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Klimaanlage während Hitzewelle: Unterschied zwischen Monoblock und Split

Beliebt und so günstig wie ineffizient: Monoblock-Klimaanlage.
Beliebt und so günstig wie ineffizient: Monoblock-Klimaanlage. bild: ki generiert/ChatGPT
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Warum du dir keine Monoblock-Klimaanlage kaufen solltest

Es ist heiss und nicht nur schlecht isolierte Dachwohnungen verwandeln sich derzeit in Brutkästen. Der Versuchung, sich in diesen Tagen endlich eine Klimaanlage anzuschaffen, erliegen deshalb immer mehr Menschen in der Schweiz.
25.06.2026, 11:3925.06.2026, 15:59
Michael Kern
Michael Kern

Wer die einschlägigen Onlineshops durchforstet, wird schnell fündig: Günstige Klimageräte gibt es bereits für wenige hundert Franken. Sie sind schnell bestellt und kinderleicht installiert. Man muss lediglich einen Schlauch aus dem Fenster hängen, und schon strömt kalte Luft aus dem Gerät.

Was für eine Erleichterung. Bei den meisten Käufern hält die Freude allerdings nur kurz. Nach dem ersten kühlen Lüftchen folgt schnell die Ernüchterung: Die Raumtemperatur sinkt nicht wirklich.

Das Nullsummenspiel des Kompressors

Das Herzstück jeder Klimaanlage ist der Kompressor. Dieser komprimiert das sogenannte Kältemittel – ein Gas, bei dem es sich meist um R32 (Difluormethan) oder R290 (Propan) handelt. Beim Komprimieren wird das Gas heiss und gibt Wärme ab. Hat es genug Wärme abgegeben, erreicht es wieder Raumtemperatur. Wenn sich das Gas danach wieder ausdehnt, wird es schlagartig kalt und entzieht der Umgebung Wärme.

Insgesamt ist das ein physikalisches Nullsummenspiel. Damit eine Klimaanlage einen Raum effektiv kühlen kann, muss die Wärme, die beim Komprimieren des Gases anfällt, zwingend aus dem Raum geleitet werden. Und genau hier liegt das grosse Problem von Monoblock-Klimaanlagen.

Sie heissen so, weil sie aus einem (mono) Block bestehen. Die Wärme wird sozusagen mitten im Raum produziert und muss dann über einen dicken Schlauch ins Freie geleitet werden. Dadurch entsteht im Zimmer ein Unterdruck. Das bedeutet: Es muss von irgendwoher Luft nachströmen.

Diese Luft strömt allerdings in den seltensten Fällen direkt vom Nordpol in das zu kühlende Zimmer. Sie kommt von draussen oder aus einem Nebenraum – und ist somit ebenfalls kochend heiss.

Der Mythos mit der Fensterabdichtung

Der findige Online-Shopper wird nun auf die Abdichtung verweisen, die bei jeder Monoblock-Anlage mitgeliefert wird und das offene Fenster versiegeln soll. Fensterabdichtungen helfen gegen direkte Warmluft-Lecks, beseitigen aber nicht das Unterdruckproblem der Monoblock-Klimaanlage.

Wäre der Raum tatsächlich komplett dicht und es würde immer weiter Luft nach draussen gelangen, hätte man irgendwann ein Vakuum im Zimmer. Und dieses setzt dem menschlichen Körper erfahrungsgemäss deutlich stärker zu als Hitze und endet nicht selten tödlich. Man kann sich der nachströmenden Heissluft also so sicher sein wie des Amens in der Kirche.

Die Rettung namens Split-Anlage

Deutlich smarter gelöst ist dieses Problem bei Split-Klimaanlagen. Bei diesen Geräten sind die Funktionen auf zwei Einheiten aufgeteilt – deshalb der Name Split-Anlage. «Duoblock-Klimaanlage» klingt marketingtechnisch wohl einfach weniger sexy.

Hier wird das warme Gas nach dem Komprimieren über einen dünnen Schlauch zur Ausseneinheit transportiert. Erst dort wird die Wärme an die Umwelt abgegeben. Das abgekühlte Gas strömt durch den Schlauch zurück in die Anlage im Innenraum, dehnt sich aus und erzeugt die gewünschte Kälte.

