Trübes Filmmaterial statt KI: «Blue Planet III» setzt ein Zeichen
Je spektakulärer die Naturaufnahmen, desto grösser der Zweifel: Ist das wirklich echt – oder von KI generiert? Damit diese Bedenken gar nicht erst entstehen, setzt BBC bei der von David Attenborough kommentierten Serie «Blue Planet III» bewusst auch auf unschärfere und weniger polierte Aufnahmen.
Die Produzentin Elizabeth White sagte gegeenüber dem Guardian: «AI veranlasst uns, noch authentischer zu sein.» Und weiter: «Die in der Tiefee gefilmten Kreaturen sind wahrscheinlich noch bemerkenswerter, als AI sich vorstellen.»
Was ändert sich nun genau? White sagte, dass man früher Aufnahmen mit viel Plankton oder anderen Partikeln im Wasser wahrscheinlich aussortiert hätte. Auch Boote oder eine Boje hätte man aus dem Bild entfernt oder die Aufnahme verworfen, weil die Wasserbedingungen nicht ideal waren. Neu lasse man solche Details im Bild, so die Produzentin.
Die neue Staffel der erfolgreichen Naturdokumentation erscheint knapp zehn Jahre nach «Blue Planet II», das weltweit auf die Plastikverschmutzung der Meere aufmerksam machte. Für die Dreharbeiten setzte das Team auf neue Kameratechnik, um bislang wenig dokumentiertes Verhalten von Meerestieren einzufangen. Die Macher versichern: «Für diese Serie wurde keine künstliche Intelligenz verwendet. Nicht ein einziges Bild. Es handelt sich ausschliesslich um echte Aufnahmen».
Der 100-jährige Naturforscher David Attenborough, der für seine unverwechselbare Stimme bekannt ist, sei stark in die Produktion eingebunden gewesen und habe Änderungen am Drehbuch vorgenommen. «Das Wunderbare ist, dass er seine Neugier nicht verloren hat. Er ist immer noch wie ein kleiner Junge, der sich freut, wenn ihm neues Filmmaterial gezeigt wird», sagt Jack Bootle, Leiter der Abteilung für Dokumentarfilme bei der BBC.
«Blue Planet III» widmet sich den Anpassungsstrategien sowie der Widerstandsfähigkeit der Meeresbewohner in einer von Umweltveränderungen geprägten Welt. (cst)
