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Bald soll es keine braunen Hühnereier in Deutschland mehr geben

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Ob sie weisse oder braune Eier legen, erkennt man an ihren Ohrscheiben. Sind es braune, dann sind die Hennen allerdings weniger profitabel.Bild: keystone

Bald soll es keine braunen Hühnereier mehr geben in Deutschland – was dahintersteckt

Braune Hühnereier könnten bald eine Seltenheit sein, sagen Eiererzeuger voraus. Es geht um grosse und kleine Hühner, Drüsen, Ohrscheiben – und den maximalen Profit.
12.04.2024, 09:3112.04.2024, 14:58
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Sie sind grösser, und manch einer denkt sogar, sie seien gesünder: braune Eier. Doch bald könnten sie eine Seltenheit sein. «In fünf Jahren wird es keine braunen Eier mehr im Supermarktregal geben», sagte Henner Schönecke, Vorsitzender des Bundesverbandes der deutschen Eiererzeuger, der «Bild». Das hat mehrere Gründe.

Einer ist der Platzbedarf: Hühner, die weisse Eier legen, sind meistens kleiner, heisst es in dem Bericht. Auch seien die Eier etwas kleiner, was sich wiederum auf das Tierwohl auswirken soll, weil das Legen weniger anstrengend sei, sagte Landwirt Henrick Witte der Zeitung.

Ein wichtigeres Argument dürfte aber die Produktion sein: Hühner, die weisse Eier legen, können dem Bericht zufolge 500 Eier in 100 Lebenswochen legen, die Braun-Hühner 380 in 82 Wochen. Ausserdem benötigen die Weissen nur 120 Gramm Futter am Tag, während das braunlegende Federvieh 135 Gramm verschlingt. Geflügelhalter können also einiges an Futterkosten sparen.

Eierfarbe wird durch Drüsen entschieden

Der Chef der Eierproduzenten will seinen Betrieb im Mai ganz auf weisse Eierleger umstellen. «Nach und nach werden alle Betriebe nachziehen», sagte er der «Bild». Auch sein Kollege Henrik Witte setzt seit Jahresbeginn auf weisse Eier. Dieser hat 14'999 Tiere in seiner Freilandhaltung in Niedersachsen.

Die Farbe der Eier entscheiden Drüsen, die mal mehr, mal weniger rote Blutpigmente in den Kalkschalen einlagern. Das ist genetisch bedingt. An der Ohrscheibe kann man sehen, welche Farbe die Eier eines Huhns haben: Ist sie weiss, ist auch das Ei weiss. Ist sie rot, legt es braune Eier. Mit der Farbe der Federn hat die Eierfärbung nichts zu tun.

Bei den Konsumenten kommen die braunen Eier eigentlich besser an: Nach Angaben des Verbands der Geflügelwirtschaft beträgt das Verhältnis zwischen braunen und weissen Produkten 70 zu 30 Prozent. Das liegt an der falschen Annahme, dass weisse Eier aus Käfighaltung stammen und braune aus Freilandhaltung, klärt Eier-Chef Schönecke, der selbst 38'000 Legehennen hat, auf. Deshalb stünden die farbigen Produkte in vielen Köpfen mehr für Bio und Natur. (t-online, wan)

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26 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Amateurschreiber
12.04.2024 09:49registriert August 2018
Wenn die braunen tatsächlich beliebter sind, können sie einfach teurer verkauft werden und schon ist der Nachteil in der Produktion wieder wettgemacht. (Angebot und Nachfrage).
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El_Chorche
12.04.2024 10:29registriert März 2021
Wem das mit den Eierfarben zu kompliziert ist, empfehle ich eine Karriere als Politiker.

Für diese ist der Staat eine eierlegende Wollmilchsau
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GhostOfChristopherHitchens
12.04.2024 09:52registriert November 2021
Von 100 Lebenswochen kann eine Hybridhenne nur träumen: Die Eierproduktion nimmt ab 12 Monaten ab, danach werden die Tiere wegen der sinkenden Produktivität "ersetzt". So schauts aus...
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