Entspannt schwimmt man im Meer und plötzlich drückt die Blase. Im grossen weiten Ozean nehmen es viele locker und pinkeln mir nichts, dir nichts ins Meerwasser. Doch an einigen spanischen Stränden soll damit Schluss sein, die Behörden haben ein Pinkelverbot verhängt. Marbella an der Costa del Sol droht zum Beispiel mit einer Busse von 750 Euro gemäss der Zeitung «Murcia Today». Der Küstenort Vigo im Nordwesten Spaniens hat die Bestrafung von Pinklern schon 2022 eingeführt.
Angesichts der riesigen Wassermenge in den Ozeanen, stellt sich da die Frage, ob das Urinieren tatsächlich einen Einfluss auf das Meerwasser und deren Bewohner oder Badende hat. Die Verdünnung ist tatsächlich riesig. «Zudem ist der Hauptinhaltsstoff des Urins, die Harnsäure, biologisch sehr gut abbaubar», sagt Nicolas Gruber, Professor für Umweltphysik an der ETH Zürich.
Der Urin eines durchschnittlichen Menschen besteht zu mehr als 95 Prozent aus Wasser, wie in einem Beitrag von «Chemical & Engineering News» gezeigt wird. Ausserdem enthält er zwischen eins und zwei Gramm Natrium- und Chloridionen pro Liter. Sogar wenn jeder Mensch auf der Erde ins Meer pinkeln würde, wäre der Anteil an Harnstoffen irrelevant. «Er wird zudem von vielen Organismen als Stickstoffquelle benützt», sagt Gruber. Der Stickstoff im Urin verbindet sich mit dem Wasser und bildet Ammonium, das die Pflanzen im Meer ernährt. Auch andere Tiere pinkeln zudem ins Meer, der Finnwal entlässt pro Tag 1000 Liter aus seiner Blase.
Der Umweltphysiker gibt aber zu bedenken, dass wir über die Niere auch viele andere Stoffe ausscheiden, die problematisch sein könnten. Am bekanntesten wären Abbauprodukte von Antibiotika und hormonell aktive Substanzen, wie zum Beispiel Östrogen. Diese «Micropollutants» genannten Substanzen könnten in aquatischen Systemen durchaus problematisch sein, da sie auch bei sehr kleinen Konzentrationen wirken.
Gruber vermutet aber, dass der Hauptgrund des Verbots eher auf die Gesundheit des Menschen ziele. Insbesondere an Orten, wo viele Leute baden, wie an beliebten Meeresstränden. «Denn wer will schon baden, wo viele andere Leute ihr Geschäft verrichteten?», fragt er rhetorisch.
Es gibt jedoch einige Stellen im Meer, an denen Urin schädlich für die Umwelt sein kann. Die Korallenriffe der Maya Bay in Thailand seien durch Urin im Meer direkt geschädigt worden, und das Gebiet habe geschlossen werden müssen, um seine Verjüngung zu gewährleisten, schrieb die Online-Zeitung «inews.co.uk» nach der Einführung des Verbots in Vigo.
Stickstoff verursacht das Wachstum von Algen, und das schadet den Korallen. Das bestätigt der britische «Telegraph», der sich auf eine Meeresbiologin beruft. Bei geringem Wasseraustausch wie bei Korallenriffen könne zu viel Urin im Wasser zu einer Überproduktion von Algen und Seegras führen. Zu viele Algen konkurrenzieren mit Korallen und anderen Lebewesen um Licht und Platz.
Beim Korallenstrand sollte man somit nicht ins Meer pinkeln. In den allermeisten Fällen ist es aber völlig unbedenklich. Zudem ist es wohl ziemlich schwierig, die Badegäste zu erwischen, die es trotz Strafandrohung nicht lassen können. Eine Kontrolle ist eigentlich unmöglich. Mit einer tauchenden Pinkelpolizei ist nicht zu rechnen. (aargauerzeitung.ch)
Aber wieso denn?
Er pinkelt immer ins Becken.
Das tun doch alle Kinder.
Aber nicht vom 3 Meterbrett!
(Otto)