Wissen
Forschung

Töchter übergewichtiger Mütter haben ein höheres Leukämierisiko

Töchter übergewichtiger Mütter haben ein höheres Leukämierisiko

18.03.2025, 16:0818.03.2025, 16:08
ARCHIV - 08.01.2007, Nordrhein-Westfalen, Bonn: Eine hochschwangere Frau fasst sich mit beiden H
Bild: DPA

Übergewicht bei werdenden Müttern ist ein Risikofaktor für die Entstehung einer Leukämie bei Töchtern. Söhne dagegen sind nicht betroffen, wie das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ) in Heidelberg am Dienstag berichtete.

Heidelberger Forscher analysierten gemeinsam mit Kollegen der schwedischen Universität Lund die Daten von fast drei Millionen Geburten in Schweden über einen Zeitraum von 35 Jahren. Datengrundlage war das landesweite schwedische Familienkrebsregister.

Im Untersuchungszeitraum erkrankten in dem skandinavischen Land insgesamt 1388 Kinder an akuter lymphoblastischer Leukämie (ALL). Diese Form der Leukämie ist zwar insgesamt selten, macht aber rund ein Viertel der Krebserkrankungen im Kindes- und Jugendalter aus. Wie Analyse zeigten, hatten Mädchen, deren Mütter bereits zu Beginn der Schwangerschaft übergewichtig oder fettleibig waren, ein um 40 Prozent erhöhtes Risiko, an ALL zu erkranken.

Dieser Zusammenhang konnte bei Söhnen hingegen nicht nachgewiesen werden. DKFZ-Forscher Mahdi Fallah sieht darin Hinweise, dass «mütterliches Übergewicht ein bislang übersehener Risikofaktor für kindliche Leukämie sein könnte – und zwar geschlechtsspezifisch».

Die Forscher vermuten, dass hormonelle Einflüsse, insbesondere ein erhöhter Östrogenspiegel in der Schwangerschaft, eine Schlüsselrolle spielen könnten. Östrogene beeinflussen nachweislich die Genexpression und könnten das Leukämierisiko bei weiblichen Nachkommen steigern. Dagegen zeigte die Studie keinen Zusammenhang zwischen der Gewichtszunahme während der Schwangerschaft und dem ALL-Risiko. (sda/afp)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Das könnte dich auch noch interessieren:
Vom Dreckloch bis zum Arsch: Warum heissen Orte so, wie sie heissen?
Im ersten Wander-Podcast der Schweiz, dem Rauszeit-Podcast, spricht watson-Journalist Reto Fehr mit Gästen über die beliebteste Sportart der Schweiz und entlockt den Experten konkrete Wandertipps. Heute zu Gast: This Fetzer, Redaktor beim Schweizerischen Idiotikon. Er erklärt uns, warum Orte, Berge und Flure so heissen, wie sie eben heissen.
Das Schweizerische Idiotikon ist das Wörterbuch der Schweizerdeutschen Sprache. Seit über 100 Jahren wird dieses geführt – und ist noch immer nicht ganz fertig. Aktuell wird an Band 17 mit dem Buchstaben «Z» gearbeitet. Was da genau gemacht wird und wie Orte, Berge oder Flure ihre Namen erhielten, das sagt uns Idiotikon-Redaktor This Fetzer. Übrigens: Idiotikon geht auf das griechische «Idios» zurück, was so viel wie «eigen» oder «eigentümlich» bedeutet.
Zur Story