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Antarktis schmilzt im Westen schneller – Studie deckt möglichen Grund auf

Antarktis schmilzt im Westen schneller – Studie deckt möglichen Grund auf

04.07.2024, 20:0004.07.2024, 19:11
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Forscherinnen und Forscher haben eine mögliche Erklärung dafür gefunden, warum in der Antarktis der Eisschild im Westen schneller zu schmelzen scheint als im Osten. Dies dürfte daran liegen, dass anders als bisher angenommen die Entstehung des Eisschild nicht im Zentrum, sondern im Osten der Antarktis begann, wie ein internationales Forscherteam vom in Bremerhaven ansässigen Alfred-Wegener-Institut (AWI) am Donnerstag in der Fachzeitschrift «Science» berichtete.

A penguin stands near at Bransfield Strait shore, Antarctica, Nov. 23, 2023. (AP Photo/Jorge Saenz)
Ein Pinguin in der Antarktis.Bild: keystone

Die Forscher nahmen Sedimentproben aus Bohrkernen von einer Expedition in die Antarktis und verknüpften diese mit Modellierungsarbeiten. Nach den Erkenntnissen begann die Vereisung der Antarktis vor etwa 34 Millionen Jahren. Sie habe im Osten begonnen - erst sieben Millionen Jahre später habe sich auch im Westen der Antarktis Eis gebildet. Die Ergebnisse zeigten, wie extrem unterschiedlich Ost- und Westantarktis auf äussere Einflüsse reagierten.

Für die Forscher kamen die Ergebnisse den Angaben zufolge überraschend. Als vor 34 Millionen Jahren die Vereisung in der Ostantarktis begonnen habe, habe es im Westen noch keine Anzeichen dafür gegeben. «Somit muss eine grossräumige, dauerhafte Erstvergletscherung irgendwo in der Ostantarktis begonnen haben», erklärte der AWI-Geologe Johann Klages. Zu der Zeit sei die Westantarktis weiter von dichten Laubwäldern bedeckt gewesen.

Die Untersuchungen hätten auch gezeigt, wie unterschiedlich die beiden Teile des antarktischen Eisschilds auf äussere Einflüsse und grundlegende klimatische Veränderungen reagierten. «Eine leichte Erwärmung reicht schon aus, um das Eis der Westantarktis wieder zum Schmelzen zu bringen - und genau da befinden wir uns gerade», erklärte Klages. Die Erkenntnisse des internationalen Forschungsteams sind laut AWI wichtig, um den extremen Übergang vom Treibhausklima der Vergangenheit in das heutige Eishausklima zu verstehen. (sda/afp)

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