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Studie: Schweiz gehört bei Chancengleichheit zur Weltspitze

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Laut einer neuen Studie ist die Schweiz ein echtes Chancenland – der gesellschaftliche Aufstieg gelingt hier so gut wie fast nirgends sonst.Bild: KEYSTONE

Nicht die Herkunft entscheidet: Warum die Schweiz beim sozialen Aufstieg heraussticht

02.07.2026, 11:2903.07.2026, 07:50

In kaum einem Land sind die Chancen auf sozialen Aufstieg so ausgeprägt wie in der Schweiz. Zwar prägt der familiäre Hintergrund den späteren Lebensweg eines Menschen, aber in der Schweiz ist dies deutlich weniger stark, als oft angenommen wurde. Das zeigt eine Studie des Instituts für Schweizer Wirtschaftspolitik (IWP) an der Universität Luzern. Die Ergebnisse wurden in der Fachzeitschrift «Review of Income and Wealth» publiziert.

The Mystery of Success: How Family Background Shapes Social Mobility
Die Studie von Jonas Bühler, Dr. Melanie Häner-Müller und Prof. Dr. Christoph A. Schaltegger vom Institut für Schweizer Wirtschaftspolitik (IWP) untersucht auf Basis von anonymisierten Steuer- und Sozialversicherungsdaten von rund 700'000 Personen in der Schweiz, wie stark die Familie den späteren wirtschaftlichen Erfolg beeinflusst – und welche Merkmale des Elternhauses diesen Einfluss erklären können.

Die Forschenden legten ihren Fokus in der Studie auf Geschwister und die Frage, wie ähnlich sich ihre Einkommen entwickeln. Geschwister haben nicht nur dieselben Eltern, sondern wachsen meist auch in derselben Gemeinde auf, besuchen die gleiche oder eine ähnliche Schule und teilen ein vergleichbares soziales Umfeld, so die Studienautoren. Damit lasse sich der Einfluss des familiären Hintergrunds breiter erfassen als mit einem reinen Vergleich zwischen Eltern und ihren Kindern.

Hohe gesellschaftliche Durchlässigkeit in der Schweiz

Laut der Studie erklärt der familiäre Hintergrund in der Schweiz nur rund 16 Prozent der Einkommensunterschiede. Somit liessen sich mehr als 80 Prozent der Unterschiede auf andere Faktoren zurückführen. Dazu würden etwa eigene Entscheidungen, individuelle Fähigkeiten, Talente oder Glück gehören.

Insgesamt würden die Ergebnisse auf eine hohe gesellschaftliche Durchlässigkeit hindeuten. Die Schweiz weist in dieser Hinsicht Ähnlichkeiten zu skandinavischen Ländern auf. In vielen anderen westlichen Ländern hingegen spiele die Familie eine deutlich grössere Rolle. So erkläre der familiäre Hintergrund in Deutschland rund 43 Prozent der Einkommensunterschiede, in den USA seien es gar 49 Prozent.

«Übliche Erklärungen» greifen nur begrenzt

Die Debatte um Chancengerechtigkeit in der Schweiz fokussiere oft einseitig auf das Bildungssystem, analysiert die NZZ. Die aktuelle Studie zeige jedoch, dass der Arbeitsmarkterfolg nicht zwingend an eine akademische Laufbahn gekoppelt ist. Laut der NZZ erzielen Fachkräfte mit einer starken Berufslehre und Weiterbildung sogar häufig ein höheres Einkommen als Akademikerinnen und Akademiker.

Die Forschenden halten in ihrer Studie zudem fest, dass die «üblichen Erklärungen» nur begrenzt greifen. So würden Merkmale des Elternhauses wie Einkommen, Bildung, Herkunft und Muttersprache weniger als zwölf Prozent des gemessenen Familieneinflusses ausmachen. Laut den Studienautoren ist dies ein Beleg dafür, dass Diskriminierung beim wirtschaftlichen Aufstieg in der Schweiz keine entscheidende Rolle spielt. (hkl)

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