DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Bad News für Bartträger: In deinem Bart gibt's mehr Mikroben als in Hundefell



man shouting a phone mann schreit telefon an smartphone handy bart hipster social media.

Bild: shutterstock

In Bärten stecken mehr Mikroben als im Hundefell. Das gilt zumindest für jene 18 Männer und 30 Hunde, deren haarige Bakterienbelastung in einer Studie untersucht wurde. Hintergrund der Analyse ist die Frage, ob es vertretbar ist, Hunde in den gleichen MRT-Scannern zu untersuchen wie Menschen.

Angesichts von 80 Millionen Hunden alleine in Europa gewinnt auch in der Tiermedizin die Diagnostik mittels MRT an Bedeutung, betonen die Autoren um den Radiologen Andreas Gutzeit von der Hirslanden Klinik in Luzern, der auch Associate Professor an der Paracelsus Medizinischen Privatuniversität (PMU) in Salzburg ist.

Allerdings gibt es nur wenige veterinärmedizinische Kliniken, die sich solche Scanner leisten können. Aus diesem Grund werden immer wieder Hunde in den gleichen MRT-Scannern untersucht wie Menschen - was in der Schweiz die Stiftung Patientenschutz kritisiert hat.

Zu unrecht, wie die Studie von Gutzeit und Kollegen nun zeigt: Während bei allen 18 menschlichen Studienteilnehmern eine hohe Mikrobenzahl im Bart festgestellt wurde, waren es bei den Hunden - wo im Nacken zwischen den Schulterblättern gemessen wurde - nur 23 von 30. Sieben Tiere hatten eine mittlere Bakterienbelastung, berichten die Forscher im Fachjournal «European Radiology».

Lachende Hunde, die dich glücklich machen

1 / 32
Lachende Hunde, die dich glücklich machen
Auf Facebook teilenAuf Twitter teilenWhatsapp sharer

Kein spezielles Risiko

Human-pathogene Keime wurden bei sieben von 18 Bartträgern, aber nur bei vier von 30 Hunden gefunden, statistisch war das aber nicht signifikant. Hunde würden wohl aufgrund ihrer Fellbeschaffenheit somit kein Risiko für Menschen darstellen, betonen die Forscher.

Die Wissenschaftler prüften auch die Bakterienbelastung in der Mundhöhle von Mensch und Tier. Auch hier fanden sich «signifikant mehr Mikroben in der Mundschleimhaut der Menschen als in jener der Hunde», wie es in der Arbeit heisst. Bei potenziell human-pathogenen Keimen war die Belastung der Hunde allerdings deutlich und statistisch signifikant höher (19 von 30 Hunden) als jene der Menschen (1 von 18).

Schliesslich überprüften die Wissenschaftler in einer europäischen Klinik, wo rund 8000 MRT-Untersuchungen pro Jahr an Menschen und fallweise auch an Hunden durchgeführt werden, die Bakterienbelastung im MRT - und zwar jeweils nach der Untersuchung von tierischen und menschlichen Patienten sowie dem anschliessenden routinemässigen Reinigungs- und Desinfektionsprozess.

Nach Hunden wird besser geputzt

Es zeigte sich, dass die Bakterienbelastung nach der Untersuchung von Hunden deutlich geringer war als nach jener von Menschen. Offensichtlich werden die Geräte nach Hunden deutlich besser gereinigt als nach Menschen.

Bei Bemühungen zur Reduktion von Spitalinfektionen sollte die zentrale Frage vielleicht nicht sein, ob Hunde in humanmedizinischen Einrichtungen untersucht werden dürfen, sondern vielmehr auf Hygienekenntnisse und -massnahmen fokussieren und auf das Verständnis, was für Patienten eine echte Gefahr und ein Risiko bedeutet, betonen die Wissenschaftler. Sie führen als Beispiel das Ergebnis einer anderen Studie an, wonach in europäischen Spitälern Ultraschallköpfe teils stärker mit pathogenen Keimen belastet sind als Toilettensitze oder Haltestangen in Bussen. (sda/apa)

>>> Hier gibt's den Fachartikel.

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

20 Gründe, warum du deinen Bart trotzdem nicht abrasieren solltest

1 / 42
20 Gründe, warum du deinen Bart nicht abrasieren solltest
Auf Facebook teilenAuf Twitter teilenWhatsapp sharer

Wenn die Hebamme einen Bart trägt

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Was in unserem Körper nach der Covid-Impfung passiert – Schritt für Schritt erklärt

Die Schweiz hat den Impf-Turbo gezündet. Doch was passiert eigentlich nach dem ersten Piks im Oberarm in unserem Körper genau? Wir erklären es dir – Schritt für Schritt.

Das ist das neue Coronavirus Sars-CoV-2. In seinem Innern trägt es die RNA, also das Erbgut und an seiner Oberfläche stehen eine Art Stachel ab, Spike-Proteine genannt. Das Virus braucht sie, um in die menschlichen Zellen zu gelangen. Weil unser Körper diese Stacheln nicht kennt, beginnt er bei einer Infektion mit dem Coronavirus, Antikörper dagegen zu produzieren. Dank diesen ist man nach einer Erkrankung vorübergehend immun.

Damit nun nicht alle zuerst krank werden müssen, um Antikörper gegen …

Artikel lesen
Link zum Artikel