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Bilder von der Nasa zeigen Schmelzwasser auf einer Insel der Antarktis vor dem Graham Land, wo am 6. Februar 18,3 Grad Celsius gemessen wurde, was einen Rekord darstellt.
Bilder von der Nasa zeigen Schmelzwasser auf einer Insel der Antarktis vor dem Graham Land, wo am 6. Februar 18,3 Grad Celsius gemessen wurde, was einen Rekord darstellt.Bild: EPA

Hitzewelle in der Antarktis bedroht die Erde – Experten besorgt

31.03.2020, 16:0831.03.2020, 16:27

Aussergewöhnliche Wärme in der Antarktis lässt Forscher Alarm schlagen: Angesichts einer erstmals an der Casey Forschungsstation in der Ostantarktis gemessen Hitzewelle warnen sie vor drastischen Schäden für antarktische Lebewesen und für die Ökosysteme der Erde.

Hitzewellen seien bislang selten in der Antarktis gemessen worden – gewöhnlich bezeichnen Forscher damit eine Aneinanderreihung von mindestens drei Tagen mit extrem hohen Temperaturen.

Auch auf der Antarktischen Halbinsel seien Rekordtemperaturen festgestellt worden, hiess es in dem am Montag im Fachmagazin «Global Change Biology» veröffentlichten Bericht. Autoren sind Wissenschaftler australischer Hochschulen sowie der Australian Antarctic Division der Regierung.

Im Guardian schreiben die Autoren etwa:

«Die warmen Bedingungen lösten auf den lokalen Gletschern ausgedehnte Schmelzwasserbecken und Oberflächenströme aus. Diese trugen zusammen mit schmelzenden Schneebänken zu hoch fliessenden Flüssen und überfluteten Seen bei.»

An der Casey-Station wurden Ende Januar – im antarktischen Sommer – an drei Tagen Extreme bei den Höchst- und Tiefstwerten aufgezeichnet. Während die Temperaturen im Minimum jeweils über Null Grad blieben, wurde es am 24. Januar in der Spitze bis zu 9,2 Grad Celsius warm. Dieses Temperaturmaximum sei fast sieben Grad wärmer als der durchschnittliche Höchstwert an der Station in den vergangen 31 Jahren.

Vielzahl von Folgen

Die Wissenschaftler gehen davon aus, dass abnorm warme Sommer eine Vielzahl von biologischen Auswirkungen haben werden, die noch nicht alle bekannt sind. Der Klimawandel beeinflusse selbst die entlegensten Gebiete des Planeten. Was in Antarktika passiere, habe Auswirkungen etwa auf Ozeanströmungen und damit auf das Klima in vielen Erdregionen, schreiben die Autoren in einem Artikel auf der Webseite The Conservation.

Das vorwiegend eisbedeckte Gebiet, das grösser als Europa ist, gilt als Treiber des sogenannten globalen Förderbands, der Zirkulation der Welt-Meeresströmungen. Schmelzen die Eisschilde der Antarktis ab, steigt zudem der globale Meeresspiegel. (sda/dpa)

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28 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Maya Eldorado
31.03.2020 16:17registriert Januar 2014
Langfristig ist das für die Menschen die grössere Bedrohung als das Corona-Virus.
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Rethinking
31.03.2020 16:59registriert Oktober 2018
Vor lauter „Minikrise“ Corona wird die grosse Krise globale Erwärmung fast vergessen...

Gut kommt mal wieder was. Merci
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rodolofo
31.03.2020 16:36registriert Februar 2016
Danke, dass Ihr uns daran erinnert, was viel gefährlicher ist, als die Coronavirus-Krise, nämlich die sich (nach erdgeschichtlichen Massstäben) rasant beschleunigende Klimaerwärmung, mit ihren Begleiterscheinungen, wie Meeresspiegelanstieg und dem Kollabieren von Ökosystemen weltweit!
Was die Coronavirus-Pandemie immerhin bewirkt hat, ist nicht zu unterschätzen:
- Herunterfahren der Wirtschaft und damit eines Haupt-Emitenten von Treibhaus-Gasen.
- Einüben eines ökologischeren Verhaltens
- Viel Zeit zum Innehalten und Nachdenken
- Die Pandemie stärkt das Gemeinschaftsgefühl der Welt
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