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Die Schweiz, ein einig Volk von Voyeuren

Die Schweiz, ein einig Volk von Voyeuren

Voyeurismus hatte lange Zeit einen schlechten Ruf. Doch inzwischen entdecken immer mehr Frauen und Männer die Lust am einvernehmlichen Beobachten anderer.
06.02.2023, 13:5306.02.2023, 21:32
Jennifer Buchholz
A crowd forms around one of the performers at Festival of Erotic Cinema, the industry trade show which runs from 20 September to 03 October in a suburb of Barcelona, the eastern Spanish city that has  ...
Gucken gerne: Schweizer.Bild: EPA
Ein Artikel von
t-online

Anderen dabei zuzuschauen, wie sie miteinander intim sind, wirkt auf viele sehr anregend – und nicht nur erregend. Sie empfinden es als ästhetisch und lustvoll, wenn sie andere Frauen und Männern einvernehmlich beim Ausüben ihrer Gelüste beobachten können. Das ergab eine aktuelle Umfrage des Dating-Portals «JoyClub» unter 2'617 Mitgliedern.

Knapp jeder Vierte (24.1 Prozent) gab in der Befragung im November 2022 an, gerne voyeuristisch zu sein – selbstverständlich nur mit der entsprechenden Genehmigung. Vor drei Jahren fand das einvernehmliche Zuschauen nur jeder Fünfte schön (21.8 Prozent). Die Tendenz ist also steigend. Besonders mit zunehmenden Alter scheint Voyeurismus immer mehr an Bedeutung zu gewinnen. Denn hier gab jeder dritte Befragte an, dass für ihn beziehungsweise sie Voyeurismus ein echter Lustgewinn sei.

Die Schweiz ist am Voyeuristischsten

Die grösste Lust am Zuschauen haben laut «JoyClub» die Schweizer mit insgesamt 26.4 Prozent, gefolgt von den Österreichern (25 Prozent). Auf Platz drei landen die Deutschen, noch vor Frankreich und Spanien. Italiener scheinen dem Voyeurismus eher wenig abzugewinnen. Sie landen bei der Umfrage auf dem letzten Platz.

Was reizt am Zuschauen?

Die befragten Frauen und Männer erklärten, dass sie den Anblick lustvoller Menschen am meisten reizt (66.6 Prozent). Aber auch die Situation des Zuschauens an sich finden viele als besonders Lust-fördernd. Doch viele denken beim Voyeurismus nicht nur an sich selbst. So ist es vielen ebenfalls wichtig, dass die Beobachteten es geniessen, die Blicke auf sich zu ziehen.

Doch nicht jeder möchte explizit dazu eingeladen werden. Vor allem für Frau wirkt diese direkte Aufforderung eher abschreckend. Sie wollen lieber still, heimlich und unbemerkt zuschauen. Für Männer ist das offensive Beobachten hingegen kein Problem.

Übrigens: Zwar kann man seinem Voyeurismus auch bei Livestreams frönen. Den meisten ist der Besuch in einem Swingerclub oder auf einer Sexparty wesentlich angenehmer, als der Blick auf einen flackernden Bildschirm.

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