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Sind Kinder wirklich ansteckend? Corona-Taskforce klärt auf

Die Schueler der fuenften Klasse waschen ihre Haende, bevor sie das Klassenzeimmer betreten, am Tag der Wiedereroeffnung der Lorraineschule, am Montag, 11. Mai 2020 in Bern. Die Schulen wurden nach Au ...
Bild: KEYSTONE

Corona-Taskforce klärt Verwirrung um Ansteckungshäufigkeit von Kindern

Kinder haben gleich oft Antikörper gegen das Virus wie Erwachsene. Das muss laut der Covid-Taskforce aber nicht immer bedeuten, dass sie infiziert worden seien und das Virus hätten weitergeben können.
24.12.2020, 08:3924.12.2020, 08:39
Sabine Kuster / ch media

Die erste Studie von Corona-Immunitas «Ciao Corona» erschien Ende September und zeigte: Kinder haben gleich häufig Antikörper gegen das SARS-CoV-2 entwickelt, wie die jeweilige erwachsene Bevölkerung, in der sie leben. Die grosse Studie aus Zürich deckt sich darin auch mit Laborresultaten aus Genf.

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Dennoch hiess es im «Policy Brief», den die Corona-Taskforce letzte Woche zu den Kindern publizierte: «Bisherige wissenschaftliche Erkenntnisse deuten darauf hin, dass Kinder unter 12 Jahren ein geringeres Risiko haben als Erwachsene, SARS-CoV-2 zu übertragen oder sich damit anzustecken, und weniger virulente Symptome entwickeln.»

Wie kann es sein, dass Kinder gleich oft Antikörper haben wie Erwachsene, sich aber weniger oft damit angesteckt haben?

Epidemiologe und Mitglied der Covid-19-Taskforce des Bundes, Marcel Tanner,
Marcel Tanner ist Mitglied der Covid-Taskforce.Bild: Annette Boutellier

Laut Marcel Tanner, Mitglied der Taskforce gibt es ein Szenario, in dem vermutlich Antikörper entwickelt werden, das Virus sich im Körper aber nicht ausbreiten kann: Nämlich dann, wenn die Coronaviren bereits auf der Schleimhaut abgewehrt würden. Dadurch würden als Immunantwort wohl ebenfalls Antikörper gebildet, es handle sich dann aber nicht um eine Infektion. «Das kennt man von anderen Infektionskrankheiten, beim Coronavirus wurde dies noch nicht bestätigt», sagt Tanner. Ausserdem scheinen Kinder auch weniger der für die Infektion nötigen Rezeptoren an ihren Zellen zu haben.

Wahrscheinlicher ist aber, dass sich die Kinder häufig schon infizieren ­- dies aber in der Familie, wo sie in engem Kontakt mit den Eltern sind und die Möglichkeiten einer Infektion höher sind als im Schulumfeld.

Der Policy-Brief zu Kindern verspätete sich

Dass er mit der aktuelle Formulierung nicht ganz zufrieden ist, daraus macht Tanner keinen Hehl: «Der Childrens-Policy-Brief wurde schon vor einem Monat fertig gestellt und durchlief dann einen breiten Konsultationsprozess.»

Nun würden aber alle Fragen zu Kindern und Corona bis im Januar komplett überarbeitet unter Einbezug aller neusten Studien, national wie internationalen. «Es ist uns wichtig, dass die Leute keine falschen Schlüsse ziehen», so Tanner. Die Hauptaussage ändere sich nicht und sei mit der gestern veröffentlichten zweiten Studie von «Ciao Corona» untermauert worden: An Primarschulen komme es überraschend selten zu Ansteckungshäufungen. (bzbasel.ch)

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