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ETH-Studie zu Coronavirus: Wer sich an die Massnahmen des Bundes hält

Eine ETH-Studie zeigt, wie gut sich die Schweizer an die Massnahmen des Bundes halten

25.03.2020, 16:3626.03.2020, 07:50

Der Bund verschärfte am 17. März die Massnahmen gegen das Coronavirus. Als Grund für diese Verschärfung gab Bundesrat Alain Berset an der Pressekonferenz an, die Bevölkerung halte sich schlicht nicht an die Empfehlungen des Bundesrates. Tatsächlich tauchten überall Bilder von grösseren und kleineren Menschengruppen auf, die sich trotz der Coronavirus-Pandemie munter weiter versammelten.

Und wie sieht es heute aus? Antwort darauf geben Daten einer ETH-Studie. Das Forschungsinstitut intervista untersucht seit dem Oktober 2018, wie die Menschen in der Schweiz pendeln. Dazu werden die täglichen Bewegungen von etwa 3'000 Teilnehmenden anonymisiert gemessen und gespeichert.

Intervista hat nun im Auftrag des Statistischen Amtes des Kanton Zürichs und der ETH-Taskforce zu Covid-19 diese Zahlen für die letzten Wochen aufbereitet. Das zeigen sie:

Zurückgelegte Tagesdistanzen

Die im durchschnitt zurückgelegten Tagesdistanzen sind bereits nach den ersten Massnahmen des Bundesrates am 13. März leicht zurückgegangen. Als diese am Montag darauf (am 16. März) nochmals verschärft wurden, sind sie weiter gesunken.

Coronavirus: Einhaltung der Bundesmassnahmen Monitoring Bewegung Bevölkerung
Bild: intervista/watson

Der Anstieg am Schluss der Datenreihe ist auf das Ende des Wochenendes zurückzuführen. Doch auch am Montag (23. März) bleibt der Wert der Distanzen unter jenem der Vorwoche. Es zeigt sich also, dass die Schweizer Bevölkerung die Massnahmen des Bundes ernst nimmt.

Der Mittelwert (Schwarz und Pink) bezieht sich jeweils auf den rechnerischen Durchschnitt. Der Median (Blau und Grün) stellt einen Wert dar, der von der Hälfte der Personen über- beziehungsweise untertroffen wird.

Auch bei den Distanzklassen ist ein Unterschied feststellbar. So wird der Anteil jener, die im Schnitt weniger als 2 Kilometer pro Tag zurücklegen, grösser, während der Anteil jener, die über 100 Kilometer zurücklegen, zurück geht:

Tagesdistanzen Coronavirus Schweiz
Bild: intervista/watson

Altersunterschiede

Doch halten sich auch die älteren Personen an die Massnahmen? Wie diese Grafik zeigt, ja:

Coronavirus: Einhaltung der Bundesmassnahmen Monitoring Bewegung Bevölkerung
Bild: intervista/watson

Ältere Personen haben schon vor der Krise im Schnitt weniger Kilometer zurückgelegt, als jüngere. Die Tagesdistanzen sind aber auch bei der ältesten Altersklasse weiter zurückgegangen.

Nach Erwerbstätigkeit

Bei einer Einteilung nach Erwerbstätigkeit ist ebenfalls ein Unterschied feststellbar:

Zurückgelegte Tagesdistanzen nach Erwerb Coronavirus
Rentner, Hausfrauen, Hausmänner und Arbeitslose sind unter «Nicht erwerbstätig» subsummiert.Bild: intervista

So sind die zurückgelegten Strecken besonders bei den Erwerbstätigen und Personen in Ausbildung anteilsmässig am stärksten zurückgegangen. Bei den nicht Erwerbstätigen ist diese prozentual nicht so stark gesunken, wie bei den anderen. Hier befanden sich die zurückgelegten Distanzen aber bereits vorher auf einem tieferen Niveau.

Update
In einer ersten Version dieses Artikels waren die Kurven «In Ausbildung» und «Nicht erwerbstätig» vertauscht, entschuldigt den Fehler.

Stadt gegen Land

Auch die Unterschiede zwischen Stadt und Land hat intervista erfasst:

Coronavirus: Einhaltung der Bundesmassnahmen Monitoring Bewegung Bevölkerung
Bild: intervista/watson

Hier zeigt sich ebenfalls: Die ländliche Bevölkerung hat ihre Bewegung noch stärker eingeschränkt als die städtische, doch bei beiden sinkt die Kurve.

Geschlechterunterschiede

Und wie sieht es nach Geschlechtern aus?

Coronavirus: Einhaltung der Bundesmassnahmen Monitoring Bewegung Bevölkerung
Bild: intervista/watson

Hier zeigt sich, dass sich sowohl Männer wie auch Frauen brav an die Vorgaben halten.

Das Panel

Das Panel besteht aus etwa 3'000 Personen und bildet repräsentativ die Schweiz ab. Hier die Verteilung auf Kantone, Geschlechter und Alter im Vergleich zur tatsächlichen Schweizer Bevölkerung:

Panel nach Kanton, Alter und Geschlecht
Panel nach Kanton, Alter und Geschlecht
Bild: intervista
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