska Whale Foundation und SETI (Search for Extraterrestrial Intelligence) – eine Non-Profit-Nichtregierungsorganisation, die nach intelligentem ausserirdischem Leben sucht. Die Mission der Gruppe war es, mit Walen zu kommunizieren.
Doch was hat ausserirdisches Leben mit Walen zu tun?
Dafür müssen wir etwas ausholen.
Wale haben ausgeklügelte Kommunikationssysteme, die je nach Walart anders aussehen. Pottwale «sprechen» hauptsächlich in Klicks, Zahnwale senden Ultraschallwellen aus und männliche Buckelwale singen.
Der Meeresbiologe Philip Clapham bezeichnete den sogenannten Walgesang als «wahrscheinlich den komplexesten im Tierreich». Er wird ausschliesslich von den männlichen Buckelwalen während der Fortpflanzungszeit angewandt.
Hintergrund der Bezeichnung «Walgesang» ist die Tatsache, dass die Wale – insbesondere die Buckelwale – ihre Kommunikation bzw. ihre Lieder nach strengen Regeln aufbauen.
Jedes Gebiet hat ihren eigenen individuellen Gesang, der in Lautstärke, Frequenz und Tönen variiert. Besonders unterschiedlich sind die Klänge bei geografisch komplett getrennten Gebieten: So klingt der Walgesang im Pazifik anders als derjenige im Atlantik. Wale haben quasi eigene Dialekte.
Nebst den Gesängen, die nur den Männchen vorbehalten sind, kommunizieren alle Buckelwale mit einer Reihe verschiedener Laute. So etwa mit Pfeifen, Schnalzen und pulsierenden Rufen, wobei jedes Geräusch etwas anderes bedeutet. Je tiefer dabei die Frequenz des Geräusches, desto weiter entfernt ist es hörbar – zumindest für die Wale. Die tiefsten Frequenzen sind für sie auch Tausende von Kilometern entfernt hörbar. Für den Menschen sind die meisten Wal-Geräusche nur aus der Nähe und unter Wasser hörbar.
Zurück zur Studie. Das Team begab sich im August 2021 vor eine Küste im südöstlichen Alaska, wo es einen sogenannten Kontaktruf mittels Unterwasserlautsprecher in den Ozean sandte. Diese Kontaktrufe sind weniger an Regeln gebunden und unterscheiden sich deshalb akustisch von den typischen Gesängen.
Wie Brenda McCowan, die leitende Wissenschaftlerin von der University of California, gegenüber Business Insider weiter ausführte, ähneln sich Kontaktrufe der menschlichen Begrüssung. Sie werden benutzt, um andere Wale zu sich zu rufen oder sie wissen zu lassen, wo sie sich befinden. Fred Sharpe, Forschungsleiter der Alaska Whale Foundation, betont:
Die Forschenden sandten also einen solchen vorab aufgenommenen Kontaktruf in den Ozean. Und tatsächlich: Das Buckelwalweibchen Twain folgte dem Ruf und näherte sich dem Forschungsboot. Während der nächsten 20 Minuten spielte das Team denselben Kontaktruf 36 Mal in verschiedenen Intervallen ab. Twain, die auf mindestens 38 Jahre geschätzt wird, antwortete nicht nur auf jeden einzelnen der Rufe, sondern reagierte sogar in fast identischen Intervallen.
Das heisst, warteten die Forschenden 10 Sekunden, bis sie auf Twains Rückruf reagierten, wartete auch Twain 10 Sekunden, bis sie antwortete, erklärte McCowan. Diese Art der Intervallabstimmung deute darauf hin, dass Twain bewusst am Austausch teilgenommen habe.
«Wir hatten das Gefühl, dass wir gehört wurden», sagt auch Fred Sharpe. Ein grosser Meilenstein, wie er gegenüber Business Insider sagt:
Die vom Team ausgesandten Rufe stammten von einer kleinen Gruppe von Walen und wurden einen Tag vor der «Unterhaltung» mit Twain aufgezeichnet. Auch Twain gehörte zu dieser Gruppe, weshalb es möglich ist, dass Twain auf ihr eigenes Signal geantwortet hat, heisst es in der Studie. Dass sie ihren eigenen Ruf als solchen erkannt haben könnte, erachten die Forschenden als unwahrscheinlich, da dies auf eine hoch entwickelte kognitive Fähigkeit der Selbsterkennung deuten würden. Ein Aspekt, der laut den Forschenden noch weiter erforscht werden könnte.
Wale sind evolutionstechnisch sehr weit von den Menschen entfernt und bevölkerten die Ozeane schon vor 60 Millionen Jahren. In der ozeanischen Geräuschkulisse entwickelten die intelligenten Tiere ein komplexes Kommunikationssystem, welches auf nieder- und hochfrequenten Tönen basiert. Dieses Kommunikationssystem diente dem Forschungsteam als Grundlage, um eine Kontaktaufnahme mit «Ausserirdischen» zu simulieren.
Wie Laurance Doyle vom SETI-Institut in einer Medienmitteilung schreibt, gehe man bei der Suche nach ausserirdischer Intelligenz davon aus, dass Ausserirdische an einer Kontaktaufnahme interessiert seien und deshalb menschliche Empfänger anvisieren. Diese wichtige Annahme werde sicherlich durch das Verhalten von Buckelwalen unterstützt, ist Doyle nach dem Durchführen der Studie überzeugt:
Doyle und ihre SETI-Mitarbeitenden arbeiten weiter mit Wal- und Tierexperten zusammen, um intelligente Filter zu kreieren, die nach der Suche von ausserirdischem Leben helfen sollen. Doyle führt aus:
Durch das Perfektionieren dieser Filter erhoffen sich die Forschenden, intelligente Signale aus dem Weltall identifizieren zu können, um so erstmals den Kontakt mit Aliens aufzunehmen. Das irdische Tierreich bietet dafür eine gute Übungsfläche, denn auch es beinhaltet verschiedene Intelligenzen. Doyle schreibt weiter:
Die Forschenden hoffen auf weitere ähnliche Arbeiten mit intelligenten Tieren. Dafür infrage kämen etwa Delfine, Erdmännchen, Elefanten oder Fleischfresser, die während der Jagd kooperieren.
Bauarbeiter pflegten früher beim Erblicken von Weibchen auch auf diese Art zu Balzen.
Damals gab es auch mehr UFO-Sichtungen.
Ob es da einen Zusammenhang gibt 👽 ?
Es wäre trotzdem auch schön, Geld in die Erforschung der Kommunikation zwischen intelligenten... oder halbintelligenten Zweibeinern zu investieren.
Verbessern wir die Kommunikation und legen wir vor allem den Schwerpunkt auf die Kompetenz des Zuhörers.
In diesem Sinne wünsche ich allen ein frohes Weihnachtsfest: mögen wir einander gut zuhören. Mit den Ohren aber auch und vor allem auch mit dem Herzen. 🎄💫
Das ist in etwa der Plot von Star Trek IV.