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Forscher entdecken in Griechenland ein gewaltiges Spinnennetz

Hast du Angst vor Spinnen? Dann dürfte dir dieser neue Fund in Griechenland nicht gefallen

07.11.2025, 11:1907.11.2025, 11:19

In einer entlegenen Höhle an der Grenze zwischen Griechenland und Albanien haben Forscher den bislang grössten bekannten Spinnennetz-Komplex der Welt aufgespürt. Das Netz beherbergt mehr als 111'000 Spinnen.

Grösstes Spinnennetz
So sieht das grösste Spinnennetz der Welt aus.Bild: Marek Audy

Wie das internationale Team im Fachjournal «Subterranean Biology» berichtet, bedeckt das Netz eine Fläche von rund 106 Quadratmetern.

Das gewaltige Geflecht zieht sich entlang von Felswänden eines Gangs der sogenannten Schwefelhöhle und besteht aus zahllosen trichterförmigen Teilstrukturen. Nach Angaben der Wissenschaftler handelt es sich um eine Art Netz-Mosaik, das von zwei unterschiedlichen Spinnenarten gemeinsam errichtet wurde – ein bisher nicht beobachtetes Verhalten.

Zwei Arten

Die Kolonie setzt sich zusammen aus etwa 69'000 Exemplaren der weit verbreiteten und auch in Mitteleuropa vorkommenden Hauswinkelspinne (Tegenaria domestica) und 42'000 weiteren der Art Prinerigone vagans, die zur Familie der Baldachinspinnen zählt. Beide Arten sind normalerweise Einzelgänger und werden meist in der Nähe menschlicher Siedlungen gefunden.

Grösstes Spinnennetz der Welt
Die Hauswinkelspinne, eine der beiden Bewohnerinnen.Bild: Marek Audy

Erstautor István Urák von der Sapientia-Universität im rumänischen Sfântu Gheorghe vermutet, dass die extremen Bedingungen in der dunklen, sehr schwefelhaltigen Umgebung das ungewöhnliche Zusammenleben begünstigen.

Anpassung an die Dunkelheit

In der Höhle, deren Eingang auf der griechischen Seite der Grenze liegt, herrscht dauerhaft Dunkelheit. Schwefelhaltiges Wasser strömt mit einer Temperatur von ganzjährig etwa 26 Grad Celsius durch die gesamte Hauptpassage der Höhle. Die Spinnen fangen in ihrem Netz Mücken, die sich von mikrobiellen Biofilmen ernähren, die etwa an den Höhlenwänden wachsen.

Genetische Analysen zeigen, dass die Spinnen in der Höhle von ihren Artverwandten andernorts deutlich abweichen sowohl im Erbgut als auch in der Zusammensetzung ihres Mikrobioms. Die Forscher sprechen von einem möglichen Anpassungsprozess an die unterirdische Umgebung. Das Team hofft, die empfindliche Kolonie schützen zu können, obwohl die Höhle in einem grenzüberschreitenden Gebiet liegt, wie der griechische Rundfunk (ERT) berichtete. (dab/sda/dpa)

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