Ein Luftaustausch zwischen drinnen und draussen findet nicht statt. Dadurch kann die Luft im Raum immer weiter abkühlen und somit genau das tun, was wir uns so sehnlichst wünschen.

Die Installation einer mobilen Split-Anlage ist zwar etwas schwieriger. Glück hat, wer einen breiten Fenstersims oder einen Balkon hat. Dann lässt sich die Ausseneinheit einfach dort platzieren. Auch der Anschaffungspreis ist höher. Aber dafür tun diese Geräte exakt das, wofür man sie gekauft hat.

Fix verbaute Anlagen fallen meist weg

Für Mieterinnen und Mieter ist es in der Regel keine Option, eine Kernbohrung durch die Aussenwand der Mietwohnung vorzunehmen. Deshalb fällt die edelste aller Klimaanlagen für viele im Vorfeld weg. Zudem ist eine Bewilligung notwendig.

Bei fix verbauten Modellen befindet sich der Kompressor direkt in der Ausseneinheit. Das Gas wird nur zum Ausdehnen und Abkühlen in den Innenraum geleitet. Das ist nicht nur am effizientesten, sondern auch am leisesten. Denn der Kompressor ist das Bauteil, das eine Klimaanlage nervig laut macht.

Dass du dir eine Split-Anlage und keinen Monoblock kaufen solltest, ist nun also geritzte Sache. Beim Kauf gilt es dennoch, auf den BTU/h-Wert zu achten. BTU bedeutet «British Thermal Unit» und dient als Masseinheit für die Leistung von Klimageräten. Der Wert zeigt an, wie viel Luft eine Anlage pro Stunde abführen kann.

Die meisten mobilen Geräte bewegen sich in einem Bereich von 5000 bis 12'000 BTU/h. Je höher der Wert, desto stärker wird gekühlt. Aber tappe jetzt nicht wieder in die Falle: Auch eine Monoblock-Anlage mit einem extrem hohen BTU/h-Wert nützt wenig, wenn hinterher sofort wieder die heisse Sommerluft ins Zimmer gezogen wird.

Die kreative Lösung aus dem 3D-Drucker

Ein Reddit-User hat das Problem kürzlich selbst in die Hand genommen und mit einem 3D-Drucker einen speziellen Aufsatz für seinen Monoblock gebaut, um einen zweiten Schlauch anzubringen. Damit hat er das Hauptproblem gelöst.

Ein Workaround Marke Eigenbau von Reddit-User Triple-S.
Ein Workaround Marke Eigenbau von Reddit-User Triple-S.Bild: reddit.com/user/-Triple-S-/

Die heisse Luft strömt nicht zuerst in seinen Raum, hält diesen schön warm, treibt ihm den Schweiss auf die Stirn und fliesst dann in die Anlage, um gekühlt zu werden. Nein, die Aussenluft strömt hier direkt in die Anlage und hilft dann ohne Umwege, die noch wärmere Abluft wieder nach draussen zu transportieren.

Da du aber keinen 3D-Drucker zu Hause herumstehen und auch keine Lust auf aufwendige Bastelarbeiten hast, kaufst du dir deshalb besser eine Split-Anlage.

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272 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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DonSamotti
25.06.2026 11:55registriert Juni 2019
die Monoblock-Anlage kühl immerhin mein Schlafzimmer auf angenehme 20 °C während der Rest der Wohnung gegen 30 °C aufweist. ich würde ja gerne eine Split-Anlage nutzen, bin aber leider nur Mieter…
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marcog
25.06.2026 12:19registriert Februar 2016
Monoblockanlagen sind ein offensichtliches Unding. Aber dass es derart bürokratisch ist, um eine Splittanlage zu installieren, ebenfalls.
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Zak McKracken
25.06.2026 12:27registriert Mai 2024
Bei mir funktioniert der Monoblock, da er dazu dient, die unter dem Dach entstandene Wärme abzutransportieren, und dafür kühle Luft aus dem Keller (offene Treppen) nachzieht...
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