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Bei Aufregung erröten – das passiert auch Hühnern

Wirst du rot, wenn dir was peinlich ist? Das passiert auch Hühnern

27.04.2024, 08:2727.04.2024, 08:27

Wer kennt es nicht: Man regt sich auf, ist nervös oder beschämt – und wird rot. Hühnern geht es einer neuen Studie zufolge wohl ähnlich. Das könnte auch Auswirkungen auf den Tierschutz haben.

FILE - Cage-free chickens stand in a fenced pasture on an organic farm, Oct. 21, 2015, in Iowa. Livestock and poultry producers will need to comply with more specific standards if they want to label t ...
Hühner können laut Studie auch rot werden.Bild: keystone

Hühner können ähnlich wie Menschen bei Aufregung rot werden. Das ist das Ergebnis einer Studie des französischen Forschungsinstituts für Landwirtschaft, Ernährung und Umwelt (INRAE), die im Fachblatt «Applied Animal Behaviour Science» veröffentlicht wurde.

Möglicherweise lasse sich die Rötung künftig als Indikator für das Wohlergehen der Tiere einsetzen. Zuvor war die als typisch menschlich geltende Eigenheit des Errötens bei Aufregung bereits bei bestimmten Geiern und Aras gezeigt worden.

Scharlachrote Köpfe

Bei dem Experiment wurden sechs Haushühner (Gallus gallus domesticus) in einem grossen Gehege im Loire-Tal über drei Wochen hinweg beobachtet und in verschiedenen Situationen gefilmt, etwa wenn sie gefüttert oder eingefangen wurden. Anschliessend wurde mit einer Bildsoftware der Grad der Rötung im Gesicht gemessen.

Das Ergebnis: Die Hühner wurden den Forschenden zufolge je nach emotionalem Zustand unterschiedlich stark rot im Gesicht. Wenn sie appetitliches Futter bekamen, erröteten sie nur ein wenig. Wenn sie aber eine negative Erfahrung machten und etwa eingefangen wurden, verfärbte sich das Gesicht der Tiere scharlachrot. Im Ruhezustand war die Haut der Tiere dagegen den Angaben zufolge viel heller.

Angewöhnung an Menschen

Auf dieser Grundlage untersuchten die Forschenden um Aline Bertin und Cécile Arnould vom INRAE das Verhältnis zwischen Mensch und Tier. Sie gewöhnten 13 Hennen über fünf Wochen hinweg schrittweise an die Anwesenheit eines Versuchsleiters. Im Gegensatz zu anderen Hennen, die nicht an einen Menschen gewöhnt wurden, behielt die erste Gruppe eine hellere Hautfarbe bei der Anwesenheit des Versuchsleiters. Das könnte den Angaben zufolge darauf hindeuten, dass sie Menschen positiver wahrnehmen als die Hühner, die zuvor nicht an eine Person gewöhnt wurden.

Durch diese Forschung seien neue Perspektiven hinsichtlich der Ausdrucksformen von Hühnern eröffnet worden, hiess es. Dazu zählten etwa die Bewegung der Kopffedern, aber auch, wie sich die Gesichtsfarbe der Hühner beim Spielen, bei Frustration oder im sozialen Miteinander verändert. (saw/sda/dpa)

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