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Studie zu Aerosolen: So gross ist die Corona-Gefahr in Bus und Bahn

WissenschaftlerInnen der TU Berlin und der Charité untersuchten quantitativ die Aerosolausbreitung in ÖPNV-Fahrzeugen.
Wissenschaftlerinnen haben die Aerosolausbreitung in öffentlichen Verkehrsmitteln in Berlin untersucht.Bild: TU Berlin

Messungen zeigen: So hoch ist die Corona-Ansteckungsgefahr in Bus und Bahn

Viele Menschen fragen sich, wie sicher die öffentlichen Verkehrsmittel während der Corona-Pandemie sind. Ein deutsches Forscherteam hat nun untersucht, wie hoch die Aerosolkonzentration dort ausfällt.
27.03.2021, 17:1227.03.2021, 18:33
Melanie Weiner / t-online
Ein Artikel von
t-online

Die Fahrt mit den öffentlichen Verkehrsmitteln in Berlin bleibt auch während der Corona-Pandemie sicher – für Fahrgäste und Fahrpersonal. Das belegt eine aktuelle Studie des Fachgebiets Experimentelle Strömungsmechanik der Technischen Universität (TU) Berlin sowie des Labors für Biofluidmechanik der Charité – Universitätsmedizin Berlin.

Ein Team von Wissenschaftlern hatte im Auftrag der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) experimentell die Ausbreitung von Aerosolen in verschiedenen Berliner U-Bahnen, Trams und Bussen untersucht.

Forscher untersuchten Aerosolausbreitung in ÖPNV-Fahrzeugen

Für das Experiment nutzten die Forscher künstlichen Theaternebel und Aerosolmessungen, bei denen virenbehaftete Atemluft simuliert und von menschenähnlichen Puppen eingeatmet wurde.

Das Ergebnis

Die Fahrzeuglüftung sowie das gezielte Öffnen von Fenstern und Türen sorgte für eine effektive Reduktion der Aerosolkonzentration um bis zu 80 Prozent.

Die Forscherinnen nutzten künstlichen Theaternebel sowie Aerosolmessungen, bei denen virenbehaftete Atemluft simuliert und von menschenähnlichen Puppen eingeatmet wird.
Das Volumen eines Busses zum Beispiel entspreche in etwa dem eines mittelgrossen Konferenzraumes. Das Öffnen der Türen an jeder Haltestelle wäre damit vergleichbar, während einer Besprechung etwa alle eineinhalb Minuten die Fenster zu öffnen. Zusätzlich seien die Fahrgäste im öffentlichen Nahverkehr oft nur wenige Minuten in den Fahrzeugen unterwegs.Bild: TU Berlin

Die Trennscheiben in den Bussen verhinderten effektiv die Ausbreitung der Aerosole vom Fahrgastraum zum Fahrerarbeitsplatz. Die Ansteckungsgefahr mit dem Coronavirus ist demnach eher gering, so die Forscher.

Prof. Christian Oliver Paschereit von der TU Berlin erklärte:

«Es hat uns sehr gefreut, dass unsere neu entwickelte Messtechnik dazu beitragen konnte, die Ausbreitung von Aerosolen im öffentlichen Nahverkehr und damit das Ansteckungsrisiko mit SARS-CoV-2 zu beurteilen. Wir konnten hier zeigen, dass die Belüftungsanlagen und das Öffnen der Fenster und Türen die Aerosolkonzentration in den betrachteten Verkehrsmitteln sehr deutlich reduzieren.»

Wichtig zu wissen

Bei der Untersuchung nicht einbezogen wurde der zusätzliche positive Einfluss von medizinischen Masken, wie sie derzeit von den Fahrgästen getragen werden.

«Die Nutzung von Bussen und Bahnen stellt kein erhöhtes Ansteckungsrisiko dar. Mit Maske, Abstand und guter Lüftung sind wir weiterhin gemeinsam sicher unterwegs», sagte BVG-Vorstandsvorsitzende Eva Kreienkamp.

Die Erkenntnisse sollen nun genutzt werden, um die Lüftung und die Fensteröffnung noch gezielter einzusetzen, um die Aerosolkonzentration weiter zu senken.

Quellen

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