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Klimaanlagen heizen Städte auf: Was Studien zeigen

Klimaanlage
An heissen Tagen sorgen Klimaanlagen in Innenräumen für Abkühlung.Bild: Shutterstock

12 Grad wärmer? Wie stark Klimaanlagen Städte wirklich aufheizen

Klimaanlagen können Städte um 10 bis 12 Grad aufheizen, sagt eine Professorin für nachhaltige und resiliente Städte. Ein Blick in die Studien zeigt: Die Aussage stimmt nur in speziellen Fällen.
26.06.2026, 12:5426.06.2026, 15:02

Klimaanlagen sind laut der Professorin für nachhaltige und resiliente Städte an der Universität Nottingham, Lucelia Rodrigues, keine nachhaltige Lösung während Hitzewellen. Das sagte sie in einem Interview mit Channel 4 News.

Zwar würden sie Innenräume abkühlen, die Wärme aber gleichzeitig nach draussen abführen. Dadurch verstärken sie laut Rodrigues den städtischen Wärmeinseleffekt, wodurch die Temperaturen in Städten um bis zu 12 Grad steigen könnten. Zudem würden Klimaanlagen den Klimawandel weiter verschärfen.

Städtischer Wärmeinseleffekt
Der städtische Wärmeinseleffekt (Urban Heat Island Effect, UHI) beschreibt das Phänomen, dass städtische Gebiete deutlich höhere Luft- und Oberflächentemperaturen aufweisen als das umliegende, ländliche Umland – besonders nachts. So liegt die Nachttemperatur in Schweizer Städten laut MeteoSchweiz um 5 bis 7 Grad höher als im ländlich geprägten Umland. Die Wärmeinseln sind je nach Grösse der Stadt, Bebauungsdichte, Vegetationsanteil und Durchlüftung unterschiedlich stark ausgeprägt.
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Bild: keystone

Behauptungen stossen auf Widerspruch

Auf der Plattform X widersprechen User Rodrigues' Aussagen. Dass Klimaanlagen die Aussentemperatur in Städten um 10 bis 12 Grad erhöhen, werde von Studien nicht gestützt. So hätten etwa Untersuchungen aus Phoenix im US-Bundesstaat Arizona gezeigt, dass es tagsüber praktisch keinen und nachts einen Temperaturanstieg von rund einem Grad gebe. Eine Studie aus Tokios Bürovierteln komme auf einen Effekt von 1 bis 2 Grad.

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screenshot x

Klimaanlagen können schmale Strassen bis zu 10 Grad aufheizen

Wie stark Klimaanlagen ihre Umgebung tatsächlich aufheizen, hängt laut dem Stadtplaner und Designer Clément Gaillard von den örtlichen Gegebenheiten ab. So habe eine Studie aus dem Jahr 2020 geschätzt, dass die Klimatisierung von ganz Paris die Lufttemperatur im Stadtzentrum während einer Hitzewelle nur um 0,25 bis 0,75 Grad erhöhe.

Eine Studie von 2025 komme jedoch zum Schluss, dass in sehr schmalen Strassen mit zur Strasse gerichteten Klimaanlagen lokal Temperaturanstiege von bis zu 10 Grad möglich seien – je nach Windrichtung.

Gaillard führt die unterschiedlichen Ergebnisse auf verschiedene Untersuchungsmethoden und einen unterschiedlichen räumlichen Massstab zurück: Während Stadtmodelle den durchschnittlichen Effekt für eine ganze Stadt berechnen würden, zeige die neuere Studie, dass die Auswirkungen von Klimaanlagen auf öffentliche Räume stark von den Gegebenheiten in einzelnen Strassen abhängen würden.

Der hohe Temperaturanstieg gelte zudem nur, wenn die Schläuche der Klimaanlagen zur Strasse ausgerichtet seien. Wenn die Aussengeräte auf Dächern installiert seien, falle der zusätzliche Erwärmungseffekt dagegen gering aus.

Gaillard betont, dass Klimaanlagen zwar einen wichtigen Beitrag zum Hitzeschutz leisten würden, bei ihrer Planung jedoch auch Auswirkungen auf das Stadtklima und die Aufenthaltsqualität im öffentlichen Raum berücksichtigt werden sollten.

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Am Sonntag wurde es in Paris 37 Grad.

quelle: keystone / michel euler
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117 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Decepticon
26.06.2026 13:14registriert April 2022
Und Medellin konnten sie mit konsequenter Begrünung die Durchschnittstemperatur um zwei Grad senken. Bei uns in Zürich alles nur grünes Geschwätz um Parkplatz- und Spurenabbau, dennoch wird alles geteert was das Zeugs hält, Tramtrasseen, spurenbreite Velowege, Plätze bei Überbauungsprojekten, Dächer ohne nix Pflanzen. Völlig verfehlte Klimapolitik mit klaren Feindbildern aber ohne pragmatische Lösungen. Ick abe fertig, Flasche warm, äh, leer..
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Bärner728
26.06.2026 13:04registriert Juni 2020
Zusammengefasst: Die Aussage stimmt nur in speziellen Fällen, sonst ist sie, vermutlich aus ideologischen und politischen Gründen, masslos übertrieben und kann getrost ignoriert werden.
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Doplagus
26.06.2026 12:58registriert Dezember 2019
Ziemlich reisserische Headline, wenn sogar im Artikel steht:

"Eine Studie von 2025 komme jedoch zum Schluss, dass in sehr schmalen Strassen mit zur Strasse gerichteten Klimaanlagen lokal Temperaturanstiege von bis zu 10 Grad möglich seien – je nach Windrichtung."
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